Figurationen und Stofflichkeit der WundeHalbiertes Filzkreuz mit Staubbild Magda von Joseph Beuys

in Religiöses Wissen im vormodernen Europa

Die Geschichte des 20. Jahrhunderts bot auch der Kunst blutigen Stoff der politischen Untat und des gewaltsamen Todes genug, um das Motiv von Kreuz und Wunde präsent und plausibel zu halten.

Der Aufsatz beleuchtet exemplarisch den Beitrag der Kunst zum Passionsdiskurs der Moderne. Er leistet eine kunstgeschichtliche Analyse des Werkes von Joseph Beuys und verknüpft es dazu mit der figuralen Semantik und den Imaginationstechniken der Andachtsbilder des 15. Jahrhunderts im Umfeld der Devotio moderna. Gleichzeitig zeigt er die Bedeutung der Geschichtserfahrungen des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust für die Entstehung und kreative Aneignung dieses Bildwerks, das das Sinnsystem der Passionsdiskurse und -darstellungen im religiösen Wissen des Christentums aufruft, gleichzeitig aber transformiert und entgrenzt. Die Analyse dieser Überschreitung macht sich die Ergebnisse der Trauma-Forschung zunutze und begreift das Werk als eine Auseinandersetzung mit der deutschen „Unfähigkeit zu trauern“ (Margarete und Alexander Mitscherlich).

Religiöses Wissen im vormodernen Europa

Schöpfung – Mutterschaft – Passion

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