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Geschichte - Mythen - Politik
AutorIn: Frank Kolb
Gab es ein Troia? Nein! Gab es einen Troianischen Krieg? Nein! Auswandernde Griechen haben eine im Mutterland entstandene Sage an einer bronzezeitlichen Ruinenstätte im nordwestlichen Kleinasien verankert, deren damaligen Namen wir nicht kennen und die Schliemann ausgegraben hat. Viel bedeutender als jener Ort sind die Darstellung des Mythos´ in Homers Ilias und seine spätere politische Instrumentalisierung.

Frank Kolb bietet ein faszinierendes, aber zugleich entlarvendes Bild von »Troia« und der Troia-Forschung. Er zeigt, dass das Bemühen, den Mythos mit dem Spaten des Archäologen als Geschichte zu erweisen, methodisch verfehlt und erfolglos war und zu wissenschaftlich fragwürdigen Vorgehensweisen führte. Der »Schicksalshügel der Archäologie« wurde zu einem Skandalhügel.

Dieses allgemeinverständlich und spannend geschriebene Buch präsentiert die mit dem Troia-Mythos, der homerischen Ilias und den Ausgrabungen seit Schliemann verbundenen Probleme auf dem neuesten Stand der Forschung. Es bettet die Troia-Frage in die Frühgeschichte des Ägäisraumes, Anatoliens und des Vorderen Orients ein. Es zeigt ferner, wie der Troia-Mythos durch die Jahrhunderte bis heute für politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zwecke instrumentalisiert worden ist.
AutorIn: Harald Mielsch
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.
AutorIn: Gerd Kampers
Die im Deutschen als Westgoten bezeichneten Wisigoten entstan-den auf dem Boden des Römischen Reiches und hatten wesentlichen Anteil an der Transformation der römischen Welt. An der Wende zwischen Antike und Mittelalter begründeten sie die Reiche von Toulouse und Toledo, wo sie zu Mitgliedern einer poströmischen Gesellschaft wurden, in der sie auch nach dem Untergang ihres spanischen Reiches deutliche Spuren hinterließen. Die durch Quellennähe und Anschaulichkeit geprägte Synthese schildert die Geschichte der Wisigoten, ohne sie unzulässig zu verkürzen oder unnötig zu komplizieren. Nach Darstellung der Herkunft und Entstehung der Goten bis zum Ende des 3. Jh. und der Welt der Goten im 4. Jh. werden die Gründe und Bedingungen für die Ethnogenese der Wisigoten untersucht. Auf die Behandlung der Geschichte des Reiches von Toulouse und seines durch Kontinuität und Wandel gekennzeichneten inneren Aufbaus folgt als Schwerpunkt der Darstellung die Schilderung des durch Imperialisierung und Katholisie-rung, durch innenpolitische Turbulenzen und Aufstände geprägten Aufstiegs und Falls des Reiches von Toledo bis zum Finale am Guadalete. Abschließend wird der Weg der spätantiken Zivilisation Spaniens in das werdende Mittelalter nachgezeichnet. Ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis ermöglicht den Einstieg in die wissenschaft-liche Diskussion.
Eine historisch-empirische Ritualstudie
AutorIn: Dominik Fugger
Das Königreich des 'Bohnenkönigs' war den Menschen der Frühen Neuzeit vertraut wie uns Heutigen der Weihnachtsmann. Zahlreiche bildliche Darstellungen von Künstlern wie Jacob Jordaens und Jan Steen vermitteln uns einen Eindruck von dem beliebten Festritual, das diese interdisziplinäre Studie erstmals zusammenhängend aus den Quellen erforscht. Der Autor untersucht frühneuzeitliche Quellen aus dem deutschen, niederländischen und französischen Sprachraum und berücksichtigt dabei die archivalische, literarische und liturgische Überlieferung ebenso wie die gleichzeitige Genremalerei. Im Zentrum des Interesses steht die kommunikative Botschaft des Brauches, die auf der Grundlage zeitgenössischer Sinnzuschreibungen mit überraschendem Ergebnis entschlüsselt wird. Diese Erkenntnisse werden im weiteren für unser Verständnis der frühneuzeitlichen Abbildungstradition fruchtbar gemacht. Zahlreiche hochwertige Farbreproduktionen auf Kunstdruckpapier runden den Band ab.