Die Idee zum Thema dieser Arbeit entstand in einem interreligiösen Seminar, das ich zusammen mit meinem evangelischen Kollegen Prof. Dr. Johannes Lähnemann im Sommersemester 2008 an der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg gehalten habe. Die Lehrveranstaltung trug den Titel „Juden – Christen – Muslime, Grundlagen des interreligiösen Dialogs“. Dass mich dieses Thema über so viele Jahre hinweg nicht losgelassen hat, lag zum einen an den vielen Neuentdeckungen, die man beim Studium fremder Religionen machen kann. Zum anderen wurde mir immer mehr bewusst, dass die Verteidigung der Menschenwürde ein global hochrelevantes Thema ist, das nicht nur eine menschenrechtliche Politik, sondern auch die Religionen betrifft. Von daher stellte sich die Frage, ob es eine ethische Basis gibt, von der aus sowohl die monotheistischen Religionen als auch säkulare Menschen in der Lage sind, die Menschenwürde in einem Zeitalter zu verteidigen, in dem sie enormen Gefährdungen ausgesetzt ist.

Danksagen möchte ich meinem Freund Johannes Lähnemann, der mich in den Geist interreligiösen Denkens eingeführt hat. Viele Abende haben wir über die Religionen und ihre Aufgabe in unserer Welt nachgedacht. Danken möchte ich auch Prof. Dr. Daniel Krochmalnik von der „School of Jewisch Theologie“ an der Universität Potsdam. Er hat den jüdischen Teil der Arbeit gegengelesen. Der gleiche Dank gilt Dr. Muhammad Sameer Murtaza von der „Stiftung Weltethos“ in Tübingen, der den muslimischen Abschnitt mit seinen kritischen Kommentaren versehen hat. Was jetzt noch an Fehlern stehen geblieben ist, hat allein der Autor zu verantworten. Einen Dank schulde ich Frau Katharina Spadinger und Frau Janina Moosmann. Beide haben mich vor allem in technischen Belangen tatkräftig und zuverlässig unterstützt. Mein Dank gilt auch dem Verlag Ferdinand Schöningh, der sich sofort bereit erklärt hat, den Text in sein Programm aufzunehmen.

Am Ende dieses Vorwortes kann ich nur hoffen, dass gläubige Menschen im Judentum, im Christentum und im Islam immer mehr entdecken, wieviel allen drei Religionen, bei aller Differenz, doch auch gemeinsam ist. Vielleicht kann die vorliegende Studie einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Menschen unterschiedlicher religiöser Bekenntnisse und Weltanschauungen lernen, sich gemeinsam für menschenwürdige Lebensverhältnisse einzusetzen. Dieser Einsatz müsste global, nachhaltig und öffentlich wahrnehmbar sein.

Weingarten, September 2020 Herbert Rommel