Freier Zugang

Die vorliegende Studie von Aschot Hayruni behandelt die Aktivitäten und Hilfeleistungen des evangelischen Theologen Johannes Lepsius und seiner Orient-Mission für die Armenier. Sie nimmt damit ein bedeutsames Thema für die „Eastern Church Identities“ in den Blick, denn auch die Identität der Armenischen Apostolischen Kirche wurde von den Ereignissen um den Genozid wesentlich geprägt. Zugleich vollzog sich auch bei Johannes Lepsius selbst ein Wandel in der Wahrnehmung der eigenen Aufgabe. Lepsiusʼ Interesse am Orient, das ihm durch seinen Vater, einen Ägyptologen, mit in die Wiege gelegt worden war, hatte ihn anfänglich zur Überzeugung geführt, die dortigen Völker missionieren zu müssen. Lepsiusʼ persönliche Erfahrungen und vor allem die Begegnung mit den bedrohten Armeniern, bewirkten eine Sinnesänderung: Der Missionar wurde zu einem Verteidiger der orientalischen Christen, der sich mit ihrem Leiden zutiefst identifizierte. Diese Studie kann deshalb auch als Hinweis darauf verstanden werden, dass ein echter Dialog mit Kirchen östlicher Tradition letztlich nur dann fruchtbar sein wird, wenn er die Identitäten der Beteiligten berührt und verändert.

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