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AutorIn: Hans Wagner
HerausgeberIn: Stephan Nachtsheim
Hans Wagner hat sich seit seiner Dissertation (1947) immer wieder mit den Klassikern der Philosophiegeschichte auseinandergesetzt. Stets geschah dies im Zusammenhang mit den eigenen transzendentalphilosophisch-systematischen Problemstellungen. Das gilt auch für die hier versammelten Aufsätze.
Sie widmen sich vornehmlich der Philosophie der Antike, insbesondere der Lehre Platons und Aristoteles‘. Ferner enthält der Band Die Aesthetik der Tragödie von Aristoteles bis Schiller (1986). Im Wechselbezug systematischer und philosophiehistorischer Arbeit und in souveräner Beherrschung des notwendigen philologischen Instrumentariums sind in präzisen mitphilosophierenden Analysen erhellende Studien entstanden. Wagner trägt damit auch zur Lösung umstrittener Text- und Übersetzungsfragen bei.
AutorInnen: Hariolf Oberer und Hans Wagner
HerausgeberIn: Hariolf Oberer
Hans Wagner (1917-2000) war einer der bedeutendsten Erneuerer der Transzendentalphilosophie im Geiste Immanuel Kants.
Wagners Kantinterpretationen umfassen die ganze Breite der Kantischen Systematik; sie beginnen mit den komplizierten Fragen der Möglichkeit objektiver Erkenntnisgeltung und schreiten fort zum Problem der Begründung absoluter Geltung moralischer und juridischer Normen; sie enden bei Kants Antwort auf die Frage nach Legitimität und Geltungsweise des religiösen Glaubens. Sie zeichnen sich durch ihre philosophisch-terminologische Genauigkeit, die Breite ihrer philosophiehistorischen Basis und das systematisch fundierte problemgeschichtliche Bewusstsein aus, das sich in ihnen artikuliert. Das transzendentalphilosophisch-systematische Denken Wagners führt zu einem neuen und besseren Verständnis der Kantischen Problemlösungen, die sich als erstaunlich aktuell erweisen.
HerausgeberIn: Reinhold Aschenberg
»Existenz, Analogie und Dialektik« (1953) ist der erste Teil eines Fragment gebliebenen ambitionierten Werkes, das drei Bereiche hätte umfassen sollen: zum einen den Geltungsanspruch der Religion im Licht der »transzendentalen« Problematik des spezifischen, transzendenzbezogenes Glaubens, dann eine »ontologische« Analyse der kategorialen Bestimmtheit der Welt von Religion und Glauben und schließlich eine konfessionsunabhängige Philosophie des Christentums.
In den »Religionsbriefen« (2011 postum) legt Wagner, der philosophisch-wissenschaftlichen Prätention entsagend, eine Reihe persönlich gestimmter Betrachtungen zu Fragen der Religion, besonders des Christentums und des Katholizismus vor und spricht dabei die Leser als interessierte Zeitgenossen, Bürger, Menschen und weniger als Fachleute an. Ihr kontrastives Nebeneinander setzt den Band, zu dem die Monographien hier vereinigt sind, unter eine gleichsam dialektische, darin ihrem gemeinsamen Gegenstand entsprechende Spannung.
HerausgeberIn: Bernward Grünewald
Band 3 der Gesammelten Schriften Hans Wagners vereinigt die 1947 erschienene Dissertation mit systematischen Aufsätzen und Vorträgen, in denen der Autor seine von diesem Erstlingswerk sich deutlich absetzende philosophische Position entwickelt und konkretisiert hat. Während die Dissertation noch ganz im Banne des ontologischen Realismus von Nicolai Hartmann stand, entwickelte Wagner in seinen Vorträgen und Aufsätzen sehr bald eine entschieden transzendentalphilosophisch geprägte Prinzipientheorie, der er dann in seinem Hauptwerk „Philosophie und Reflexion“ eine alle Disziplinen der Philosophie umfassende Gestalt gab. Der Band lässt die Entwicklung dieses Denkens nachvollziehen und zeigt in weiteren systematischen Abhandlungen, wie Wagner das in seinem Hauptwerk entworfene Programm in Logik, Wissenschaftstheorie, Anthropologie, Sprachphilosophie, Rechts- und Moralphilosophie und in der Philosophischen Ästhetik ausgestaltete.
Wesen und Normfunktion
»Die Würde des Menschen«, das letzte große Werk des Bonner Philosophen, entwirft eine empirismuskritische transzendentalphilosophische Begründung der Idee der Menschenwürde und plädiert zugleich für eine Neuausrichtung der theoretischen und praktischen Philosophie.
Wagner geht aus von dem Widerspruch zwischen feierlicher Beschwörung der Menschenwürde und deren ständiger Verletzung sowie von der grundsätzlichen Unfähigkeit der empirischen Wissenschaften wie auch zeitgenössischer neoempiristischer und neopositivistischer Philosopheme, die Idee der Menschenwürde zu begründen. Er gibt dieser Idee ein tragfähiges systematisches Fundament in einer an Kant orientierten, aber modernen Transzendentalphilosophie. Der Mensch ist nicht nur Objekt, sondern Wahrheit leistendes Subjekt der Wissenschaft. Wagner leitet aus seinem Konzept konkrete Konsequenzen für die Wissenschaften, das Bildungswesen, das Recht, die öffentliche Meinungsbildung und die Politik heute ab.
Zehn Jahre nach seiner Konversion schreibt Friedrich Schlegel, dass er in der ersten Epoche seiner Philosophie 'davon durchdrungen war, die Philosophie müsse kritisch seyn – aber in einem ganz anderen und viel höheren Sinne als bei Kant, nach einer lebendigen Kritik des Geistes'. Die Kritik hatte für den jungen Schlegel eine universal-hermeneutische Dimension, sie ist 'der gemeinschaftliche Träger, auf dem das ganze Gebäude der Erkenntnis und der Sprache ruht'. Die Tatsache, dass die Protagonisten des 18. Jahrhunderts, namentlich Kant, ihre Epoche als 'Zeitalter der Kritik', gekennzeichnet haben, beurteilt Schlegel als eine unrealisierbare Tendenz, da diese abstrakte Kritik der Vernunft wenig Wert auf Förderung der Poesie und Kultur bzw. auf Verfeinerung des Kunstgefühls im Menschen gelegt hat. In diesem Buch wird Schlegels Anwendung der Kritik am Beispiel seiner Auseinandersetzung mit Kant, F. Jacobi, Hegel, Schelling thematisiert, sowie die Rezeption seiner Ideen bei Dilthey, W. Benjamin und M. Heidegger hinsichtlich der Kritik am verdinglichenden Denken, explizit gemacht.