Russland und Zentralasien 1000-1900
AutorIn: Rudolf A. Mark
In den letzten Jahren ist Zentralasien als Ort weltpolitischer Ambitionen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit getreten: Die ehemaligen Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan sind für China Teil der „Neuen Seidenstraße“. Die Nähe zu Iran, Afghanistan und Pakistan verleiht Zentralasien auch eine geostrategische Bedeutung.
Einen besonderen Anspruch auf Einfluss in der Region aber erhebt Russland, das seit rund einem Jahrtausend dort präsent ist. Rudolf A. Mark, wohl einer der besten Kenner der Geschichte Zentralasiens, legt mit diesem Buch die erste umfassende Beziehungsgeschichte zwischen Russland und Zentralasien vor. Auf Grundlage jahrzehntelanger Archivstudien und unter Nutzung einer Fülle oftmals nur schwer zugänglicher Publikationen erschließt der Autor das Thema in seiner Vielfalt: die ersten russischen Kontakte zu den Khanaten und frühe Handelsbeziehungen, die ethnologisch-geographischen Forschungsreisen, die Bündnisse und Eroberungen im Zeichen russischer imperialistischer Bestrebungen.
Zusammen mit den beiden anderen Bänden des Autors bei Schöningh („Im Schatten des Great Game“ und „Krieg an fernen Fronten“) liegt damit eine einzigartige, aus den Quellen gearbeitete Trilogie der Geschichte Russlands in Zentralasien vom Jahr 1000 bis 1920 vor.
Fragmente zur Geschichte der griechischen Poesie. Studien des Alterthums
HerausgeberInnen: Thomas Carl Schirren und Armin Erlinghagen
Mit diesem Band sind die Schriften aus dem Nachlass Friedrich Schlegels vollständig publiziert.

Hier wird eine dokumentarische Erstedition vorgelegt, die durch eine lückenlose Dokumentation der von Schlegel benutzten Quellen und Ausgaben die Forschung zu seinen frühen Studien der antiken Literatur auf eine ganz neue Grundlage stellt. Der Band bringt beide Hefte in der äußeren Form, wie sie der Autor angelegt hat, mit Haupttext und einer Marginalspalte. Im Kommentar werden neben Erklärungen zur Literaturtheorie Schlegels auch die Referenzen auf Quellen erschlossen. Umfangreiche Register ergänzen den Band. Erstmals wird es möglich, Gedankengang und Selbstkommentierungen in der Form ihrer Verschriftlichung zu dokumentieren und nachzuvollziehen.
Codices Sabaiticus 232 & Holy Cross 104, Jerusalem
HerausgeberIn: Panayiotis Tzamalikos
This new and revolutionary edition of Origen’s Commentary on Matthew is based on the version in Codex Sabaiticus 232, the most important of all because, unlike the 24 codices consulted by Erich Klostermann in his standard edition of 1941, it contains not only episodic ‘passages’, but also unique flowing text. The same codex also reveals for the first time how heavily Origen’s work was used, and sometimes copied to the letter, by ancient authors. Against the prevailing opinion, Professor Panayiotis Tzamalikos incontrovertibly confirms his long-standing thesis that the Commentary on Matthew is much later that the Contra Celsum. Origen’s detractors, both ancient and modern alike, in order to show how much of a ‘heretic’ Origen was, point the finger at a garbled, untrustworthy, and heavily interpolated Latin rendering of his De Principiis, whereas reference to his Commentary on Matthew has always been scarce, and Pamphilus’ illuminating and documented Apology for Origen is normally paid almost no attention.
The author demonstrates that, unless the correlations of Origen’s work to both Greek philosophy and subsequent Patristic literature are knowledgeably delved and brought to light, it is impossible to recognise the real Origen, which has far too little to do with current allegations concerning pivotal aspects of his thought.
By means of his commentary on this Greek text, P. Tzamalikos, as he did with his previous books, casts light on the widespread and multiform miscomprehension of Origen’s fundamentals, and demonstrates that this is a terra still calling for informed and unbiased exploration.

Der Kampf der DDR-Führung gegen die Solidarność 1980/81
AutorIn: Filip Gańczak
1980 entsteht in Polen die freie Gewerkschaft Solidarność. DDR-Staatschef Erich Honecker plädiert dafür, sie mit allen Mitteln zu bekämpfen und ist notfalls bereit, sich an einer militärischen Intervention der Warschauer-Pakt-Staaten zu beteiligen, wie ein polnischer Wissenschaftler aufdeckt.
Der polnische Wissenschaftler Filip Gańczak analysiert detailliert alle Schlüsselentscheidungen der DDR-Führung, die nach dem August 1980 in Zusammenhang mit der Lage in Polen getroffen wurden. Die erste von ihnen war, an der Grenze zur VR Polen einen „Cordon sanitaire“ zu errichten. Die zweite Entscheidung, der VR Polen wirtschaftliche Hilfe zu gewähren, erfolgte auf sowjetischen Druck hin, zeigte aber wenig Wirkung. Die ostdeutsche Führung drängte folglich auf eine gewaltsame Lösung der „polnischen Krise“. Die fehlende Entscheidung Moskaus für einen Einmarsch in Polen veranlasste Erich Honecker nach Alternativen zu suchen, wie die „Konterrevolution“ im östlichen Nachbarland zu unterdrücken sei. An der Vorbereitung des Kriegsrechts in Polen war er maßgeblich beteiligt, wie der Autor anhand zahlreicher Aktenfunde belegt.

HerausgeberIn: Martina Heßler
Die Liebe zum Automobil, die Atomeuphorie, Angst vor Maschinen, Wut und Frustrationen im Umgang mit dem Computer: Technik löste im 19. und 20. Jahrhundert vielfältige und teils heftige Emotionen aus.
Technikemotionen beeinflussten die Technikentwicklung, ihre Akzeptanz und ihre Nutzungen. Das Verhältnis von Technik und Emotionen ist allerdings weitaus vielschichtiger und komplexer. Denn Technik vermittelte und veränderte auch Emotionen, etwa wenn Liebe zur Cyberliebe wird oder Einsamkeit in Zeiten des Digitalen anders wahrgenommen wird. Der Band untersucht diese vielfältigen Ko-Konstruktionen von Technik und Emotionen mit Blick auf verschiedene Emotionen wie Begeisterung, Liebe, Angst, Staunen oder Frustration und im Kontext verschiedener Technologien seit dem 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Der Band leistet damit sowohl einen Beitrag zur Emotions- als auch zur Technikgeschichte, die sich beide bislang kaum mit Technikemotionen auseinandersetzten.
HerausgeberIn: Alberto Bonchino
Eine kritische Ausgabe der Schriften Baaders steht bis heute aus. Als Editio princeps mit textkritischem Apparat, Anmerkungen, Bibliographie, Personen- und Sachregister füllt diese Ausgabe das bisherige Manko.
In vier Bänden werden die repräsentativsten und aufschlussreichsten Schriften des katholischen Theologen, Natur- und Sozietätsphilosophen Franz von Baader versammelt. Die hier ausgewählten mystischen und theosophischen Werke, die aus der intensiven Beschäftigung Baaders mit Kirchenvätern, Mystikern und Theosophen erwachsen sind, spiegeln Baaders Gedankenwelt in anschaulicher Weise wider. Insbesondere seine anthropologischen, ethischen und theosophischen Auffassungen werden darin erkennbar. Sie erhellen u.a. die wirkungsgeschichtlich bedeutsame Beziehung zu Schelling, dessen Philosophie in der Auseinandersetzung mit diesen Schriften Baaders eine entscheidende Hinwendung zum Christentum erfuhr.
Ekklesiologische Orientierungen zwischen Gnade und Freiheit
Die Studie arbeitet über die komplexe Topographie kirchlicher Identitätskonstruktion die Ekklesiologie paradigmatisch als fundamentaltheologischen Traktat aus. Der theologisch-anthropologische Zugang markiert dabei „Gnade“ und „Freiheit“ als tragende Prinzipien.
Durch die konsequente Entwicklung eines theologisch-an-thropologischen Zugangs in die Ekklesiologie leistet die Studie zwei wichtige Beiträge. So holt das angebotene Methodendesign erstmalig die differenzierte Schwerpunktsetzung für die Reflexion auf die Kirche, die das Zweite Vatikanische Konzil definiert hat, wissenschafts- und disziplinentheoretisch ein. Der „Glaube“, als actus humanus verstanden, entfaltet darin eine rationale und soziale Architektur in der Spannung zwischen dem anthropologischen Prinzip „Freiheit“ und dem theologischen Prinzip „Gnade“, die es schließlich erlaubt, die Theologie der Freiheit nach Thomas Pröpper ekklesiologisch zu formatieren und in das Design einzupflegen.
Von Athen bis zu Putins Russland
HerausgeberIn: Christoph Nonn
Mit dem Ende des Kalten Krieges erschien die Demokratie als klares Erfolgsmodell. Doch die um 1990 begonnene Demokratisierung in Osteuropa, Afrika und Lateinamerika hat allzu häufig mit Rückfällen in autoritäre Systeme geendet. Auch die Hoffnungen auf einen „arabischen Frühling“ wurden weitgehend enttäuscht. China zeigt als größte Nation der Erde keine Anzeichen einer Demokratisierung. Und in Europa und Nordamerika haben populistische Bewegungen, deren demokratische Ausrichtung zumindest zweifelhaft ist, breiten Zulauf. Selbst die ältesten Demokratien stecken heute in der Krise.
Dieses Buch öffnet den Blick auf die beunruhigende Tatsache, dass das Scheitern von Demokratien ein durchaus häufiges Phänomen ist, für das die Geschichte reiches Anschauungsmaterial bietet. Ausgewiesene Historiker schildern in kompakten Einzelkapiteln das Ende der Volksherrschaft in Athen, Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Pakistan, Burma, Chile und Russland. So spannt sich der Bogen vom Ende der ersten Demokratie in Athen über das 19. und 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Doch es besteht die Möglichkeit aus dem Wissen um die Fehler der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen.
HerausgeberIn: Heinz-Dieter Heimann
Der zweite Band der »Geschichte der Sächsischen Franziskanerprovinz von der Gründung bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts« deckt den Zeitraum von der Reformation bis zum Kulturkampf (15001870) ab.
Die Beiträge behandeln die Ordensspaltung im 16. Jh. und ihre Folgen (B. Schmies), die Stellung der sächsischen Franziskaner zur Reformation und ihre Auseinandersetzung mit der Reformation (K.B. Springer, P. J. Schlageter OFM). Die Situation des Ordens und der Klöster in und nach der Reformation, strukturelle und wirtschaftliche Probleme sowie Chancen durch Aufhebung und Wieder bzw. Neugründung - auch der franziskanischen Frauengemeinschaften - werden
durch die Beiträge von Chr. Loefke, G. Gleba und R. Butz beleuchtet. Weitere Kapitel sind der Entwicklung von Bildung und Wissenschaft vom 17.19. Jh. in der Saxonia (D. Burkard/Br. A. Fieback OFM), dem saxonischen Selbstverständnis und der Seelsorge (P. W. Einhorn OFM) sowie der Alkantarinerbewegung unter G. Janknecht (K. Schmies) gewidmet.
Die Nuklearexportpolitik der Bundesrepublik Deutschland 1970–1979
AutorIn: Dennis Romberg
Die westdeutsche Atomindustrie der 1970er Jahre hatte ein Absatzproblem: Hochsubventioniert in den 1950er und 1960er Jahren, sollte sie nun die langersehnten Exporterfolge erzielen.
Die sozialliberale Koalition förderte aktiv den Export von Atomkraftwerken, Uran-Anreicherungsanlagen und Wiederaufbereitungstechnologie an diktatorische Regimes in Lateinamerika, Südafrika und den Iran. Unter dem Schlagwort „Einbindung durch Kooperation“ setzte sie sich gegen schärfere internationale Kontrollen und Absprachen ein. Laxe Sicherheitsbestimmungen beim Export waren ein Standortvorteil für die Atomkraftwerke made in Germany. Dennis Romberg analysiert die Nuklearexportpolitik der Bundesrepublik in den 1970er Jahren systematisch und umfassend. Er betrachtet dabei die Nuklearexporte der Bundesrepublik im Zusammenspiel mit der außenpolitischen Emanzipation der Bundesregierung, den Konflikten mit den USA, der innenpolitischen Kritik der aufkommenden Anti-AKW-Bewegung und dem internationalen Kontrollregime zur Nichtverbreitung von Atomwaffen.