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Die Armee ist ein zentraler Machtfaktor im Staat, militärische Informationen sind grundsätzlich gesetzlich geschützt. Das Militär bildet zudem ein soziales System mit eigenen Normen, Ritualen und Symbolen. Die hierarchische Struktur und das starke Berufsethos prägen das Militär bis heute. Innerhalb dieses Rahmens bildeten sich immer wieder geheime Netzwerke von Militärangehörigen mit abweichenden Verhaltenskodizes. Sie erregten häufig den Verdacht, gegen das eigene Militärsystem oder den Staat gerichtet zu sein. Die Autorinnen und Autoren des Bandes erkunden die Wechselwirkungen zwischen Geheimbundorganisationen, Geheimnisträgern, Verschwörern und dem Militär – von Freimaurern und Illuminaten bis zum Stauffenberg-Kreis.
Open Access
In: Geheime Netzwerke im Militär 1700–1945

Freimaurerei und Militär waren in der englischsprachigen Karibik auf vielfältige Weise miteinander verbunden. Dies geschah insbesondere durch die Verbreitung der Freimaurerei über militärische Logen, welche als Regimentslogen dienten und auch nichtmilitärische Mitglieder aufnahmen und zivile Logen gründeten. Die kontinuierliche Verbreitung der Freimaurerei durch irische Freimaurer im Militär trug zum »Gendering« dieses maskulinen Raumes im karibischen Kontext bei. Der Dienst im Militär und die Mitgliedschaft in einer Freimaurerlage verdeutlichte die Zugehörigkeit zum Empire und verfestigte Begriffe von hegemonialer Maskulinität. Die Untersuchung der Verbindungen von Freimaurerei und Militär zwischen dem Ende des 18. Jahrhundert und dem frühen 20. Jahrhundert zeigt, dass beide, die Freimaurerei und das Militär einen großen Einfluss auf die kulturelle Identität, den Patriotismus und die Loyalität ihrer Mitglieder gegenüber den kolonialen Autoritäten hatten. Dieser Einfluss bestand bis über den Tod hinaus, wie die Epitaphe von einigen Freimaurern, die auf Barbados begraben wurden, belegen.

Open Access
In: Geheime Netzwerke im Militär 1700–1945
In: Geheime Netzwerke im Militär 1700–1945
Author: Gundula Gahlen

Bayerische Offiziere waren zu einem hohen Prozentsatz im Illuminatenorden vertreten, wenngleich sie keine führenden Positionen innehatten. Als Reaktion auf das Wirken des Ordens in Bayern wurde 1790 der Eid gegen geheime Gesellschaften für militärische Funktionsträger verbindlich vorgeschrieben, der eine Mitgliedschaft in geheimen Vereinigungen kategorisch ausschloss. Mit leichten Abwandlungen blieb dieser Eid bis zum Ende der bayerischen Armee 1918 in Kraft. Der Beitrag untersucht das Verhältnis zwischen dem Militär und geheimen Gesellschaften in Bayern, die hieraus resultierenden Unterwanderungsängste sowie die Bedeutung der katholischen Kirche für die Aufrechterhaltung des Verbots. Er stellt den Kontrast zwischen den harten normativen Regelungen gegen Geheimbünde und der milden Verfolgungs- und Strafpraxis heraus und erklärt ihn mit der persönlichen Beziehung zwischen dem König und seinen Offizieren sowie dem Korpsgeist im Offizierskorps.

Open Access
In: Geheime Netzwerke im Militär 1700–1945

In den sächsisch-preußischen Beziehungen war es vor Ausbruch des Siebenjährigen Krieges den beiden Nachbarn noch gelungen, aufkommende Spannungen durch Konfliktmanagement abzubauen. Ein Zollstreit konnte 1728 mit einem Handels-und Freundschaftsvertrag beigelegt werden, den die Potentaten während des Karnevals feierten. Anlässlich dieses Festes wurde, möglicherweise nach russischem Vorbild, die »Societé des antisobres«, ein Trunkbündnis, geschlossen. Diesem gehörte fast die gesamte militärische Elite beider Staaten an, mithin auch das halbe »Tabakskollegium « des preußischen Hofes. Die Statuten des als Geheimgesellschaft konzipierten Bundes sahen regelmäßigen Weinkonsum zur Beziehungsstabilisierung vor. Die vom Militärischen inspirierten Decknamen der Mitglieder sowie gegenseitige Erzählungen über Trunkenheit sind in der diplomatischen Post über mehrere Jahre hinweg anzutreffen. Nach eigenem Bekunden gelang es, durch diese Form der »lukullischen Diplomatie« die Union zu zementieren. Mit dem Generationswechsel sollte die freundschaftliche Verbundenheit jedoch abrupt enden.

Open Access
In: Geheime Netzwerke im Militär 1700–1945

Das Netzwerk vom 20. Juli 1944 war ein geheimes Kommunikationsnetzwerk zwischen zivilen und militärischen Regimekritikern mit dem Ziel, das NS-Regime zu stürzen und einen neuen Rechtsstaat aufzubauen. Während sich einige Teilgruppen bereits ab 1933 in geheimen Strukturen zu organisieren begannen, suchten andere erst Ende der 1930er Jahre oder während der Kriegsjahre nach Verbündeten. Alle Beteiligten waren durch ihr Wissen und ihr Mitwirken an der Attentats- und Staatsstreichvorbereitung in existentieller Weise durch die Gestapo und in letzter Konsequenz durch die NS-Justiz bedroht. Die Geheimhaltung wurde somit zur Voraussetzung für das Vorhaben und prägte die Kommunikationsformen ebenso wie die Struktur und die Funktionalität des Netzwerkes. Die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen wirkten sich außerordentlich hemmend für die effektive Vorbereitung des Umsturzes aus. Viele Beteiligte waren aus Sicherheitsgründen nicht miteinander bekannt. Dennoch gab es unzählige Verbindungen innerhalb und zwischen den einzelnen Gruppen, die häufig eine ausgesprochen hohe Intensität aufwiesen. Das Netzwerk des 20. Juli 1944 war durch eine gewisse Zentralisation geprägt, verfügte jedoch über keine strenge hierarchische Struktur. Die militärinterne Hierarchie – verstärkt durch den Eid zu bedingungslosem Gehorsam – stellte die Verschwörer hingegen vor größere strukturelle Schwierigkeiten.

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In: Geheime Netzwerke im Militär 1700–1945
In: Geheime Netzwerke im Militär 1700–1945

Dieser Artikel untersucht Zusammenhänge zwischen Vergesellschaftungsformen des schwedischen Offizierskorps und seiner Normbildung im späten 18. Jahrhundert. In den 1770er und 1780er Jahren bildete sich der so genannte »Wallhall-Orden« unter Offizieren der finnischen Regimenter der schwedischen Streitkräfte. Dieser Orden diente einerseits einer raffinierten Geselligkeit und Kultivierung von Sitten und Umgangsformen, aber ritualisierte auch symbolische Narrative eines dezidiert schwedischen Patriotismus, der die schwedische Geschichte thematisierte und auf den regierenden Monarchen (Gustav III.) und seiner Dynastie als deren Vollender projizierte. Doch anlässlich des schwedisch-russischen Krieges 1788-1791 wurde die Loyalität des schwedischen Adels auf die Probe gestellt, da man die Gesetzmäßigkeit der Kriegserklärung in Frage stellte. Mehrere Mitglieder des Ordens beteiligten sich an einer gegen den König gerichteten Verschwörung, mit möglichen finnisch protonationalen Untertönen. Daher ist in der Forschung danach gefragt worden in wie weit der Wallhall-Orden diese Entwicklung gefördert haben kann. Im Artikel werden die erhaltenen Rituale des Ordens ausführlich präsentiert und analysiert. Dabei ist es nicht eindeutig möglich einen Kausalzusammenhang zu konstruieren. Das gesamte Ritual mit seiner narrativ-rhetorischen Struktur ist auf den regierenden König (und den Thronfolger) ausgerichtet. Bei der Nicht-Einhaltung hoch stilisierter Erwartungen vertiefte sich die Enttäuschung und spielte einer ohnehin latenten Radikalisierung der Adelsopposition in die Hände.

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In: Geheime Netzwerke im Militär 1700–1945
Author: Deniza Petrova

Das Wirken des konspirativen militärischen Netzwerks in Bulgarien 1886/1887 gestaltete sich in der Spannung zwischen persönlicher Identität, nationalen Prämissen und politischer Loyalität. Gelegentlich harmonierten diese Faktoren miteinander, in dem beschriebenen Fallbeispiel divergierten sie aber in einem so hohen Maße, das dadurch militärischer Korpsgeist, Berufsethos und Loyalität zum eigenen Staat und zum Monarchen als oberstem Befehlshaber ausgehebelt wurden. Die gespaltene Loyalität des bulgarischen Militärs bildete den Ausgangspunkt für die Verschwörung einer Gruppe von Offizieren gegen den bulgarischen Fürsten und deutschen Prinzen Alexander von Battenberg. Zum einen spielte die Vergangenheit der Verschwörer als Mitglieder eines geheimen Netzwerkes, in dem sie erste Erfahrungen im Untergrundkampf und in der Geheimhaltung sammeln konnten, eine wesentliche Rolle. Zum anderen bauten sie eine militärische Karriere auf und wurden von Rebellen gegen staatliche Gewalt zu legitimen Schützern des Staates, um dann sich wiederum gegen den Staat aufzulehnen. Einerseits waren sie – die früheren Kämpfer gegen das Osmanische Reich – bulgarische Patrioten. Andererseits fühlten sie sich ihren russischen Ausbildern und Vorgesetzten verbunden und wurden zu Instrumenten russischer Machtpolitik in Bulgarien. Ihre Loyalität galt Russland und nicht dem bulgarischen Fürsten; diesen sahen sie als ersetzbare Marionette der europäischen Großmächte, welche zur Gefahr für die Allianz mit Russland und hiermit für das Wohl Bulgariens geworden war. In diesem Sinne agierten sie 1886/1887 als loyale Konspiratoren – mit ihrer Identität im geheimen Untergrund verwurzelt, ihrem Vaterland und einem fremden Staat zugleich loyal. Der Putsch und seine Hintergründe verdeutlichen die Komplexität und die Sprengkraft geheimer Netzwerke innerhalb des Militärs. Die trennende Wirkung solcher Gruppierungen entfaltete sich im gespaltenen Identitätskonstrukt, welches das bulgarische Heer in den Jahren unmittelbar nach seiner Entstehung charakterisierte

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In: Geheime Netzwerke im Militär 1700–1945