HerausgeberIn: Hans Rothe
Im dritten und letzten Band der Studia Hymnographica liefert Hans Rothe zwei ausführliche Kommentare zum Gottesdienstmenäum nach ostslavischen Handschriften des 11. bis 13. Jahrhunderts.
So stellt der erste Beitrag eine ausführliche Untersuchung zur Bildung von Composita in der kirchenslavischen Hymnographie des Mittelalters dar unter besonderer Berücksichtigung der jeweiligen Übersetzungsvorlagen in den griechischen Quellen. Als Ergänzung ist ein Register aller Composita angefügt. In seinem zweiten Beitrag begründet er den Beginn des Kirchenjahres in der orthodoxen Kirche im September mit der hohen Anzahl an Sonderfesten, die in diesen Monat fallen. Zur Veranschaulichung dient die Edition eines der wichtigsten Sonderfeste, der Geburt der Gottesmutter am 8. September, die anhand der Moskauer Handschrift des Synodalmuseums vorgenommen und mit möglichen griechischen Quellen verglichen wurde.
AutorIn: Konrad Vössing
Das Urteil über Kaiser Domitian (81 - 96 n. Chr.) schwankt stark. Während man ihn früher den Quellen entsprechend als grausamen Tyrannen sah, der von seinen Untertanen göttliche Verehrung erzwang, versuchte die moderne Wissenschaft eine Ehrenrettung: Domitian als erfolgreicher Herrscher, dessen Bild von der missgünstigen Nachwelt verdüstert wurde. Die überlieferten heftigen Konflikte seiner letzten Jahre fügen sich hier jedoch nicht ein. Die vorliegende Studie stellt seine Bemühungen um Divinität in den Kontext der für die Herrschaftssicherung entscheidenden, aber prekären Nachfolgefrage; sie rekonstruiert seine (gescheiterte) Strategie, diesen Kampf mit dem um seine Göttlichkeit zu verbinden.
HerausgeberInnen: Hans Rothe und Claudia Schnell
Dieser zweite Band enthält Studien von Gelehrten aus Rußland, Litauen, Bulgarien, Österreich und Deutschland, die sich im Laufe der Jahrzehnte mit eigenen Untersuchungen an der 1970 in Bonn begonnenen Erforschung und Edition der Gottesdienstmenäen beteiligt haben. Diese Arbeiten beschränken sich im Gegensatz zum ersten Band nicht mehr nur auf das mittelalterliche ostslavische Gottesdienstmenäum, sondern berücksichtigen auch Heiligenakoluthien aus dem südslavischen oder gar georgischen Raum, z.T. späterer Jahrhunderte. Hierbei finden u.a. ganz moderne Methoden Anwendung, wie z.B. eine linguistische Analyse mit Hilfe spezieller Funktionen der mathematischen Statistik.