Heinrich Claß 1868-1953
Die politische Biographie eines Alldeutschen
1. Aufl. 2012, 463 Seiten, 12 s/w Abb., Festeinband
ISBN: 978-3-506-77379-1
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Informationen zum Buch

Als »Diktator im Geheimen« wurde er von Zeitgenossen charakterisiert: Heinrich Claß. Über 30 Jahre war er Vorsitzender des Alldeutschen Verbandes. Er galt bereits zu seinen Lebzeiten als einer der wichtigsten Exponenten im Netzwerk rechtsnationaler Verbände und völkischer Vereine. Ihm sagte man im ausgehenden Kaiserreich, während des 1. Weltkrieges und in der Weimarer Republik einen großen Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger nach. 
Als Verfechter der kolonial- und weltpolitischen Machtutopien des radikalen Nationalismus verurteilte Claß die Politik der Reichskanzler nach Bismarck als Aufgabe einst postulierter Machtansprüche. Wie andere Angehörige der »wilhelminischen Generation« war er geprägt von dem um die Jahrhundertwende aufkommenden rassistischen Ordnungsdenken. Auf dieser Grundlage forderte er die grundlegende Neugestaltung der deutschen Gesellschaft nach dem Ideal eines rassisch homogenen Kollektivkörpers: der »Volksgemeinschaft«. Er trat ein für einen Krieg mit territorialer Expansion in Europa und Übersee sowie ethnisch-kultureller Homogenisierung im Inneren. Nach 1918 beanspruchte er für den Alldeutschen Verband die Führung der antidemokratischen Rechtsopposition und forderte unablässig die Überwindung der Weimarer Republik durch eine völkische Diktatur. 
Auf breiter Quellenbasis differenziert Johannes Leicht in dieser biographischen Studie erstmals zwischen alldeutsch-patriotischer Rhetorik und selbstformulierten Führungsansprüchen einerseits sowie tatsächlichen weltanschaulichen, organisatorisch-finanziellen und politisch-gesellschaftlichen Wirkungsmöglichkeiten von Claß andererseits.

UTB

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