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Anke von Legat Bielefeld/Frankfurt

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Michael Schneider Bielefeld/Frankfurt

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Die Geschichte des nun vorliegenden Buches beginnt vor einigen Jahren: Die Redaktion der evangelischen Wochenzeitung für Westfalen und Lippe, Unsere Kirche, fragt Lehrende und Forschende aus dem Fachgebiet Neues Testament am Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main als Autorinnen und Autoren an. Die Erstellung der wöchentlichen Bibellese-Kolumne und einiger begleitender Artikel zu biblischen Themen schlägt eine Brücke zwischen Printmedien und Universitätstheologie. Schnell zeigt sich, dass diese Brücke aus sehr unterschiedlichen Perspektiven betreten wird: Dem Wunsch nach Zuspitzung, Verständlichkeit und Kürze hier stehen der Wunsch nach detaillierter Abwägung verschiedener Positionen und die Prägung durch Wissenschaftssprache dort gegenüber.

Bei der Erstellung der Texte wird immer wieder offensichtlich, dass viele theologische Konzepte aus den biblischen Texten und Geschichten bis in die Gegenwart wirken. In der öffentlichen Aufmerksamkeit für diese großen Botschaften spielt die theologische Fachliteratur jedoch eine untergeordnete Rolle. Viel stärker werden Werte, Handlungen und Haltungen, die sich auf biblische Texte gründen, in Zeitungen, Zeitschriften oder Radio, über Social Media und andere Online-Formate oder auch an kulturellen Orten rezipiert. Ähnliches gilt für biblische begründete Zeitstrukturen, auch innerhalb der vermeintlich säkularen Gesellschaft: das Gegenüber von Alltag und Sonntag oder die Festkultur von Ostern und Weihnachten. Einerseits wird so durch Medien öffentlich sichtbar, wie stark biblische Texte und von ihnen angestoßene Werte, Handlungen und Haltungen in der Gegenwart bedeutsam und gefragt sind. Andererseits sind Beiträge der Universitätstheologie in diesen kleinen Formaten nur selten zu finden.

Aus der Zusammenarbeit zwischen universitärer Theologie und evangelischer Wochenzeitung entstand die Idee zu dem nun vorliegenden Sammelband: Autorinnen und Autoren aus dem wissenschaftlichen Kontext, aus dem Bereich der Printmedien, aus der Kirche und anderen gesellschaftlichen und kulturellen Institutionen reflektieren möglichst allgemeinverständlich aus ihrer je eigenen Perspektive den Umgang der großen Botschaft in kleinen Texten. Man merkt es den Beiträgen an: Alle Autorinnen und Autoren haben nicht nur eine je eigene Sicht auf die Rezeption biblischer Texte in der Gegenwartskultur. Sie zeichnen sich auch durch ihre je eigene Perspektivität sowie ihren Sprach- und Schreibstil aus. Ganz bewusst versammelt dieses Buch unterschiedliche Positionen und Positionierungen, die bei der redaktionellen Durchsicht weitestgehend auch nicht angeglichen wurden: So schreibt die Autorin aus dem universitären Kontext, so gliedert der Vertreter aus einer kirchlichen Institution einen Text und so lesen sich Beiträge von Medienleuten. Allen Autorinnen und Autoren des vorliegenden Bandes danken wir herzlich für ihre Bereitschaft, ihre eigene Perspektive pointiert einzubringen und beim Schreiben diejenigen vor Augen zu haben, die eine andere Perspektive auf die große Botschaft haben.

Wir freuen uns sehr darüber, dass unser Buch als zweiter Band in der Reihe „Biblische Argumente in öffentlichen Debatten“ erscheinen kann. In den allgemeinen Dank an die Herausgeber der Reihe schließen wir den besonderen Dank an Stefan Alkier ein, der als Ideengeber insbesondere die Anfänge und die Konzeption dieses Buchs begleitet hat.

Wir danken dem Verlag Brill | Schöningh für die freundliche und konstruktive Zusammenarbeit und möchten stellvertretend dafür Dr. Martina Kayser nennen. Zu danken ist schließlich den studentischen Mitarbeiter*innen Lukas Link, Zacharias Neserke und Ayla Rehn für ihre Unterstützung bei den Redaktions- und Korrekturarbeiten.

Anke von Legat, Michael Schneider

Bielefeld/Frankfurt, im September 2021

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