Die vorliegende Studie wurde im August 2018 an der Paris-Lodron-Universität Salzburg als Dissertation eingereicht. Für die Drucklegung zur Publikation wurde sie nur geringfügig überarbeitet, so dass es sich um eine eigentlich unveränderte Fassung handelt.

In der Zwischenzeit kam viel Bewegung in die katholische Kirche; will sagen, die Studie erscheint in bewegten Zeiten. Der interne und externe Druck auf das System „Kirche“ hat ein neues Level erreicht. Sicher werden Sie, liebe Leser*innen, Ihre Auseinandersetzungen mit den folgenden Überlegungen auch vor dieser Folie betreiben. Die verschiedenen expliziten Themen, die aktuell wieder und neu verhandelt werden, verweisen doch auf ein implizites Meta-Thema: nämlich die Gretchenfrage nach dem Kirchenverständnis und dessen Entfaltung in geschichtlichen Zusammenhängen. Ich habe darauf verzichtet, in der Überarbeitung des Manuskripts weitere Querverweise zu geben und Fluchtlinien in die zwischenzeitlichen Entwicklungen zu ziehen. Das hat zunächst ganz pragmatische Gründe: mir fehlte die Zeit dazu. Es liegt aber mehr noch daran, dass die Arbeit, wie bereits angedeutet, einen anderen Sitz im Leben hat. So wollte ich den entsprechenden Charakter nicht nachträglich abändern.

Wenn die Frage, die den Diskurs formatiert, allerdings lauten soll, was das Absolute und was das Relative sei, was also unabänderlichen Charakter (ewig) hat und was verzichtbares Beiwerk (zeitlich) ist, scheinen mir schon die Vorzeichen falsch gesetzt. Die Frage ist plakativ, als ob beides in Opposition zueinander stünde und sich gegenseitig ausschließe. Die korrekte und weitaus produktivere Frage ist, wie das Absolute und das Relative aneinander vermittelt sind. Die kritische Differenz lässt sich anschaulich mit einem Zitat fassen, das dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch zugeschrieben wird. „Man sollte die Wahrheit dem anderen wie einen Mantel hinhalten, dass er hineinschlüpfen kann – nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen.“ Dieses Bonmot ist insofern auch theologisch (be)merkenswert, als es das Plausibilitätsmoment von Wahrheitsansprüchen, die kirchlicherseits mit (letztverbindlicher) Autorität korrelieren, an deren mittelbare, intersubjektive Kategorien koppelt und biographische Anschlüsse scharf stellt. „Kirche tritt als Raum der geschichtlichen Vermittlung jenes erlösenden Gnadenzuspruchs auf, wo sie dem Reich Gottes in ihren Handlungsmustern Raum gibt und eben das vollzieht, was sie zu sein behauptet: sakramentale Wirklichkeit. Erst hier wird die Verantwortung des Glaubens geschichtlich tragfähig: in der Realisierung dessen, was sich kriteriologisch aus einer philosophischen Denkformanalyse ergibt und in der gelebten Anthropologie der Freiheit greift. Denn ‚was nützt die Liebe in Gedanken‘?“1

So perspektiviert, ist die Ekklesiologie vielmehr eine originäre Themenstellung auch der Fundamentaltheologie und sie kann Aspekte in den Traktat einspielen, für die eine lehramtliche Dogmatik erklärtermaßen blind ist. Diesen ungleich komplexeren Zugang erprobt die vorliegende Studie paradigmatisch und entwickelt auf die Ekklesiologie die in dieser Hinsicht noch unerschlossenen Potentiale der „Theologie der Freiheit“ von Thomas Pröpper.

Bevor es an das Sachthema geht, möchte ich die Gelegenheit für ein paar persönliche Anmerkungen nutzen. So eine Arbeit fällt nicht vom Himmel, und sie ist nie eine völlige Einzelleistung. Sie begann schon lange, bevor das erste Wort geschrieben wurde, und sie hatte unzählige Gesprächspartner*innen, um geworden zu sein, was sie schließlich ist. Neben den wissenschaftlichen Beiständen braucht es aber auch Menschen, die so einen Prozess in ganz persönlicher Hinsicht mittragen. Kurzum: vieles daran ist verdankt.

Es ist nicht leicht, nun auf so kleinem Raum einen so vielfältigen Dank in angemessener Weise zu formulieren. Jeder und jede, die ich adressieren müsste, war mit einem ganz eigenen Beitrag am Gelingen dieses Projekts beteiligt, dem ich an dieser Stelle unmöglich gerecht werden kann. Meinen Freunden und meiner Familie, ganz besonders aber dir, Stella, durfte ich meine tiefe Verbundenheit bereits ausdrücken. Ihr seid ein Segen. Andere (von Überschneidungen einmal abgesehen) möchte ich an dieser Stelle zumindest in loser zeitlicher Folge nennen:

Florian Kleeberg, Jan-Niklas Collet, Marc Heidkamp, Dorothee Fingerhut, Antonius Hamers, Ulrich Ruh, Ulrich Engel, Klaus Müller, Jürgen Werbick, Thomas Pröpper, Alois Halbmayr, Franz Gmainer-Pranzl, Emmanuel J. Bauer, Michael Zichy, Aho Shemunkasho, Peter Arzt-Grabner, Marlis Gielen, Dietmar W. Winkler, Silvia Arzt, Martin Dürnberger, Annette Pitschmann, Andreas G. Weiß, Judith Gruber, Daniella Fella, Reinhard Stiksel, Andrea Schmuck, Elisabeth Höftberger, Joachim Jakob, Elena Haider, Anna Pointner, Cristina Thurnwalder, Ursula Herzog-Kluppenegger, Renate Seidl, Ursula Kaserbacher, Dietmar Dirnhofer, Marietta Heinrich, Nadine Fleck, Roland Cerny-Werner & Doreen Cerny.

Besondere Erwähnung gebührt der Stiftung Porticus. Sie hat überhaupt die Mittel zur finanziellen und ideellen Förderung bereit gestellt, mit deren Hilfe ich meine Forschung betreiben konnte. Für alle Freiheiten, die ich durch die großzügige Unterstützung hatte, und alle Möglichkeiten, die sich für mich dadurch ergeben haben, möchte ich mich in aller Form bedanken.

In Sachen Theologie Thomas Pröppers kommt man an einer Person nicht vorbei: Georg Essen. Vielen Dank, dass Sie bereit waren, meine Arbeit als Zweitgutachter zu betreuen. Sie haben mir in unseren Gesprächen viel und schwer zu denken gegeben, was mir nicht immer, aber der Sache sehr gut getan hat.

Nun mag man sich wundern, dass ich mit dem schon angedeuteten Zugang ausgerechnet bei Gregor M. Hoff als meinem Erstgutachter gelandet bin. Das war eine (gesuchte) Herausforderung. Aus der beiderseitigen Annahme dieser Herausforderung hat sich eine Situation ergeben, die nicht nur meine Arbeit und den darin entwickelten Ansatz fachlich, sondern auch mich als Wissenschaftler und Mensch unglaublich bereichert hat. Vielen Dank für vier außergewöhnliche und spannende Jahre!

Für die Vorbereitung des Manuskripts zur Drucklegung durfte ich auf die umfassende Hilfe von Andreas G. Weiß, Elena Haider, Andrea Schmuck, Fabian Wernscheid und – immer wieder den einmaligen – Ulrich Ruh zurückgreifen. Ich freue mich sehr, dass der Verlag Ferdinand Schöningh es mir ermöglicht hat, meine Arbeit zu publizieren. Hier danke ich besonders Martin Illert, der die Publikation stets sehr angenehm und kompetent begleitet hat.

Köln, am Festtag Leos des Großen 2019

Rainer Gottschalg

1

Diese Formulierung stammt aus dem Erstgutachten von Gregor M. Hoff.

„Was nützt die Liebe in Gedanken?“

Ekklesiologische Orientierungen zwischen Gnade und Freiheit

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