Norwegische Eisenbahngeographien 1845-1909
Als die Eisenbahntechnologie versprach, Berge zu versetzen, wurden weltweit Geographien ins Wanken gebracht. Nichts schien in Zukunft sein zu müssen, wie es war – auch nicht im Land der Fjorde und der langen Winter.Die Autorin schreibt anhand der norwegischen Eisenbahngeschichte einen Beitrag zur Kulturgeschichte der europäischen Geographie. Sie untersucht, wie Debatten über den Eisenbahnbau Wissen über das eigene Land tradierten, und stellt fest: Geographische Wissensproduktion und politische Willensbildung waren eng miteinander verstrickt. Mit dem Band liegt auch erstmals eine Geschichte der norwegischen Eisenbahn in deutscher Sprache vor.
Über einen Zusammenhang von Endlichkeit und personaler Lebensform des Menschen
AutorIn: Michael Quante
Der Tod prägt die menschliche Lebensform und beschäftigt die Philosophie seit ihren Ursprüngen auf vielfältige Weise. Ein zentraler Diskussionsstrang geht von der Frage aus, ob der Tod für den Menschen ein Übel sein kann. Ist es rational, den Tod zu fürchten, oder geht er uns gar nichts an? Eine zweite Diskussion kreist um den Zusammenhang von Personsein und Wissen um den Tod. Muss ich mich angesichts meines Todes radikal vereinzeln, um mich überhaupt als Individuum erfassen zu können? Welche Rolle spielt die Erfahrung des Todes anderer Menschen hierbei? In beiden Debatten geht es um die Frage, wie wir uns zum Faktum der Endlichkeit unserer menschlichen Existenz verhalten sollten.
Christopher R. Browning and Holocaust Historiography
Reflecting on the work of one of the field’s most influential scholars, the twenty essays in this book explore the evolution and application of Holocaust historiography, identify key insights into genocidal settings and point to gaps in our knowledge of humanity’s most haunting problem.Why do they kill?The publication in 1992 of Christopher R. Browning’s “Ordinary Men” raised crucial, previously unasked questions about the Holocaust: what made the members of a German police battalion – “middle-aged family men of working- and lower-class background” – become mass murderers of Jewish children, women, and men? How does motivation tie in with other factors that prompt participation in the “final solution”? And what can survivor accounts convey about genocide perpetration? Reflecting on the work of one of the field’s most influential scholars, the twenty essays in this book explore the evolution and application of Holocaust historiography, identify key insights into genocidal settings and point to gaps in our knowledge of humanity’s most haunting problem.
Methoden der Beheimatung in Hessen, Baden-Württemberg und Westfalen (1945-1985)
AutorIn: Sebastian Hösch
„Heimat“ ist in aller Munde. Was aber konkret damit gemeint ist, wenn von Heimat die Rede ist, wird in der Regel nicht gesagt. Die Erarbeitung einer Definition ist aber unabdingbar, wenn es um mehr gehen soll als um einen Bezug zu einem Ort oder zu einem geografischen Raum.
Dieser Band vergleicht anhand von fünf heimatorientierten Festen die unterschiedlichen Visionen von Heimat und behandelt die vielfältigen Versuche, diese Visionen umzusetzen. Analog zu den Konjunkturen des Heimatbegriffs setzt die Untersuchung in den Anfangsjahren der Bundesrepublik an und führt bis in die 1980er Jahre.
Im Mittelpunkt stehen neben den Fragen nach Form und Wirkung auch die nach dem gesellschaftlichen Umfeld und den Motiven der Organisatoren.
Selbstdarstellung und Rezeption der Berliner Republik in Frankreich seit 1990
AutorIn: Jean-Samuel Marx
Die Wiedervereinigung veränderte Deutschland nicht nur im Inneren, sondern wirkte sich auch in hohem Maße auf die deutsche Stellung in Europa und in der Welt aus. Die neuen Rahmenbedingungen sowie der Generationswechsel in der Politik führten in den Folgejahren zu einer Veränderung der deutschen Selbstdarstellung. All dies blieb nicht ohne Folgen auf ihre Wahrnehmung im Ausland. Der promovierte Historiker Jean-Samuel Marx untersucht in diesem Band die Selbstdarstellung und die Rezeption des wiedervereinigten Deutschlands in Frankreich seit 1990. Dabei arbeitet er heraus, anhand welcher Faktoren diese Entwicklungen zu erklären sind und inwiefern die Selbstdarstellung der Bundesrepublik und ihre Rezeption miteinander korrelieren.
New Perspectives in a New Era
HerausgeberIn: Sarah K. Danielsson
In the #MeToo era, the scourge of sexual violence in society has come into new focus. It has become clear that women and men have been, and are, victimized to an extent that many had previously not realized. But this invisibility has largely been aided by a history of silencing victims and of impunity for perpetrators. Wartime and military sexual violence has similar patterns of invisibility, silence and impunity. Furthermore, sexual violence in wartime and beyond is a phenomenon that cannot be divorced from broader social, economic and political issues. It is this dual focus on sexual violence itself and its contexualization that lies at the heart of this volume. This volume probes new directions in understanding sexual violence during conflict, as well as analyzing ethnicity, masculinity and their relationships to sexual violence.
Was ist das Fundament und was der letzte Sinn unserer Wirtschafts- und Sozialordnung? 70 Jahre soziale Marktwirtschaft laden dazu ein, ihre christlich-sozialethische Grundierung wieder neu in den Blick zu nehmen.
200 Jahre nach der Geburt von Karl Marx und 10 Jahre nach der Finanzkrise sind die Fragen nach einer gerechten Gestaltung des Wirtschaftssystems von bleibender Aktualität. Aus der Perspektive katholischer Soziallehre gibt es keine ausbuchstabierte christliche Ökonomie. Auf der Grundlage ihrer Prinzipien ist allerdings nur ein Wirtschaftsmodell vertretbar, das gleichermaßen freiheitlich wie auch gerecht und solidarisch ausgestaltet ist. Die Frage nach den ethischen Grundlagen einer Marktwirtschaft, die das Prädikat „sozial“ trägt, soll hier neu gestellt werden. Dieser Band gibt darauf Antworten aus der Perspektive der Christlichen Sozialethik und der Moraltheologie.
Jüdisch-christliche Transformationen
HerausgeberInnen: Norbert Otto Eke und Angelika Strotmann
Die vielfältigen Transformationen der Bibel in Vergangenheit und Gegenwart werden exemplarisch an jüdischen und christlichen Transformationen der Davidfigur und des Opfermotivs diskutiert.
Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes verstehen biblische Transformationen als Veränderungsprozesse von Referenzbereich und Aufnahmebereich, die in der Bibel selbst beginnen. Die im Anschluss an Untersuchungen innerbiblischer Transformationsprozesse behandelten literarischen, musikalischen und (religions-)didaktischen Transformationen von Davidfigur und Opfermotiv reichen vom Hochmittelalter bis in die Gegenwart und berücksichtigen Texte und Musikstücke jüdischer wie christlicher Provenienz. Gerade die Spannung zwischen zwei Narrationen mit anscheinend nur wenig Gemeinsamkeiten ermöglicht einen Blick auf die Unterschiede von Transformationsprozessen biblischer Figuren und Motive.
Untersuchungen zur Verhältnisbestimmung von Einheit und Mannigfaltigkeit in der literarischen Romantik
Einheit der Romantik? Was die Ganzheitlichkeit der romantischen Literatur im Widerspiel von Ich und Welt ausmacht – Einsichten in eine zentrale Problematik der Moderne.Die Studie erkundet die literarische Romantik als einheitliches Phänomen und differenziert dabei die romantische Dichtung von sogenannten Romantischen Philosophien und Spezialdisziplinen, setzt aber zugleich den Komplex der Problemlagen um 1800 in Beziehung zur metaphysisch-erkenntnistheoretischen Entwicklung des 18. Jahrhunderts. Zentral ist hierbei das von der Romantik aus der Aufklärung übernommene Verständnis der Einheit in der Mannigfaltigkeit.
Drei Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges veröffentlichte Papst Benedikt XV. eine Friedensnote, mit der er den kriegführenden Nationen einen Weg aus dem „allgemeinen Wahnsinn“ weisen wollte. Der Sammelband würdigt diese halb vergessene Friedensinitiative.Die Beiträge von Historikern, Theologen und Kirchenhistorikern loten die Realisierungschancen der päpstlichen Initiative aus und fragen nach ihren unmittelbaren Folgen. Zugleich gehen die Aufsätze der Frage nach, inwiefern das Engagement Benedikts XV. in der Kontinuität einer vatikanischen Friedensethik zu sehen ist.