Norwegische Eisenbahngeographien 1845-1909
Als die Eisenbahntechnologie versprach, Berge zu versetzen, wurden weltweit Geographien ins Wanken gebracht. Nichts schien in Zukunft sein zu müssen, wie es war – auch nicht im Land der Fjorde und der langen Winter.Die Autorin schreibt anhand der norwegischen Eisenbahngeschichte einen Beitrag zur Kulturgeschichte der europäischen Geographie. Sie untersucht, wie Debatten über den Eisenbahnbau Wissen über das eigene Land tradierten, und stellt fest: Geographische Wissensproduktion und politische Willensbildung waren eng miteinander verstrickt. Mit dem Band liegt auch erstmals eine Geschichte der norwegischen Eisenbahn in deutscher Sprache vor.
Christopher R. Browning and Holocaust Historiography
Reflecting on the work of one of the field’s most influential scholars, the twenty essays in this book explore the evolution and application of Holocaust historiography, identify key insights into genocidal settings and point to gaps in our knowledge of humanity’s most haunting problem.Why do they kill?The publication in 1992 of Christopher R. Browning’s “Ordinary Men” raised crucial, previously unasked questions about the Holocaust: what made the members of a German police battalion – “middle-aged family men of working- and lower-class background” – become mass murderers of Jewish children, women, and men? How does motivation tie in with other factors that prompt participation in the “final solution”? And what can survivor accounts convey about genocide perpetration? Reflecting on the work of one of the field’s most influential scholars, the twenty essays in this book explore the evolution and application of Holocaust historiography, identify key insights into genocidal settings and point to gaps in our knowledge of humanity’s most haunting problem.
Die Praxis der weltanschaulichen Erziehung in der SS
AutorIn: Daniel Kuppel
War es die auf Antisemitismus und Rassismus basierende weltanschauliche Schulung, welche die Männer in Himmlers SS zu Mördern und verbissenen Kämpfern machte? Diese Frage wurde in der historischen Forschung oft sehr eindimensional diskutiert. Um die Funktion und Bedeutung der weltanschaulichen Erziehung dieser selbsternannten Eliteformation zu verstehen, bedarf es jedoch eines breiteren Blickwinkels auf den Gesamtkomplex der gruppenbildenden Maßnahmen.Daniel Kuppel beleuchtet die weltanschauliche Erziehungspraxis der Allgemeinen SS und Waffen-SS aus einer neuen Perspektive und versteht die vermittelten Feindbilder und nationalsozialistischen Schulungsinhalte als organisationsspezifische Sprache, welche sich die SS-Männer nicht zuletzt aus karrieristischen Gründen aneigneten.
Geschichte Tirols 1918-1920
Der Vertrag von St. Germain jährt sich im Herbst 2019 zum hundertsten Mal. Für Tirol hatte er dramatische Folgen. Das Land wurde am Brenner geteilt, das überwiegend deutschsprachige Südtirol fiel an Italien. Oswald Überegger rekonstruiert die entscheidenden Etappen der Geschichte dieses Umbruchs und veranschaulicht, wie als Folge des Ersten Weltkriegs eine bis heute virulente Minderheitenproblematik entstand.Das Buch bietet perspektivenreiche Blicke auf den Tiroler Raum in den Jahren 1918 bis 1920. Der Autor schildert nicht nur die zentralen Etappen der militärischen und politischen Entwicklung von den Januarstreiks 1918 bis zum Waffenstillstand von „Villa Giusti“. Ein besonderes Augenmerk gilt darüber hinaus den Debatten über die Tiroler Frage auf der Friedenskonferenz bis hin zur „Annexion“ Südtirols durch Italien im Oktober 1920. Die Zeitenwende jener Jahre hatte tiefgreifende Veränderungen der regionalen Mentalität zur Folge. In seinem Buch gelingt es Oswald Überegger, die vielfach verflochtene, wechselvolle und umkämpfte Geschichte der Region zwischen Bodensee und Gardasee plastisch darzustellen.
Die Antinapoleonischen Kriege in der deutschen Erinnerung
Dieses Buch erkundet die umkämpften deutschen Erinnerungen an die sogenannten Befreiungskriege gegen Napoleon (1813–1815) im langen 19. Jahrhundert. Die Zeit der Antinapoleonischen Kriege zwischen 1806 und 1815 nahm lange eine Schlüsselposition in der Geschichtsschreibung und im nationalen Gedächtnis des deutschsprachigen Raums ein, da die kollektive Erinnerung an diese Kriege eine zentrale Bedeutung für die Ausformung von konkurrierenden Vorstellungen der deutschen Nation und Nationalidentität hatte. Diese Erinnerung wurde nicht nur von politischen Interessen, sondern auch von regionalen, sozialen und geschlechtsspezifischen Differenzen geformt. Das Buch untersucht das umkämpfte Gedächtnis nicht nur anhand der populären, militärischen und akademischen Geschichtsschreibung, sondern auch sehr viel breitenwirksamerer Erinnerungsmedien wie Memoiren und Romane sowie kultureller Praktiken, insbesondere Feiern und Symbolen.
Eine europäische Geschichtsregion neu entdecken
AutorInnen: Marcin Kordecki und Dawid Smolorz
Oberschlesien: Es gilt einen Brennpunkt der Geschichte des 20. Jahrhunderts neu zu entdecken, eine der interessantesten und vielfältigsten Regionen Mitteleuropas. Polen und Deutsche, Oberschlesier, Böhmen und Mährer prägten und prägen das Industrie­ und Naturland Oberschlesien. Ihr Zusammenleben war oft friedlich, manchmal konfliktträchtig.

Die Autoren führen in 20 spannenden Kapiteln durch die wechselvolle Geschichte ihrer Heimat – von der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche historische Fotos und Zeitzeugenberichte ergänzen die Darstellung und verschaffen dem Leser ein lebendiges Bild.
Die Unternehmen Heinrich Thyssen-Bornemiszas von 1926 bis 1932
Nach dem Tod August Thyssens versuchte sein Sohn Heinrich Thyssen-Bornemisza, als Unternehmer eigene Wege zu gehen. Die Entwicklung seiner Firmen ist bis heute ein kaum bekannter Teil der Geschichte Thyssens im 20. Jahrhundert.

Ab Herbst 1926 verfolgte Heinrich Thyssen-Bornemizsa das Ziel, seinen Erbteil des Thyssen-Konzerns effizient zusammenzufassen. Der von ihm gegründeten Holding gelang es jedoch nicht, ihre Aufgabe als zentrales Lenkungs- und Kontrollorgan zu erfüllen. Die Studie untersucht die Gründe dafür. Zudem beleuchtet sie die Entwicklung und Wettbewerbsposition einzelner Betriebe aus Heinrichs Verbund bis zum Ende seiner Formationsphase 1932 und erklärt, warum sich diese trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen erfolgreich am Markt behaupten konnten.
Geschichte der Imkerei in Deutschland
AutorIn: Rainer Stripf
„Volksbienenzucht“ und Kampf ums Einheitshonigglas, Kunsthonig, und „Biene Maja“, „völkische“ Ideologie, und Wanderimker in der DDR, aber auch der Boom der Stadt-Imkerei in den letzten Jahren: Rainer Stripf erzählt mit Liebe zum Detail und sachkundigem Blick für die historischen Zusammenhänge die Geschichte der Bienenzucht in Deutschland seit dem Kaiserreich. Der Leser lernt die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Einflüsse auf die Bienenzucht kennen. Es geht um die Einigungsbestrebungen der Imker, ihre methodischen Auseinandersetzungen und die Fortschritte in der Bienenforschung. Aber auch die Ideologisierung durch den Nationalsozialismus und die kriegwirtschaftliche Indienstnahme der Imkerei kommen zur Sprache. Der Ausblick bis heute schließt aktuelle Themen von der Varroamilbe bis hin zum Einsatz von Gentechnik und den aktuell umstrittenen Pflanzenschutzmitteln ein. Ein einzigartiges Buch zum Trend-Thema Imkerei!
Schicksale verfolgter Menschen des Paderborner Landes 1933-1945
HerausgeberIn: Erik Beck
Die Verfolgung aus rassistischen, religiösen oder politischen Gründen griff zwischen 1933 und 1945 auf einen großen Teil des europäischen Kontinents über. Von dem sich zuspitzenden Terror blieb auch die deutsche Provinz nicht verschont. Im vorliegenden Band werden in zehn Lebensgeschichten die Schicksalswege von Menschen aus dem Paderborner Land nachgezeichnet, die aus den unterschiedlichsten Gründen in die Verfolgungsmaschinerie des NS-Staates gerieten. Anhand der Schicksale werden Strukturen des Terrors sichtbar, die die Gesellschaft auch in dieser vorwiegend ländlich geprägten Region durchzogen. Daneben zeigt sich auch, dass für die Überlebenden das Leid nicht mit dem Kriegsende aufhörte. Vielfach seelisch und körperlich gezeichnet, blieb die Erinnerung an das erlittene Unrecht. Zudem mussten sie meist hart um Entschädigungen und finanzielle Hilfen kämpfen.
Das Wagnis eines demokratischen Friedens 1919-1923
AutorIn: Klaus Schwabe
Paris 1919. Politiker und Diplomaten stehen vor einer Aufgabe, der sich noch keine Generation zuvor stellen musste: die Schaffung einer globalen Friedensordnung nach dem Ende eines Krieges, der erstmals die ganze Welt erfasste. Für die Liberalen am Verhandlungstisch war das Ziel ein Frieden im Zeichen freier Selbstbestimmung demokratischer Nationen. US-Präsident Wilson hatte es verkündet. Die Anhänger der traditionellen Großmachtpolitik hingegen wollten vor allem Entschädigungen für die eigenen Opfer. Und Lenins Bolschewiki propagierten den Weltfrieden durch die Diktatur des Proletariats. Die Vielzahl der Kriegsparteien und Fragen der nationalen „Ehre“ erschwerten die Verhandlungen, die sich bis 1923 hinzogen. Von der Glaubwürdigkeit der Friedensbedingungen für Sieger und Besiegte aber hing die Haltbarkeit des Friedens ab. So quellennah wie nötig und so knapp wie möglich veranschaulicht Klaus Schwabe Verhandler und Verhandlungen, die alliierte, deutsche und weltweite Dimension des Versailler Vertragswerkes und bewertet es neu, indem er die Leistungen und bis heute nachwirkenden Konsequenzen dieses Friedensschlusses herausstellt: Versailles musste nicht von vornherein scheitern.