Flüchtlingsethik

Mit einem Vorwort von Heinrich Bedford-Strohm

Blick ins Buch

Welche und wie viele Flüchtlinge sollen wir aufnehmen? Über diese Frage wird eine überhitzte öffentliche Debatte geführt. Im Kern geht es um Interessenkonflikte zwischen Schutzsuchenden und Bevölkerungsgruppen in den Aufnahmeländern. In diesem Buch werden die konkurrierenden Ansprüche auf ihre moralische Stichhaltigkeit hin geprüft – und Lösungen vorgeschlagen.
Diskutiert wird die Frage, ob und wie wir Fluchtmöglichkeiten begrenzen dürfen – und ob es wirksame und moralisch akzeptable Alternativen zur Flüchtlingsaufnahme gibt. Schutzsuchende, deren Menschenrechte gefährdet sind, müssen wir aufnehmen. Jedenfalls solange dadurch unsere Fähigkeit nicht gefährdet wird, auch zukünftig wirksam für den Schutz der Menschenrechte einzutreten. Moralisch unabdingbar ist die Öffnung legaler und sicherer Zugangswege nach Europa und Nordamerika, damit Schutzsuchende ihre Rechte überhaupt geltend machen können. 1989 ist der Eiserne Vorhang zwischen Ost- und Westeuropa gefallen – gegen alle Erwartungen. Könnte das auch für die europäischen und nordamerikanischen Außengrenzen ein attraktives und erreichbares Ziel sein: Abrüstung und Durchlässigkeit statt Militarisierung und Abschottung?
Which and how many refugees should we receive? These questions are at the fore of an overheated public debate that brings to light serious conflicts of interest between those seeking protection and those already living in the hosting countries. In this book, their competing claims are examined for their moral validity. As legal and safe passages to Europe and Northern America are essential for refugees to get a chance to demand their human rights, this book debates further in how far means of escape may be limited or redirected. In 1989, the Iron Curtain between Eastern and Western Europe has (unexpectedly) fallen. Taking this event as example of disarmament and permeability of external borders, this book would like to ask also whether the disarmament and permeability of external borders may be an attractive and achievable goal in current Europe and Northern America.

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Christoph Picker ist Direktor der Evangelischen Akademie der Pfalz. Von 2007 bis 2018 war der promovierte Theologe Lehrbeauftragter an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Studiert und gearbeitet hat er in Tübingen, Kiel, Rom, Finnland, Kamerun und Ludwigshafen. 2019 war er zu einem Studienaufenthalt zu Gast in Rom, Sizilien und auf Lampedusa.