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Eine Skizze zur Verbindung von Pneumatologie und Soteriologie
Geistvergessenheit wird der Lehre von der Erlösung, der Soteriologie, vorgeworfen. Dieses Problem behandelt die Studie von Frank Ewerszumrode. Sie zeigt, dass auch der Heilige Geist Erlöser genannt werden muss.

Soteriologie behandelt oft ausschließlich den Kreuzestod Jesu Christi. Diese Perspektive wird mit der altkirchlichen Vergöttlichungslehre von Athanasius von Alexandrien und der Freiheitstheorie von Thomas Pröpper geweitet. So entsteht ein Konzept, das von der Wurzel her trinitarisch operiert und damit das Wirken Jesu Christi und des Heiligen Geistes angemessen berücksichtigt. Komplexe und anspruchsvolle Gedankengänge werden transparent und klar dargestellt sowie in Zwischenfaziten zusammengefasst. Damit leistet die Studie einen Beitrag zur Klärung von Grundfragen der Soteriologie und Pneumatologie. Zugleich bietet sie damit eine zeitgemäße und kommunikable theologische Begrifflichkeit.
Eine komparative Verhältnisbestimmung des Liebesbegriffs bei Hans Urs von Balthasar und des Leerheitsbegriffs bei Daisetsu Teitarō Suzuki
Author: Daniel Rumel
Das Gespräch zwischen Buddhismus und Christentum gelangte an fast allen Punkten seiner älteren und jüngeren Geschichte an einen zentralen Konfliktpunkt: Der christliche Gott der Liebe schien dem buddhistischen Begriff der absoluten Leerheit jeder Person bisher immer unvereinbar gegenüberzustehen.
Die vorgelegte Studie unterzieht diese Ansicht einer eingehenden Lektüre, indem anhand zweier, den jeweiligen Diskurs leitend prägender Autoren die Begriffe von Liebe und Leerheit tiefenanalytisch ausgearbeitet und ins Verhältnis gesetzt werden.
Analysen im Schnittfeld von Lehrerbildung, Professionswissen und Professionspolitik
Die vorliegende Untersuchung präsentiert die Ergebnisse eines DFG-Projekts zur Professionalisierung des Religionslehrerberufs in der Bundesrepublik Deutschland (1945–1990). Drei Aspekte stehen im Fokus: die Ausbildung von Religionslehrkräften, die Transformation des über Lehrbücher und Zeitschriften zugänglichen Professionswissens und die professionspolitischen Auseinandersetzungen in Verbänden und Gremien. Indem die Untersuchung diese Perspektiven zusammenführt und gegenwartsorientiert verdichtet, bildet sie eine Basis für eine tragfähige Professionalisierung von Religionslehrkräften in der Gegenwart.
Perspektiven für eine kulturwissenschaftlich-gedächtnistheoretische Hermeneutik
Die Entstehung des Johannesevangeliums ist weiterhin ein umstrittenes Thema in der Johannesforschung. Das betrifft insbesondere die Formation des Schlusskapitels Joh 21, die kontrovers diskutiert wird.
Ausgangspunkt dieser Studie ist das in den 1990er Jahren in Zürich konzipierte literaturwissenschaftliche Relecture-Modell, das mit kulturwissenschaftlich-gedächtnistheoretischen Erkenntnissen über Prozesse kollektiver Vergangenheitsbildung ins Gespräch gebracht wird. Dabei entsteht eine neue hermeneutische Perspektive auf den Text und seine Entstehung, deren Ertrag am Beispiel von Joh 21 expliziert wird. Die Untersuchung leistet damit einen Beitrag zur hermeneutischen Reflexion innerhalb der Johannesexegese und verbindet unterschiedliche innovative Ansätze zu einer neuen These für die Entstehung des Johannesevangeliums.
Geschichte, Rahmenbedingungen, Perspektiven
Author: Marina Kiroudi
Erstmals widmet sich eine Arbeit dem orthodoxen Religionsunterricht in Deutschland in einer so umfassenden Weise, die ihn als ordentliches Lehrfach in seinen verschiedenen Dimensionen untersucht und ihn historisch, rechtlich, religionspädagogisch und -didaktisch als dem deutschen Schulsystem innewohnenden Teil erforscht.
Die ihn historisch prägenden Faktoren der sogenannten Diasporasituation der Orthodoxen Kirche im Land und die rechtlich vorgegebenen Rahmenbedingungen werden in Verbindung mit dem orthodoxen Religionsunterricht in der schulischen Praxis betrachtet. Differenzen und Herausforderungen werden kenntlich gemacht und dadurch Ansätze für Perspektiven zur Verbesserung der Unterrichtsqualität, in der die Lehrerbildung einen wichtigen Teil einnimmt, aufgezeigt. Qualität und Status des Unterrichts wird als bedeutsam für seinen Integrationsbeitrag in der deutschen Gesellschaft wahrgenommen.
Karrieren eines Schriftstellers im "Dritten Reich"
Blick ins Buch

Schriftsteller, NS-Funktionär, Kriegsberichterstatter, Drehbuchautor: Der Südtiroler Anton Graf Bossi-Fedrigotti (1901–1990) kletterte die Karriereleiter im nationalsozialistischen Deutschen Reich weit nach oben. Als Angehöriger des österreichisch-südtirolischen Adels wurde er 1918/19 zum desillusionierten Kriegsverlierer, später vom italienischen Soldaten zum engagierten Nationalsozialisten und einflussreichen Vermittler zwischen Südtirol und der NSDAP. Nach seiner Flucht aus Italien 1928 wurde ihm seine Heimat Südtirol ein „urdeutsches Land“, dessen Geschichte er literarisch für völkisch-ideologische Zwecke instrumentalisierte. Früh wechselte er auf die erfolgversprechende Seite und diente sich höchsten NS-Vertretern an. Als Kriegsberichterstatter des Auswärtigen Amtes erlebte er den Zweiten Weltkrieg an verschiedenen Fronten und beteiligte sich aktiv am rasseideologischen Vernichtungskampf. 1945 bedeutete kein Karriereende für Bossi-Fedrigotti: Ein dichtes Netz aus Weggefährten, NS-Sympathisanten und rechtsextremen Verlagen fing ihn auf. Vom Land Tirol mit einem Orden geehrt, publizierte er bis 1990 ideologisch belastete Texte – darunter nicht wenige für Kinder und Jugendliche.
König im großen Welttheater
Hinter die Kulissen des Lebens Ludwigs XIV. schauen, eines Monarchen, mit dem sich so viele Klischees verbinden, und einen Eindruck vom „wahren“ Leben hinter dem roten Samtvorhang vermitteln – das will die Biographie von Sven Externbrink.
Ausdrücklich richtet sich dieses Buch nicht nur an Fachhistoriker, sondern bringt auch dem historisch interessierten Laien eine sehr ferne und fremde Epoche nahe. Dabei bricht die Biographie mit der traditionellen chronologischen Darstellung eines Lebens, beginnend mit der Geburt und endend mit dem Tod. Statt dessen blicken wir aus verschiedenen Perspektiven auf den Sonnenkönig – beginnend erstens mit seiner Person, zweitens mit dem Blick auf Zeitgenossen, Untertanen, Monarchie und Ludwigs Regierung, drittens auf Ludwig und Europa. Eingeschoben werden „Miniaturen“, in denen aus nächster Nähe Schlüsselereignisse seines Lebens thematisiert werden. Wie kaum ein anderer Monarch vor ihm in Europa hat Ludwig XIV. die Kunst in den Dienst der Monarchie gestellt. In der Person Ludwigs tritt dem Leser daher auch ein „Künstler“, und zwar ein „Schauspieler“ entgegen, der zeitlebens die Rolle des Königs gespielt hat, als Schauspieler auf der Bühne der Welt und des Lebens.
Latvians in the West after World War II
Author: Andrejs Plakans
The book is a group biography of the 175,000+ Latvians who fled their homeland during the final year of World War II (1944–45), lived until 1951 as refugees in Sweden and Germany, and then dispersed to other countries throughout the world.
The post-1945 history of these Latvians includes a description of their lives in ‘displaced person’ camps in post-war Germany, dispersion in the 1949–1951 years, resettlement in new host countries in Europe and overseas, strategies of adaptation to the new circumstances, organizational efforts, acculturation and assimilation, measures of cultural and linguistic preservation, renewal of contacts with the old homeland, generational change and disagreements, political mobilization, changes in personal and group identity, and, after 1991, the inclusion by the Latvian government of the descendants of this post-war population into a formally designated ‘Latvian diaspora’ (Diaspora Law, 2019).
Geschichte vom Mittelalter bis zum Ende des Alten Reiches
Westfalen war bis zur industriellen Revolution eine Landschaft der Klein- und Mittelstädte. Heinrich Schoppmeyers umfassende Darstellung bietet erstmals einen Überblick zu Entstehung und Wandel der über 200 Städte Westfalens von ihren Anfängen bis 1806.
Die Schilderung der breiteren historischen Zusammenhänge wird mit konkretisierenden Kapiteln zu einzelnen Städten verbunden. Zur Sprache kommen alle wesentlichen regional- und stadtgeschichtlichen Aspekte: der Gedanke der ständischen Freiheit für alle Stadtbürger, die Integration der westfälischen Städte in teils geistliche, teils weltliche Territorien und die Sonderstellung der Reichsstadt Dortmund, die städtische wirtschaftliche Basis und der Warenaustausch innerhalb Westfalens, die Vermittlungsfunktion zwischen dem Rheinland und dem Nord- und Ostseeraum sowie die spätere Bedeutung der westfälischen Städte als Hinterland des niederländischen Wirtschaftsraums.
Buriat Buddhists in Imperial Russia
The book systematically explores the history of the Buddhist community in the Russian Empire. It offers an advanced overview of the relations that existed between the Buriat Buddhists and the Russian imperial authorities.
Various institutions and actors represented Russian power: foreign and interior ministries, the Irkutsk general-governorship, the Orthodox Christian mission of East Siberia, local journalists and academic scholars. The book is focussing especially on the evolution of imperial legislation and specific administrative mechanisms aiming at the regulation of Buddhist affairs. The author demonstrates how these actors responded to conflicting situations and collisions of interests. Thus the history of relations between Russia and her Buddhist subjects is shown as a complex process with participation of a number of actors with their own interests and motivations.