Wege und Wandlungen der menschlichen „Seele“

Eine begriffsgeschichtlich ausgewählte Darstellung der semantischen Differenzierungen von der Antike bis heute

Diese Wandlungsgeschichte der menschlichen „Seele“ leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis der Geschichte der Psychologie vor dem Hintergrund ihrer philosophischen Tradition wie auch ihrer Ablösung hin zu einer eigenständigen Wissenschaft. Dabei werden die klassischen philosophischen Interpretationen des „Seelenbegriffs“ bis zur ihrer Neubewertung im Kontext der Entstehung der modernen Naturwissenschaften aufgezeigt, wie auch hermeneutisch rekursiv unter Hinweis auf mythologisch-philologische Quellen und ihrer Ausdeutung für die Genesis der Erkennbarkeit des „Unbewußten“ sichtbar gemacht. Die sich eigenständig etablierte Psychologie, aber insbesondere die Psychiatrie, hat im Zuge der Etablierung eines multifaktoriellen Funktionsbegriffs der „Seele“ unter der Ägide komplexer neurowissenschaftlicher Ein-sichten und Behandlungsmethoden vorerst den Endpunkt verschiedener auf Mehrebenen dysfunktional-asynchron oder funktional-synchron beschreibbarer Parameter seelischen Erlebens, Wahrnehmens, Verhaltens, Imaginierens und Denkens ihrer bewegten Geschichte gesetzt. Anhand der Wiederaufnahme einer phänomenologisch verstehenden „psychologischen Anthropologie“ Helmuth Plessners wird der Vorzug zu einem grundlegenderen Verständnis psychopathologischer „Irrwege“ aufgezeigt.

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Rüdiger Kendziora, geb. 1958, Studium der Philosophie, Soziologie und Psychologie u.a.m. an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn mit Abschluss Magister. Beschäftigt als Archivar der Bundeskunsthalle seit 1997, folgte 2001 das Diplom als Werbetexter. Seit 1999 erscheinen alljährlich in deutschsprachigen Sammelbänden seine Gedichte. Mit drei eigenständigen Gedichtbänden und zwei Monografien vertieften sich seine lyrischen und philosophischen Studieninteressen und Neigungen. Er ist Mitglied der „Gesellschaft für Geistesgeschichte" an der Universität Potsdam und des Nietzsche Forums in München. Das Spektrum seines Forschungsinteresses dient vor allem der Fragestellung wie sich aus geistesgeschichtlicher und philosophisch-anthropologischer Perspektive heraus Wandlungsformen humaner Lebens- und Denkweisen in sozialen Kontexten verstehbar nachvollziehen lassen.