Eastern European Intellectuals and the Great War
AutorIn: Maciej Górny
Górny’s study deals with WWI political engagement of science with an eye on Eastern Europe between 1912 (the First Balkan War) and 1923. The writings of intellectuals from this region that subscribed to the tradition of ‘national characterology’ skillfully integrated the most modern science of the time: physical anthropology, psychiatry and anthropogeography. Consequently, neither in the intellectual standing of the authors, nor in the discursive strategies they used did the intellectuals’ war in the East fundamentally deviate from its counterpart on the Western front. Yet, their liaison with politics proved to be even longer, harsher and more fateful than in the West. “By bringing the European East (East Central Europe South-Eastern Europe, Russia) into the historiographical debate over the ‘the war of the spirits’ the study does in fact more than just broaden the geographical scope of current research. It substantially deepens our understanding of the European dimensions of the phenomenon in general – e.g. the interplay between transnational academic communication and the ‘nationalization’ of science, the transfers of academic paradigms and of people, the background and nature of cross-national scholarly disputes. At the same time, the comparative analysis allows us to understand East Central European and South-East European peculiarities. Here, the involvement of science in the processes of competitive nation- and state-building implied that ‘the war of the spirits’ started much earlier than 1914, and certainly did not end in 1918. Not least should I mention that this is a very well written book!” – Prof. Dr. Michael G. Müller
Band 1: Alte Kirche
Mit dem auf vier Bände angelegten Werk wird erstmalig eine Ikonologie der christlichen Kunst im historischen Ablauf geschildert. Die komplexe Geschichte des Bildes in der Kirche wird ausgehend von der Intention der Darstellungen auf den verschiedenen Bildträgern aufgezeigt und die Weise der damit verbundenen Argumentation fundiert dargelegt. Eingebettet in allgemeine historische Entwicklungen wird der Wandel der Themenkreise beschrieben. In der Einleitung werden die Prinzipien der Arbeit erläutert. Teil 1 (Alte Kirche) behandelt zunächst die Entstehung einer christlichen Bildkunst am Grabe und geht dabei besonders auf die vielfältige Gestaltung der Sarkophage und Katakomben ein. Ebenso wird der spätere Übergang in die Kirchdekoration sowie die mediale Vielfalt in Spätantike und beginnendem Mittelalter (u.a. Münzen, Diptychen, Buchmalerei) aufgezeigt. Nach gleichen Prinzipien werden in Teil 2 die Bildkunst des Mittelalters, in Teil 3 die der Neuzeit und in Teil 4 die andersartige Entwicklung in der Ostkirche geschildert.
Schöpfung – Mutterschaft – Passion
Religion und Wissen waren im vormodernen Europa keine Gegensätze. Sie befruchteten sich vielmehr gegenseitig; und ihr komplexes Zusammenwirken hat kraftvoll dazu beigetragen, dass sich in Europa jene spezifische Wissensgesellschaft ausbildete, die im Selbstverständnis der westlichen Moderne bis heute einen prominenten Platz einnimmt. Der Band untersucht, wie im Laufe der Jahrhunderte die Auseinandersetzung mit drei zentralen Themen der Bibel neue Wissensbestände und Formen des Wissens hervorgebracht hat. Die Autorinnen und Autoren gehen aus von den biblischen Aussagen zur Schöpfung, zur Jungfräulichkeit und Mutterschaft Mariens und zur Passion Christi. Sie beobachten, wie aus der immer wieder neuen Aktualisierung und Aneignung dieser Aussagen in Texten, in Bildern und in Ritualen neues Wissen über die Welt entstand – ein Wissen, das Lebensbereiche auch fern der Religion strukturieren konnte und schließlich auch den Geltungsanspruch des Bibeltextes selbst in Frage stellte.
Der Weg zum hauptstädtischen Kaisertum im Römischen Reich des vierten Jahrhunderts
AutorIn: Felix K. Maier
Im 4. Jahrhundert n. Chr. etablierte Kaiser Theodosius das sogenannte Palastkaisertum und verbrachte einen großen Teil seiner Regierungszeit in Konstantinopel. Dieser wichtige Umbruch, der eine Tradition begründete, die in Ostrom bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. andauern sollte, ist insofern erklärungsbedürftig, als sich die römischen Kaiser ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. vor allem durch ihre Rolle als Verteidiger des Reiches an der Front legitimierten. Die vorliegende Studie analysiert, wie schon seit der Mitte des 4. Jahrhunderts Vorgänger von Theodosius eine Neudefinition des Kaisertums versuchten und auf welche Weise es erst Theodosius gelang, das Palastkaisertum als akzeptierte Form der Kaiserherrschaft zu etablieren.
HerausgeberInnen: Medardus Brehl, Andreas Eckl und Kristin Platt
Today, we particularly encounter the Mediterranean Other in the “refugee”. Scientific, political and public discourses on the Mediterranean are — continuously or most recently? — determined by hegemonial perspectives. Considering other perceptions, interpretations and representations seems to be impossible in light of financial crises, the new South, blurring borders and unclear securities. The contributions in this volume dispute this form of thinking. The research papers do not only encourage the reader to critically examine current political developments. They also provide a framework for Mediterranean minorities, nongovernmental groups and diasporas in search of their own voice. With contributions by Cristina Balma Tivola, Julia Blandfort, Paolo Giaccaria, Shlomo Lotan, Anna Piotrowska, Kristin Platt, Christopher Schliephake, Paul Silverstein, Anna Tozzi Di Marco, Felix Wiedemann.
Rivers in the Mediterranean have always been hotspots of social formation. From antiquity to the present, rivers were important sources of fresh water, transport routes and energy suppliers as well as spaces of interaction between sea, coast and hinterland. This volume takes up recent debates on the spatial turn and global history, which have fundamentally changed notions of the Mediterranean as a natural given and of larger areas as well-defined entities. After an introduction to the relevant research contexts, it offers a collection of articles on the conceptualization of river histories, the Mediterranean and its rivers, and river studies from around the globe
Hungerkatastrophen und Konsumkritik im deutschen Katholizismus 1958–1979
Hungerkatastrophen der sogenannten „Dritten Welt“ prägten die Wahrnehmung einer ganzen Generation in der Bonner Republik: Das „Biafrakind“ weckte enorme Emotionen und forderte zu umfangreichen Hilfsaktionen heraus, „Biafra“ wurde aber auch zur Chiffre für die neue Herausforderung globaler Gerechtigkeit.

Erstmals werden in diesem Band die Auswirkungen des weltweiten Hungerszenarios auf den Katholizismus in Deutschland behandelt. Im Kontext neuer gesellschaftlicher Bewegungen trat in Teilen engagierter Katholiken die politische Aktion für die „Dritte Welt“ an die Stelle des traditionellen Verständnisses karitativer Fürsorge und Hilfe und löste im Kampf um gerechtere Utopien heftige Konflikte aus. Ihr Engagement trug kirchlichen Institutionen jedoch auch viele Sympathien ein und ermöglichte ihnen bis heute geltenden Einfluss im entwicklungspolitischen Bereich.
Der Blick der Besatzer 1940-1944
AutorIn: Bernd Wegner
Paris nimmt unter den im Zweiten Weltkrieg besetzten Städten einen besonderen Platz ein: Für die deutschen Besatzer war die Stadt ein von vielerlei Klischees besetzter Sehnsuchtsort, für die Pariser ein Raum gefährlicher Balance zwischen Widerstand und Kollaboration.Bernd Wegners Buch zeichnet ein Bild davon, wie deutsche Soldaten und zivile Besatzer Paris in den Jahren des Krieges sahen. Die französische Hauptstadt in deutscher Hand – das war keine gemeinsame Realität, sondern eine Fülle konkurrierender, oftmals widersprüchlicher Erfahrungen. Wegner gibt in seiner dokumentarischen Collage einer größtmöglichen Vielfalt zeitgenössischer Stimmen und Bilder Raum. Im kritischen Blick des Historikers werden diese Eindrücke vom Leben der Besatzer zwischen Siegeseuphorie und Zukunftsangst in ihrer Doppeldeutigkeit erkennbar: Sie zeigen auf den ersten Blick nur das, was die Besatzer sehen und berichten wollten. Aber dennoch scheint hinter Ihnen die harsche Wirklichkeit einer besetzten Stadt auf.
Das Wagnis eines demokratischen Friedens 1919-1923
AutorIn: Klaus Schwabe
Paris 1919. Politiker und Diplomaten stehen vor einer Aufgabe, der sich noch keine Generation zuvor stellen musste: die Schaffung einer globalen Friedensordnung nach dem Ende eines Krieges, der erstmals die ganze Welt erfasste. Für die Liberalen am Verhandlungstisch war das Ziel ein Frieden im Zeichen freier Selbstbestimmung demokratischer Nationen. US-Präsident Wilson hatte es verkündet. Die Anhänger der traditionellen Großmachtpolitik hingegen wollten vor allem Entschädigungen für die eigenen Opfer. Und Lenins Bolschewiki propagierten den Weltfrieden durch die Diktatur des Proletariats. Die Vielzahl der Kriegsparteien und Fragen der nationalen „Ehre“ erschwerten die Verhandlungen, die sich bis 1923 hinzogen. Von der Glaubwürdigkeit der Friedensbedingungen für Sieger und Besiegte aber hing die Haltbarkeit des Friedens ab. So quellennah wie nötig und so knapp wie möglich veranschaulicht Klaus Schwabe Verhandler und Verhandlungen, die alliierte, deutsche und weltweite Dimension des Versailler Vertragswerkes und bewertet es neu, indem er die Leistungen und bis heute nachwirkenden Konsequenzen dieses Friedensschlusses herausstellt: Versailles musste nicht von vornherein scheitern.
Deutsche Außenpolitik zwischen Nationalstaat, Europa und dem Westen. Zur Erinnerung an Hans-Peter Schwarz
HerausgeberInnen: Dominik Geppert und Hans Jörg Hennecke
War und ist die deutsche Außenpolitik seit Adenauers Tagen interessengeleitet und strategisch angelegt? Oder folgt sie einem bequemen Moralismus und lässt sich populären Stimmungen treiben? Welche außenpolitische Verantwortung kommt der Bundesrepublik angesichts der Krise der EU, der Spannungen im transatlantischen Verhältnis und neuer sicherheitspolitischer Bedrohungen zu? Welches sind die Konturen einer realistischen, verantwortlichen Machtpolitik der Bundesrepublik? In Erinnerung an Hans-Peter Schwarz, den Biographen der beiden Kanzler Konrad Adenauer und Helmut Kohl, werden diese Fragen in 14 pointierten Essays von namhaften Zeithistorikern und Politikwissenschaftlern kritisch diskutiert.