Die Sterbeszenen der Evangelien und Jesu letzte Worte

Beobachtungen zu den Formen des Offenbarungswissens über den Tod Jesu

in Religiöses Wissen im vormodernen Europa

Das Offenbarungswissen über die Passion Jesu liegt in Form der vier neutestamentlichen Passionserzählungen vor. Im vorliegenden Aufsatz werden exemplarisch die vier Sterbeszenen (Mk 15,21–41; Mt 27,32–56; Lk 23,26–49; Joh 19,16–37) mit den darin enthaltenen „letzten Worten Jesu“ analysiert, die typisch für die biographischen Gattungen der Antike sind. Gerade die „letzten Worte“ Jesu steuerten maßgeblich die Transformationen des Offenbarungswissens über die Passion in die unterschiedlichen Formationen religiösen Wissens. Dies gilt nicht allein für die Entstehung der diversen Formen christlicher Leidens- und Passionsmystik, sondern auch für die Durchsetzung einer räumlich strukturierten Eschatologie („Paradies“) und einer damit verbundenen dualen Anthropologie („Leib und Seele“) sowie einer entsprechenden Theologie des Todes („Trennung von Leib und Seele“) und einer christlichen „ars moriendi“. Eine entscheidende Vermittlungsinstanz bildeten dabei die Evangelienharmonien, auf die wir abschließend nur kurz hinweisen können.

Religiöses Wissen im vormodernen Europa

Schöpfung – Mutterschaft – Passion

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