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Die Erschaffung des perfekten Sozialisten
Author: Daniel Bultmann
»Um eine neue Gesellschaft errichten zu können, müssen neue Menschen erschaffen werden« – so der Slogan der Roten Khmer. Daniel Bultmanns Buch zeichnet die Ursprünge der Bewegung unter Pol Pot, die Maßnahmen zur Umformung des Staates, die Ursachen für die Eskalation der Gewalt und das Nachleben der Kommunistischen Partei Kambodschas nach.
Die Revolution der Roten Khmer gilt als eines der brutalsten und radikalsten Staatsverbrechen des 20. Jahrhunderts. Unter ihrer Herrschaft starben zwischen 1975 und 1979 nach Schätzungen etwa zwei Millionen Menschen. Das Ziel war die Umsetzung eines sozialistischen Programms, an dessen Ende ein egalitärer Arbeiter- und Bauernstaat stehen sollte. Die Roten Khmer planten aber nicht nur eine Neuordnung der Gesellschaft, sondern auch die Umformung der intimsten Gedanken und Wünsche ihrer Untertanen. Zwangsarbeit, Indoktrination, Selbstkritikstunden sowie ein System von Sicherheits- und Umerziehungslagern sollten den perfekten Sozialisten hervorbringen. Der Autor legt nach langjähriger Beschäftigung mit der Thematik erstmals eine fundierte Geschichte der Revolution der Roten Khmer vor und zeigt, dass der vermeintliche »Steinzeitkommunismus« auch auf ausgeklügelte und höchst moderne Unterdrückungstechniken zurückgriff.
Beziehungen und Begegnungen 1945–2017
Der reich bebilderte Band zur gleichnamigen Wanderausstellung widmet sich der gegenseitigen Wahrnehmung von Briten und Westfalen. Denn die Briten haben Westfalen verändert. Sie kamen als Sieger, Befreier, Besatzer. Sie führten demokratische Strukturen ein und gründeten das Land Nordrhein-Westfalen.
Die dauerhafte Anwesenheit der Briten in Westfalen als Stationierungsstreitkräfte der NATO ermöglichte Begegnungen zwischen Deutschen und Briten – im offiziellen und im privaten Rahmen. Aber auch das Alltagsleben in den britischen Garnisonen wird beleuchtet, samt den unvermeidlichen Konflikten zwischen Militär und Zivilgesellschaft. Zudem nehmen die Autoren das zukünftige Erbe denkmalgeschützter Kasernen, Siedlungen sowie die Perspektiven für die ehemaligen Truppenübungsplätze in den Blick, prägen sie doch die Region mit.
Die konkreten Geschicke der deutschen Minderheit im sozialistischen Polen lagen über lange Zeit im Dunkeln. Die Beiträge im vorliegenden Band bieten erste Schritte zur Schließung dieser Wissens- und Forschungslücke.
Mit besonderem Fokus auf den ehemaligen deutschen Ostgebieten werden die Wahrnehmung der deutschen Minderheit seitens der neuen Machthaber, deren Politik in Bezug auf diese Bevölkerungsgruppe, Propaganda und Unterdrückungsmaßnahmen dargestellt. Auch Fragen der Kultur- und Bildungspolitik sowie die Rolle der deutschen Minderheit in den deutsch-polnischen Beziehungen werden beleuchtet.
Das Tagebuch des Monsignore Paul Adenauer 1961–1966
Das jüngst erst entdeckte Tagebuch Paul Adenauers gibt neue, unbekannte Einblicke in die Politik seines Vaters Konrad Adenauer in der Endphase seiner Zeit als Kanzler und CDU-Parteivorsitzender.
Nach dem Mauerbau und der Bundestagwahl im Jahr 1961 tobt ein heftiger Streit um Adenauers vierte Kanzlerwahl. Sein Sohn beobachtet während dieser Zeit den Vater zu Hause in Rhöndorf. Er beschreibt das Ringen mit Ludwig Erhard als Nachfolger um Kanzleramt und CDU-Parteivorsitz. Damit wird der Sohn zum Zeitzeugen und Chronisten des allmählichen Machtverlustes.
Zermürbt vom Zwist mit der FDP, liebäugelt Adenauer mit der SPD; mit der eigenen Partei geht er hart ins Gericht. Wahlen lassen Adenauers Kampfgeist immer wieder aufflackern. Es gilt, Kurs zu halten in den Krisen der europäischen Einigung, in dem Verhältnis zu de Gaulle und dem transatlantischen Streit um die deutsche Atompolitik. Aber auch der gesellschaftliche Wandel und das materialistische Denken treiben ihn um. Adenauers Sorge gilt dem politischen Erbe, das der Gründungskanzler Deutschland hinterlassen will.
Der 9. Mai 2015 im postsozialistischen Europa
Der 9. Mai ist der weltweit wahrscheinlich am breitesten zelebrierte Kriegsgedenktag und vor allem in Russland, den ehemaligen Sowjetrepubliken und Ländern mit großen russischsprachigen Bevölkerungsanteilen ein Volks- und Familienfest.
Der 2015 gefeierte 70. Jahrestag des Kriegsendes 1945 war mit besonderer Emotionalität aufgeladen. Das Buch liefert eine Biographie dieses Tages, beschreibt Nachleben und Verwandlungen der sowjetischen Festkultur, Initiativen wie das »Unsterbliche Regiment« in Russland, den Kampf um das Kriegsgedenken in der Ukraine und anderen postsozialistischen Staaten. Aber auch die liberale und linke Kritik an der »Vereinnahmung« des 9. Mai durch die russische Staatsführung oder die Bedeutung dieses Tages für das Selbstverständnis der russischsprachigen Minderheiten von Estland bis Deutschland werden betrachtet.
Die UdSSR in Afghanistan 1979 – 1989
Der sowjetisch-afghanische Krieg war einer der blutigsten Konflikte des Kalten Krieges. Afghanistan wurde nicht nur zum Schlachtfeld der sowjetisch-amerikanischen Systemkonkurrenz, sondern war auch ein Ort der mehr oder minder gewaltsamen Begegnung zwischen »modernen« Sowjets und »rückständigen« Afghanen.
Die Autorinnen und Autoren greifen die wechselseitigen Wahrnehmungen und Kriegserfahrungen auf und spüren den Folgen des Konflikts für Staat und Gesellschaften in beiden Ländern nach. Sie dekonstruieren Mythen, die sich bis heute um den Konflikt ranken, und betrachten das spannungsvolle Verhältnis zwischen der offiziellen Geschichtspolitik in Russland und den Erinnerungen der – oftmals traumatisierten – Veteranen an diesen unpopulären Krieg.
Nach einer kurzen Phase der Öffnung der russischen Archive in den 1990er Jahren ist die zentrale Überlieferung zum sowjetischen Afghanistankrieg in Putins Russland wieder unter Verschluss. Die Beiträge erschließen jedoch bislang vernachlässigte Quellenbestände wie Internetforen, Interviews, Bildquellen, Lieder und Memoiren. Dabei wird auch gefragt, welches Potential diese Quellentypen haben und mit welchen methodischen Herausforderungen ihre Erschließung verbunden ist.
Fritz Sternberg – Wissenschaftler, Vordenker, Sozialist
Der marxistisch inspirierte freiheitliche Sozialismus von Fritz Sternberg (1895–1963) hat uns heute noch viel zu sagen. Die Lektüre passt in eine Zeit, in der sich grundlegende Zukunftsfragen erneut stellen.
Seine Entwicklung eines freiheitlichen Sozialismus steht in der Tradition des radikalen Reformismus, für den Marxsche und andere Analysen der Arbeiterbewegung eine undogmatische Grundlage bilden.
Dieser Band versammelt renommierte Autoren, die die bisher zu wenig rezipierten Texte Fritz Sternbergs neu gelesen haben und zahlreiche Bezüge zu heutigen Debatten um eine linke Politik von Gerechtigkeit, Emanzipation und Demokratie herstellen. Der Sammelband enthält Texte von Helga Grebing, Marcel van der Linden, Thilo Scholle, Richard Saage, Klaus-Jürgen Scherer, Terence Renaud, Nikolas Dörr und Bernd Rudolph sowie einen umfangreichen Dokumententeil.
Slowenische Deutschland-Migrationen im 19. und 20. Jahrhundert
Nur Wenige wissen, dass im 19. und 20. Jahrhundert aus Slowenien Zehntausende von Arbeitssuchenden nach West- und Süddeutschland gelangten.
Um 1872 verließen die ersten slowenischen Bergleute und Landwirte die habsburgischen Kronländer Krain und Steiermark, um ins Ruhrgebiet zu ziehen. Dort wurden sie bald unter dem Namen »Westfälische Slowenen« bekannt. Mit dem deutsch-jugoslawischen Anwerbeabkommen von 1968 konzentrierte sich die slowenische Deutschlandmigration vor allem auf Bayern. Damals beschäftigte Audi in Ingolstadt ähnlich viele Arbeitskräfte aus Slowenien wie die Zechen am Niederrhein um 1900. Es lohnt sich, die Mobilität, Rück- und Weiterwanderung, die Wohnsituation und die Kultur der Migranten beider Epochen ebenso zu vergleichen wie deren konfessionelle Bindungen, die Arbeitskämpfe und das Vereinswesen.
Alltag und Mobilisierung in der Stadt der LKWs
Author: Esther Meier
Der Bau eines der größten LKW-Werke der Welt – samt dazugehöriger Stadt – in Tatarstan war eines der Prestigeobjekte der Breschnew-Ära. Esther Meier erzählt von diesem gigantischen Vorhaben – und schreibt damit auch eine facettenreiche Geschichte des sowjetischen Alltags in den 1970er Jahren.
Die neue Stadt in Nabereschnye Tschelny sollte als Prototyp der »sozialistischen Stadt« jenseits des Stalinismus gelten. Der Aufbau wurde ab 1969 mit großem Aufwand betrieben. Zur Mobilisierung der Bevölkerung wurden die populärsten sowjetischen Künstler aufgeboten. Hunderttausende Menschen aus allen Teilen der Sowjetunion wanderten zu und lebten unter zunächst abenteuerlichen Bedingungen auf der Dauerbaustelle. Die lebendige Darstellung der Errichtung von Fabrik und Stadt eröffnet neue Blicke auf die Breschnew-Ära, auf Arbeits- und Konsumwelten, Migration, Stadtentwicklung und Architektur, Eliten und Randgruppen.
Ein Mittelalterhistoriker im Banne des "Volkstums" 1920–1960
Author: Reto Heinzel
Erstmals werden hier das Werk und das wissenschaftspolitische Wirken des ebenso umtriebigen wie umstrittenen österreichischen Mediävisten Theodor Mayer (1883–1972) umfassend dargestellt. Im Zentrum steht die Frage nach den Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und Politik.
Theodor Mayer – einst einflussreicher Vertreter einer Landesgeschichte auf verfassungsgeschichtlicher Grundlage – wurde in den 1920er Jahren von den aufkommenden volkstumswissenschaftlichen Methoden und Fragestellungen nachhaltig geprägt. Diese zeittypischen Denkmuster formten sein Geschichtsbild und beeinflussten seine wissenschaftliche Tätigkeit noch über 1945 hinaus. Reto Heinzel stellt die einzelnen Stationen in Mayers eindrucksvoller Karriere dar. Zugleich geht es dem Autor darum, das Selbstverständnis des Historikers, aber auch die objektiven Kontinuitäts- und Bruchlinien in seinem wissenschaftlichen und akademischen Wirken kritisch zu beleuchten.