
Informationen zum Buch
Ingrid Buchloh zeichnet ein neues und facettenreiches Bild eines Menschen und bedeutenden Künstlers, der immer noch vielen als »williger Diener der Nazis« gilt: Ein besessener Künstler zwischen Anpassung und Widerstand.
Goebbels hielt Harlan für den Fähigsten aller deutschen Regisseure und hatte erkannt, dass sich seine Filme aufgrund ihrer Emotionalität für eine subtile Vermittlung von NS-Botschaften nutzen ließen.
Präzise Filmanalysen sowie die kritische Auswertung wichtiger Quellen und unbekannter Dokumente belegen, wie Goebbels die Entstehung der Filme bis hin zu kleinsten filmischen Details kontrollierte und solange korrigierend eingriff, bis sie seinen propagandistischen Absichten dienlich waren.
Harlans Versuche, durch Verweigerung, Taktieren oder künstlerische Gestaltung Goebbels’ Befehle zu unterlaufen, misslangen. Doch stand er zu seinen jüdischen Freunden bis zum Schluss und setzte sich im Beruf für Verfolgte des NS-Regimes ein.
Nach dem Krieg wurde der »Fall Harlan« zum Politikum und galt als Paradebeispiel für die Beurteilung des Nationalsozialismus.
Inhalt
Pressestimmen
, 24.06.2010
Ingrid Buchlohs erneute Beschäftigung mit Veit Harlan ist ein begrüßenswertes Projekt. Die Präsentation von historischem Material, das die Politisierung der deutschen Filmindustrie belegt, ist ein großes Verdienst.
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Buchloh gelingt es tatsächlich, ein ausgewogenes Bild des Künstlers Harlan zu zeichnen, der durch seine Propagandafilme in eine ausweglose Situation geraten war. Spätere zeit- und filmhistorische Untersuchungen werden an ihrer Studie nicht vorbeikommen [...].
