
Die Arbeitshypothese dieses dreiteiligen, von Literaturwissenschaftlern, Theologen und Philosophen gestalteten Projekts geht nicht nur allgemein der Frage nach, warum denn Ästhetik und ästhetische Erfahrung seit der Mitte des 18. Jh. derart in das Zentrum von Sehnsucht und Verzweiflung der "Gebildeten unter den Religions-Verächtern" geraten. Es ist damit auch die Vermutung verbunden, daß gerade Jahrhundertwenden Schwellenzeiten sind, in denen Brucherfahrungen des Übergangs neue intellektuelle Energien freisetzen, kulturelle Verwerfungen sichtbar und literarisch wie religiös produktiv werden. Trotz aller Unterschiede gibt es strukturelle Analogien, die sich in Epochenbrüchen artikulieren.

