Der Wasserbau-Staat

Die Transformation des Nils und das moderne Ägypten 1882–1971

Reihe:

Die Bedeutung des Nils und seiner technischen Umgestaltung in einen Bewässerungskanal für die Entstehung des modernen Staates Ägypten wird bis heute unterschätzt. Das Streben nach Kontrolle über die Ressource Wasser machte Ägypter und Briten zu Rivalen um die Zukunft des Landes.
Die Geschichte Ägyptens im 20. Jahrhundert und seine koloniale Befreiung wurden meist als Kampf politischer und sozialer Kräfte erzählt. Dem Nil und seiner wasserbaulichen Nutzung – der Konstruktion von Bewässerungsanlagen und Staudämmen in dem Wüstenstaat – wurde aus historischer Perspektive jedoch kaum Beachtung geschenkt. Der Band schließt diese Lücke. Er erzählt, wie Wasserbauingenieure einen »neuen« Nil konstruierten, um Ägypten zu einem fortschrittlichen Land zu machen. Das Ziel, einen modernen Wasserbau-Staat ohne Ressourcenknappheit zu errichten, führte zur Rivalität zwischen den Ägyptern und der Kolonialmacht Großbritannien hinsichtlich ihrer Pläne für die Zukunft des Landes. Der Nil wurde zur Arena dieser Auseinandersetzung – mit Folgen bis in die Gegenwart.

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Ewald Blocher wurde 2014 im Fach Neuere und Neueste Geschichte an der LMU München promoviert. Er ist freier Mitarbeiter am Siemens Historical Institute (Siemens AG, München/Berlin).