HerausgeberIn: Reinhard Hoeps
Bilder sind aus der Vorstellungswelt des Christentums nicht wegzudenken. Die Bilderfrage reicht tief in die historischen, aber auch in die systematischen Wurzeln des christlichen Bekenntnisses hinab. Sie markiert zugleich eine brisante Nahtstelle zwischen christlicher Religion und europäischer Kultur. Die Bildtheologie geht den Valenzen des Bildes im Christentum nach, entwickelt sie als durchgängige theologische Perspektive und bringt sie in den Diskurs mit Kunst- und Kulturwissenschaften ein.
Das Handbuch der Bildtheologie gibt in vier Bänden eine gründliche Einführung in Phänomene, Begriffe und Geschichte des Bildes unter theologischen Gesichtspunkten. Wissenschaftler aus Theologie, Kunstgeschichte, Philosophischer Ästhetik, Kultur- und Medienwissenschaften entfalten die zentralen Fragestellungen, die das Bild in theologischer Perspektive aufwirft, und umreißen die Schnittstellen zwischen theologischen, kunstwissenschaftlichen und philosophisch-ästhetischen Bild-Diskursen.
Der zweite Band ist den Funktionen der Bilder im Christentum und ihrer Geschichte gewidmet. Denn ihre Bedeutungen wurden nicht etwa durch bestimmte Darstellungsinhalte begründet, sondern durch ihre Funktion. Sie dienen der memoria und der Andacht, sie konturieren die Orte der Liturgie, finden Verwendung in Unterricht und Katechese. Die unterschiedlichen Funktionen haben in der Geschichte des Christentums verschiedene bildsprachliche Ausdrucksformen hervorgebracht, die für europäische Bildvorstellungen prägend geworden sind. Selbst die säkularisationsbedingte Krise der religiösen Bedeutungen hat noch ihre eigene Bildsprache: den Kitsch.
Europas Chance in der multipolaren Welt. Geleitwort von Herfried Münkler
Ist die Welt am Anfang des 21. Jahrhunderts „aus den Fugen“? Hat die Diplomatie angesichts der vielen internationalen Krisen überhaupt eine Chance? Wie reagiert Europa auf die Machtverschiebungen in der multipolaren Welt? Dieses Buch liefert Analysen und Antworten eines erfahrenen Diplomaten auf die drängenden Fragen unserer Gegenwart.
China ist inzwischen eine Großmacht. Es nutzt das Vakuum, das die USA mit dem Rückzug auf sich selbst lassen. Russland tritt immer selbst bewusster auf, obwohl es Zeichen der Schwäche zeigt. Europa sieht, dass es sich in vieler Hinsicht nicht mehr auf seinen bisher engsten Partner, die USA, verlassen kann. Es hat spätestens jetzt keine andere Wahl mehr, als selbst ein Akteur in der multipolaren Welt zu werden. Europas Chance ist gut, wenn es eine Diplomatie betreibt, die man strategisch nennen könnte. Sie gründet auf einer strategischen Analyse der Interessen und Machtverhältnisse der wichtigsten Akteure in der Welt. Strategische Diplomatie gestaltet Ordnungen, globale und regionale. Sie orientiert sich dabei an „langen Linien“ historischer Entwicklungen. Der Autor verbindet Theorie und Praxis, Politikwissenschaft und Geschichte. So hilft er dem Leser, sich in der anarchischen Welt der internationalen Politik zurechtzufinden.
In zwölf Bänden wird hiermit das Werk des bedeutendsten und einflussreichsten deutschen Pädagogen Wilhelm Flitner (1889-1990) verfügbar gemacht. Als einer der führenden Reformpädagogen galt er als Vertreter einer geisteswissenschaftlichen Richtung in der Pädagogik.

Apparition Narratives of the Early English Enlightenment
Empirical Form and Religious Function provides a fresh perspective on the rise of empirical apparition narratives in the Anglophone world of the Early Enlightenment era.
Drawing on both well-established and previously unknown sources, Michael Dopffel here offers a fundamental reappraisal of one of the defining narrative genres of the 17th and 18th centuries. Intricately connected to evolving discourses of natural philosophy, Protestant religion and popular literature, the apparition narratives portrayed in this work constitute a hybrid genre whose interpretations and literary functions retained the ambiguity of their subject matter. Simultaneously an empirically approachable phenomena and a religious experience, witnesses and writers translated the spiritual characteristics of apparitions into distinct literary forms, thereby shaping conceptions of ghosts, whether factual or fictional, to this day.
Neu übersetzt von Stefan Alkier und Thomas Paulsen
HerausgeberInnen: Stefan Alkier und Thomas Paulsen
Die neuartige Übersetzung der Johannesapokalypse von Stefan Alkier und Thomas Paulsen führt die Fachkompetenzen eines Theologen und eines Klassischen Philologen zusammen. Sie wird in einer Lese- und einer Studienfassung vorgelegt, welche die ästhetische und theologische Sprachkraft dieses hochberühmten letzten Buches der Bibel auf ungewohnte Weise lesbar macht. Sie führt so zu zahlreichen überraschenden Erkenntnissen über die sprachliche Gestaltung und den Sinngehalt dieses äußerst komplexen Textes. Die weitgehend wörtliche Übersetzung überträgt auch so viele syntaktische Strukturen des Originals wie möglich ins Deutsche. Beigegeben sind der Übersetzung eine Einführung mit Erläuterung der Übersetzungsprinzipien, ein Epilog, in dem zentrale Interpretationsansätze vorgeführt werden, und ein Glossar mit den markantesten semantischen Entscheidungen des Übersetzerteams, das sich nicht an späteren kirchlichen Traditionen, sondern am Koine-Griechisch des 1. Jh. n. Chr. orientiert.

Eine politische Biographie
Thomas Rohkrämer wirft den kritischen Blick des Historikers auf den Philosophen Martin Heidegger. Es geht in diesem Buch weder darum, Heidegger ein weiteres Mal als ewigen Nazi zu zeigen, noch als Großphilosophen, dessen Erkenntnisse und Irrtümer gleichermaßen grandios waren.
Rohkrämer schildert Heidegger vielmehr als Mann seiner Zeit, der sich als rechts eingestellter Intellektueller seismographisch oder sogar opportunistisch auf die jeweilige politisch-kulturelle Lage einstellte. Die Biographie zeichnet das Leben eines Intellektuellen, der seiner Stilisierung als unabhängige politische Stimme nicht gerecht wurde, sondern von den Gemeinplätzen seiner Zeit zutiefst geprägt war – was gerade seine charismatische öffentliche Wirksamkeit von der Weimarer Republik über den Nationalsozialismus bis weit in die Bundesrepublik hinein erklärt.

Kanada und die Politik des Peacekeepings im 20. Jahrhundert
Die UN-Blauhelme gehören bis heute zu den wichtigsten Organen der Vereinten Nationen. Kanada galt im 20. Jahrhundert als der Staat, der sich am stärksten mit dem UN-Peacekeeping identifizierte.
Seit den 1950er Jahren entwickelte sich Kanada zu einem herausragenden Truppensteller. Die UN-Blauhelme waren Kernstück einer multilateralen Tradition kanadischer Außenpolitik und wurden innenpolitisch als Ausdruck kanadischer Identität wahrgenommen. Vor dem Hintergrund der Entwicklung des UN-Peacekeepings untersucht die Studie die Wechselwirkung zwischen postkolonialer nationaler Identitätsbildung und der exponierten weltpolitischen Rolle Kanadas seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

Zweisprachige Ausgabe. Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Christian Tornau. Mit Beiträgen von Giovanni Catapano, Emmanuel Bermon,Lenka Karfíková und Giuseppe Balido
HerausgeberIn: Christian Tornau
Augustins schwierige philosophisch-theologische Frühschrift über die Unsterblichkeit der Seele wird hier in neuer Übersetzung und mit ausführlicher philosophiehistorischer Einleitung und analytischem Kommentar vorgelegt.
Mit De immortalitate animae nimmt Augustinus die seit Platon in der antiken Philosophie kontrovers diskutierte Frage der Unsterblichkeit der Seele auf und beantwortet sie unter Benutzung neuplatonischer Denkmittel positiv, indem er eine unauflösliche Verbindung der Seele zu ihrem Prinzip, Gott, zu erweisen versucht. Christian Tornau legt einen durchgesehenen kritischen Text und eine neue Übersetzung der Schrift vor und erläutert ausführlich ihre argumentative Struktur, ihr Verhältnis zu den Soliloquia und ihren Platz in der platonischen und christlichen Tradition.
HerausgeberIn: Nedim Zahirović
Das Manuskript B.or.137 aus der Handschriftensammlung der Universitätsbibliothek Leipzig beinhaltet 136 Befehle, die die osmanische Zentralregierung auf die Petitionen und Interventionen des venezianischen Botschafters in Istanbul erließ und dann an die Würdenträger in den Provinzen schickte. Geographisch betrachtet beziehen sie sich auf ein weites Territorium im Mittelmeerraum, das sich von Ägypten im Süden bis Dalmatien im Norden und von Tunesien im Westen bis Syrien im Osten erstreckt.

Jugend, Soldatenzeit und Entwicklung zum Handelspionier
Der 1924 in Mülheim an der Ruhr geborene Otto Beisheim war einer der Pioniere des deutschen Handels und ist besonders als Mitgründer des Cash & Carry-Großhändlers „Metro“ bekannt, bei dem er 1964 im Alter von 40 Jahren geschäftsführender Gesellschafter wurde.
Über seine Herkunft, seine Jugend im „Dritten Reich“, seine Soldatenzeit in der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg, seine Kriegsgefangenschaft und seinen Werdegang in den Jahren des „deutschen Wirtschaftswunders“ bis zu seinem Einstieg in die Handelsbranche informiert dieses Werk. Auch Beisheims eigener Umgang mit den Jahren der NS-Diktatur wird thematisiert.