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Es werden die Ergebnisse der materiellen Studien an Papier-, Papyrus- und Pergamentkodizes der Kölner Papyrussammlung vorgestellt.
Untersuchungsgegenstand waren hierbei 122 Kodizes, die mit koptischen, griechischen und lateinischen Texten beschrieben sind. Diese konnten aus den etwa 10.000 Objekten der Kölner Papyrussammlung identifiziert werden, von denen nicht wenige zuvor als Fragmente von Papyrusrollen eingestuft worden waren. Die 122 Kodizes verteilen sich auf über 200 Inventarnummern. Diese zählen insgesamt über 600 Fragmente. Die eingesetzten Untersuchungsmethoden werden anhand von Einzelobjekten vorgestellt. Darunter befindet sich auch der Mani-Kodex, der mit Abstand berühmteste Kodex der Kölner Sammlung. Die Ergebnisse wurden in einem Katalog zusammengestellt, der nach den drei verwendeten Schriftträgern (Papier, Pergament und Papyrus) gegliedert ist.
Der Weg zum hauptstädtischen Kaisertum im Römischen Reich des vierten Jahrhunderts
AutorIn: Felix K. Maier
Im 4. Jahrhundert n. Chr. etablierte Kaiser Theodosius das sogenannte Palastkaisertum und verbrachte einen großen Teil seiner Regierungszeit in Konstantinopel. Dieser wichtige Umbruch, der eine Tradition begründete, die in Ostrom bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. andauern sollte, ist insofern erklärungsbedürftig, als sich die römischen Kaiser ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. vor allem durch ihre Rolle als Verteidiger des Reiches an der Front legitimierten. Die vorliegende Studie analysiert, wie schon seit der Mitte des 4. Jahrhunderts Vorgänger von Theodosius eine Neudefinition des Kaisertums versuchten und auf welche Weise es erst Theodosius gelang, das Palastkaisertum als akzeptierte Form der Kaiserherrschaft zu etablieren.
HerausgeberInnen: Jan-Markus Kötter und Carlo Scardino
Die Chronik des spätantiken spanischen Bischofs Hydatius, eine der wichtigsten Fortsetzungen der Weltchronik des Kirchenvaters Hieronymus, liegt nun in einer kritischen Neuedition und erstmals auch in einer vollständigen deut-schen Übersetzung vor.

Hydatius ist einer der wenigen erhaltenen Zeitzeugen der wechselhaften Geschichte des Weströmischen Reichs im fünften Jahrhundert. Gerade in Bezug auf seine Heimat und seinen Wirkungsort Spanien liefert er einzigartige und wertvolle Einblicke in lokale Wahrnehmungsmuster historisch so bedeutsamer Vorgänge wie der Völkerwan-derung oder dem Zerfall der römischen Ordnung in den Provinzen Westroms. Die neu edierte und übersetzte Chronik, zusammen mit ihrer ausführlichen philologischen und historischen Kommentierung, eröffnet dem Benutzer damit ein vertieftes Verständnis für den historischen Prozess des Übergangs von der Antike zum Mittelalter in Westeuropa.
Formen der Kommunikation, Interaktion und Vernetzung
HerausgeberInnen: Peter Eich und Katharina Wojciech
Das kaiserzeitliche Rom, die Hauptstadt des Imperium Romanum, war die erste Weltstadt des Okzidents. Diese Megalopolis als Herrschaftsraum, Ort der Konsensfindung und des Zusammenlebens von vielleicht einer Million Menschen zu strukturieren, war eine für die Zeit einmalige Herausforderung.

Der Band untersucht die von oben gelenkten Reaktionen auf die „Herausforderung Rom“ in ihren jeweiligen Wechselwirkungen. Um eine Gesamtschau der sozialen, rechtlichen und räumlichen Dimensionen des hauptstädtischen Lebens zu erreichen, versuchen die Beiträge zu klären, wie viel Administration unter den Bedingungen der Zeit notwendig und möglich war, nach welchen Prinzipien Aufgaben verteilt wurden, wie sich Administration innerhalb der Stadt konkretisierte und wie sich die Kaiserrolle und die republikanischen Traditionen zueinander verhielten.
HerausgeberInnen: Bruno Bleckmann und Jonathan Groß
Der Historiker Eutrop hat bald nach 369 eine römische Geschichte von den Anfängen bis zum Jahre 364 verfasst. Die vorliegende Ausgabe bietet einen revidierten lateinischen Text und eine neue Übersetzung. Gesichert ist durch die einzige autobiographische Aussage innerhalb des Textes, dass Eutrop Teilnehmer des Per-serfeldzugs Julians war. Er war dabei wohl kein Soldat, sondern gehörte zu den comites des heidnischen Kaisers. Später amtierte Eutrop wohl – trotz jüngst daran geäußerter Zweifel – als magister memoriae des Kaisers Valens (364–378), dem er sein Geschichtswerk gewidmet hat. Die ersten acht Bücher dieses Werks enthalten Angaben zur Republik und zur Kaiserzeit, die auch anderswo im reichhaltigen Quellenmaterial zu finden sind. Für die Ge-schichte ab dem dritten Jahrhundert, deren Quellen im Rahmen der Edition von KFHist erschlossen werden sollen, bietet Eutrop dagegen oft hochrangige und einzigartige Informationen. Diese sind in dem Band durch einen kurso-rischen historischen Kommentar erschlossen.
Ediert, übersetzt und kommentiert von Bruno Bleckmann, Jan-Markus Kötter, Mehran A. Nickbakht, In-Yong Song und Markus Stein
Contributo alla ricostruzione della geografia mitica di una regione nella memoria culturale greca
Das Buch untersucht die mythischen Traditionen von Troia und der Troas in der Antike, um zu zeigen, wie das kulturelle Gedächtnis der Griechen die Frühgeschichte dieser nord-ägäischen Region rekonstruiert hat.
Das kulturelle Gedächtnis der Griechen gliederte die Frühgeschichte der Troas in zwei Bevölkerungsphasen. In den mythischen Traditionen werden die Teukrer als das älteste Volk der Region betrachtet. Die Ankunft der Dardaner aus Samothrake, die sich mit der Gründung von Troia verbindet, stellt die zweite mythische Bevölkerungsphase der Troas dar.
HerausgeberInnen: Jan-Markus Kötter und Carlo Scardino
Die beiden anonym überlieferten und eng miteinander verwandten gallischen Chroniken, die nach den jeweiligen Endpunkten ihrer Berichte als »Chronik von 452« und »Chronik von 511« bezeichnet werden, befassen sich als Fortsetzungen der Chronik des Hieronymus mit der Geschichte des Weströmischen Reichs, insbesondere Galliens, im 5. Jahrhundert. Sie geben einzigartige zeitgenössische Einblicke in historisch so bedeutsame Prozesse wie die fortgeschrittene Völkerwanderung und den Zerfall des Weströmischen Reichs, die dazu führten, dass das römische Gallien sukzessive unter die Waltung germanischer Völker gelangte. In beiden Texten, die hier erstmals in einer vollständigen deutschen Übersetzung vorliegen und sowohl philologisch als auch historisch kommentiert werden, spiegelt sich damit der Übergang von Antike zu Mittelalter in West- und Mitteleuropa.
Die verstreuten zeitgenössischen Zeugen zur Geschichte der Reichskrise des dritten Jahrhunderts erscheinen erstmals in einer kommentierten Edition mit deutscher Übersetzung und neuer Textgestaltung. Von der ursprünglich reichen Historiographie des dritten Jahrhunderts sind nur geringe Überreste vorhanden. Erkennbar ist, dass die dramatischen Wechselfälle dieser Zeit (Barbareninvasionen, Bürgerkriege, Kriege gegen die Sasaniden an der Ostgrenze) eine an den Prinzipien der klassischen Historiographie geschulte Behandlung fanden. Der Band enthält Zeugnisse und Fragmente folgender Autoren: Asinius Quadratus, Philostratos von Athen, Ephoros von Kyme der Jüngere, Eusebios, Eusebius von Nantes, Onasimos / Onesimus, Nikostratos von Trapezunt. Wegen der Neuentdeckung von Fragmenten des Dexippus Vindobonensis, deren Publikation noch nicht abschließend erfolgt ist, wird Dexippos später gesondert herausgegeben.
Consularia Constantinopolitana · Fastenquelle des Sokrates · Berliner Chronik · Alexandrinische Weltchronik
Die anonymen Consularia Constantinopolitana bieten neben einer römischen Konsulliste bis 468 n. Chr. auch knappe Notizen aus der römischen Geschichte. Besonders für die Spätantike erweist sich diese Chronik als wertvolle Quelle. Die neue Edition umfasst den Abschnitt vom 3. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr., der wichtige Daten zur Reichsgeschichte sowie zur Lokalgeschichte der neuen Hauptstadt am Bosporus liefert. Der Band enthält ferner die Fragmente der erstmals aus Sokrates‘ Kirchengeschichte rekonstruierten ‚Konstantinopolitanischen Chronik‘ (Fastenquelle) sowie die Edition und Übersetzung eines Abschnitts aus der sogenannten Alexandrinischen Weltchronik.