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Erinnerungen eines Juristen vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik Deutschland
Paulus van Husen (1891–1971), Jurist und Staatsdiener, hat Erinnerungen hinterlassen, die ein ereignisreiches Leben dokumentieren: als preußischer Staatsbeamter, Mitglied der Völkerbundkommission für Oberschlesien, Richter am Preußischen Oberverwaltungsgericht und Reserveoffizier im Oberkommando der Wehrmacht. Als Mitglied des Kreisauer Kreises nach dem 20. Juli 1944 verhaftet, überlebte er nur durch glückliche Fügung. 1945 zählte er zu den Mitbegründern der CDU in Berlin und war von 1949 bis 1959 als Präsident des Oberverwaltungsgerichts sowie des Verfassungsgerichtshofs höchster Richter des Landes Nordrhein-Westfalen. Van Husen wuchs im Kaiserreich auf. Die katholische Lebenswelt im westfälischen Münster prägte ihn nachhaltig. Sein Lebensweg führte von dort über die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs nach Oberschlesien und im Dritten Reich nach Berlin. Zu Beginn der Bundesrepublik kehrte er in seine Heimatstadt zurück. Der Einblick in dieses bewegte Leben ist außergewöhnlich lehrreich und gleichzeitig vergnüglich, weil van Husen in Fragen von Politik, Gesellschaft und Kirche sehr selbstbewusst klare, pointierte Positionen bezieht. Seine autobiographischen Erinnerungen spiegeln mehr als ein halbes Jahrhundert deutscher Zeitgeschichte aus der Sicht eines engagierten Katholiken wider.
Kirche, Politik und Gesellschaft im geteilten Deutschland 1945-1963
Author: Martin Greschat
Translator: Bundespresseamt
Die erste zusammenfassende Darstellung der Rolle, des Einflusses und des Selbstver-ständnisses des Protestantismus in beiden deutschen Staaten von 1945 bis zum Be-ginn der sechziger Jahre. Den Ausgangspunkt der Darstellung bildet der tief greifende ideologische und politische Gegensatz zwischen den USA und der UdSSR. Aus dieser Rivalität resultierten die Gründung zweier deutscher Staaten und ihr jeweiliger Aufbau mitsamt der kontrollierenden Begleitung durch die Siegermächte. Innerhalb dieses Rahmens bewegte sich der Protestantismus, im Osten wie im Westen Deutschlands. Er trug mit Zustimmung, aber auch mit Widerspruch zur Formung der Bundesrepublik wie der DDR bei. Erstmals werden hier sein Einwirken auf die Vor-gänge in beiden deutschen Staaten geschildert, sein gemeinsames kirchliches, politi-sches sowie gesellschaftliches Agieren und schließlich die zunehmende Konzentration auf die Herausforderungen, die sowohl seitens der Bundesrepublik als auch der DDR an ihn gestellt wurden. Dabei handelte es sich um einen ausgesprochen komplexen und spannungsreichen Prozess: Denn der Protestantismus gehörte in den fünfziger Jahren zu den entschiedensten Anwälten der Wiedervereinigung Deutschlands, er för-derte aber durch seine Bemühungen um das konkrete Wohl der Menschen unter den jeweiligen politischen Bedingungen die Herausbildung getrennter Entwicklungen. Auf diesem Hintergrund zeichnet das lebendig geschriebene Buch ein Bild der an Gemeinsamkeiten wie auch Konflikten und Widersprüchen reichen, keineswegs steri-len fünfziger Jahre in der Bundesrepublik und in der DDR.
Biographisches Lexikon der Sekretäre der Landes- und Bezirksleitungen, der Minister-präsidenten und der Vorsitzenden der Räte der Bezirke 1946 bis 1989
Das erste komplette Nachschlagewerk über das regionale Funktionärskorps der SED zwischen der Gründung im April 1946 und dem faktischen Ende der Partei im Dezember 1989. Das Lexikon bietet 543 Kurzbiographien der 1. und 2. Vorsitzenden der Landesvorstände bzw. 1. und 2. Sekretäre der Landesleitungen der SED, der Ministerpräsidenten der Länder und der hauptamtlichen Sekretäre der Bezirksleitungen und der Gebietsleitung Wismut sowie der Vorsitzenden der Räte der Bezirke mit Angaben zu ihrer Herkunft, ihrer beruflichen und politischen Entwicklung, ihren Funktionen sowie zu ihrem weiteren Werdegang nach 1989/90. Ein aufschlussreiches Werk zu Kontinuität und Wandel sowie Erfolg und Misserfolg der Kaderpolitik der SED-Führung.
Friedenspolitiker und Nationalist
Author: Tamar Amar-Dahl
Der Weltpolitiker Shimon Peres gehört zu den außergewöhnlichsten und kontroversesten Figuren des Zeitgeschehens: Der »ewige Politiker« prägte das zionistische Projekt sowie die israelische Politik und Geschichte seit den 1950er Jahren bis heute wie kein anderer. Ebenso souverän wie scharfsinnig schildert und deutet die Autorin ein scheinbar widersprüchliches Leben: Der Friedensnobelpreisträger ist zugleich Vater der israelischen Atomstreitmacht; der Zivilpolitiker prägte das militarisierte Israel; der »Mann des Friedens« steht für Israels Tragik der Friedensunfähigkeit. Peres’ politischer Werdegang erzählt die Geschichte der Durchsetzung des Zionismus und gleichzeitig seines Scheiterns; er verkörpert das politische Ringen um Sicherheit und Legitimität, verrät aber ein Israel, das eine politische Lösung mit den Palästinensern längst aufgegeben hat. Auf der Grundlage auch kaum bekannter Quellen wirft diese intellektuelle Biographie ein neues Licht auf die politische Kultur Israels und auf einen der schwierigsten Konflikte des 20. und 21. Jahrhunderts.
Eine transnationale Beziehungsgeschichte
Auf der Suche nach dem Jerusalem Litauens - Begegnungen in New York, Tel Aviv und Vilnius.
In der allgemeinen Wahrnehmung endet die Geschichte der osteuropäischen Juden mit dem Holocaust. Die vorliegende Studie stellt hingegen ihre facettenreiche Nachkriegsgeschichte in den Mittelpunkt. Sie folgt den Vilner Überlebenden auf dem Weg aus dem sowjetischen Vilnius über die Transit-Stationen in Polen und den DP-Lagern bis in die Aufnahmeländer - und kehrt schließlich zurück in die litauische Hauptstadt, wo erst 1991 wieder eine jüdische Gemeinde gegründet wurde. Indem sie osteuropäisch-jüdische Geschichte, Migrationsforschung, Erinnerungstheorie und empirische Kulturwissenschaft verbindet, bringt sie uns eine vielschichtige Lebenswelt jenseits des Shtetl-Klischees nahe und entwirft ein differenziertes Bild jüdischer Kultur-, Erinnerungs- und Trauerarbeit.
Das kriegsgediente Offizierkorps der Bundeswehr und die Innere Führung 1955-1970
Author: Frank Pauli
Bei der Aufstellung der Bundeswehr 1955 griff die Bundesregierung auf 13.000 Wehrmachtsoffiziere zurück, von deren Führungs- und Kampferfahrungen im Zweiten Weltkrieg sich auch die NATO eine entscheidende Stärkung der Verteidigung Westeuropas versprach. Die Rol-le dieser Offiziere in der Truppenführung der neuen Armee untersucht dieses Buch. Der Autor konzentriert sich auf die Konzipierung und Durchführung der Inneren Führung, des Instruments für die Integration der Bundeswehr in die junge Demokratie. Ein homogenes kriegsgedientes Offizierkorps existierte nicht. Es gab noch von der Reichswehr geprägte Offiziere, es gab Offiziere, die zwischen 1933 und 1939 ausgebildet worden waren, und es gab die 'Kriegs'-, 'Volks'- und 'Tapferkeitsoffiziere' der Jahre 1939–1945. Ihr unterschiedlicher Erziehungs- und Erfahrungshintergrund führte zu unterschiedlichen, gruppenspezifischen Verhaltensweisen bei Aufstellung und Führung der ihnen unterstellten Truppenteile. Der Autor entwickelt aus seinen Befunden ein anschauliches Bild des mentalen Gefüges der Gründergeneration der Bundeswehr vor dem Hintergrund der Inneren Führung.
Briefe und Aufzeichnungen. Gespräche, Interviews, Reden. Band I: Oktober 1963 - September 1965, Band II: September 1965 - April 1967
Die beiden neuen Bände der 'Rhöndorfer Ausgabe' sind dem letzten Lebensabschnitt Konrad Adenauers gewidmet: vom Ausscheiden aus dem Kanzleramt am 15. Oktober 1963 und dem Wechsel zu Ludwig Erhard bis zum Tod des 91jährigen Staatsmannes am 19. April 1967, wenige Monate nach der Bildung der ersten Großen Koalition am 1. Dezember 1966. Die ganz überwiegend unveröffentlichten Briefe und Gesprächsaufzeichnungen werden durch Reden, Aufsätze und Interviews ergänzt. Die 464 Dokumente vermitteln einen möglichst vollständigen Eindruck der vielfältigen Aktivitäten Adenauers auch in diesen Jahren. Amtierte er doch bis 1966 weiterhin als CDU-Vorsitzender; dem Bundestag gehörte er bis zum Lebensende an. Einen besonderen Schwerpunkt der Edition bilden die Unterlagen zu den vierbändigen Erinnerungen Adenauers, die ab 1965 in rascher Folge erschienen, die letzten beiden posthum. Ins Blickfeld rücken auch seine letzten großen Auslandsreisen: Frankreich (1964, 1966 und 1967), Israel (1966) und Spanien (1967), die dabei geführten Unterredungen – mit de Gaulle, mit Ben Gurion und Franco – und die in Paris, Jerusalem und Madrid gehaltenen großen Ansprachen, auch die am 16. Februar 1967, als sich der 'Staatsmann der Sorge' (Golo Mann) in Madrid kurz vor seinem Tod vermächtnishaft von der internationalen Öffentlichkeit verabschiedete.
Kommunale Gebiets- und Funktionalreformen in der Bundesrepublik Deutschland in historischer und aktueller Perspektive
Demografische und wirtschaftliche Veränderungen haben in der Bundesrepublik immer wieder zu weitreichenden kommunalen Neuordnungen geführt. Historiker und Juristen, Wissenschaftler und Praktiker vergleichen Ziele, Umsetzung sowie politische und gesellschaftliche Folgen der Reformen der 1960er/1970er Jahre. Vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher Veränderungen liefert die Geschichte der Gebiets- und Funktionalreformen ein anschauliches Beispiel für den Konflikt zwischen staatlichem Planungsdenken und bürgerschaftlichen Partizipationsansprüchen sowie für die andauernde Aktualität des Themas 'Effizienz versus Legitimität'.
Dokumente zur Geschichte des Lagers, seiner Häftlinge und Bewacher
Eine unverzichtbare Ergänzung und Vertiefung der gleichnamigen Darstellung der Autoren über eines der am längsten bestehenden Lager des 'Archipels GULag', des 'Besserungsarbeitslagers' in der Umgebung der Stadt Karaganda in Kasachstan. Annähend 800.000 Häftlinge mussten von seiner Gründung bis zur Schließung Zwangsarbeit im Karagandinsker Lagerkomplex leisten. Anfang 1940 existierten hier auf einem Territorium von 17.000 km2 mehr als 22 einzelne Produktionsabteilungen und über 200 Produktionspunkte. Der Band bietet eine repräsentative, kommentierte Auswahl von 119 Dokumenten, die die Geschichte des Lagers aus Sicht der Lageradministration zeigen: Befehle der Kommandanten des KARLag und Befehle der Kommandanten der für das Lager typischen Haft- bzw. Produktionsabteilungen.
Religion, Gesellschaft und Modernisierung in der Erzdiözese München und Freising
Author: Michael Fellner
Bayern gilt bis heute als die typisch katholische Region Deutschlands. Erstaunlich wenig ist indes über die Geschichte des bayerischen Katholizismus nach 1945 bekannt. Erstmals liegt nun eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung über Tradition und Wandel der katholischen Kirche in Bayern bis in die 1960er Jahre vor. Von den Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderung und Modernisierung blieben Kirche und Katholiken keineswegs unberührt. Der Wandel der traditionsgebundenen katholischen Lebenswelt vollzog sich in Stadt und Land jedoch sehr unterschiedlich. Der Autor untersucht dies am Beispiel des ländlichen Kreises Ebersberg, der Tourismusregion Berchtesgaden und der Großstadt München. Er kann zeigen, wie Moderne, religiöse Alltagskultur und Seelsorge jeweils aufeinander wirkten. Deutlich wird eine bemerkenswerte Symbiose von bewusster Bewahrung der katholischen Kirchentradition und modernem Bayern, die dem bayerischen Katholizismus trotz aller nachlassenden Bindekraft in den folgenden Jahrzehnten gesellschaftlichen Umbruchs und konziliarer Veränderungen relativ große Stabilität verlieh. Fellners Studie liefert einen wichtigen Beitrag zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte Bayerns und der Bundesrepublik der Ära Adenauers.