Musiktheorie im Musikunterricht an niedersächsischen Gymnasien

Eine Bestandsaufnahme mit statistischer Auswertung

Stellenwert und Funktion von Musiktheorie im gymnasialen Schulunterricht werden anhand statistisch ausgewerteter Daten einer Lehrerbefragung untersucht. Diese Daten beziehen sich zum einen auf die persönliche Auffassung der Befragten von Musiktheorie sowie bevorzugte Vermittlungs- und Unterrichtsformen in verschiedenen Jahrgangsstufenbereichen, zum anderen auf Einschätzungen zum quantitativen Anteil musiktheoretischer Inhalte bei Hausaufgaben und Leistungsüberprüfungen sowie die Nutzung von Schulbüchern und alternativem Unterrichtsmaterial. Mithilfe statistischer Berechnungsverfahren werden außerdem Tendenzen für die Einbeziehung nicht-obligatorischer Disziplinen bzw. Vermittlungsarten von Musiktheorie abgebildet, wie Gehörbildung oder computergestützte Anwendungsformen von Musiktheorie. Die Studie weist nach, dass unter den Befragten ein klares Bild zum Stellenwert von Musiktheorie im Musikunterricht vorhanden ist, das jedoch zunehmend verschwimmt, wenn es darum geht, die Aufgaben von Musiktheorie für die verschiedenen Jahrgangsstufenbereiche, also deren Funktion, mit didaktisch-methodischen Überlegungen in Einklang zu bringen. Ein neues didaktisches Modell, das die Autorin unter der Bezeichnung "Funktionale Theoriedidaktik" entwickelt, soll helfen, diese Diskrepanz aufzuheben. Darin wird die Musiktheorie als Teilgebiet des Musikunterrichts und zentrale Schaltstelle eines Netzwerks funktional begriffen, indem sie in ständiger Wechselbeziehung zu musikpraktischer Aktivität steht und damit in ein am Schüler ausgerichtetes dynamisches Kompetenzmodell hineinwirkt.

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Melanie Bieneck-Hempel, geboren 1977 in Hildesheim, studierte 1997-2005 Schulmusik, Germanistik, Musiktheorie und Musikpädagogik in Hannover und ist seit 2005 im Höheren Lehramt tätig. Sie promovierte 2008 im Fach Musikpädagogik.