Ein sozialethischer Beitrag zum demografischen Diskurs
Viele Menschen in Deutschland bleiben zeitlebens kinderlos, die Bevölkerung altert und schrumpft. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang von Elternschaft und Gemeinwohl. Zwei Debatten werden geführt: In der einen geht es um die Bewertung der gesellschaftlichen Folgen der demografischen Entwicklung als Bedrohung oder als Chance, in der anderen um die Einordnung der individuellen Entscheidung für oder gegen Kinder als Privatsache oder als Beitrag zum Gemeinwohl. Die Studie systematisiert die unterschiedlichen Positionen, analysiert verschiedene Facetten von Elternschaft und erarbeitet Elemente eines Gemeinwohlbegriffs. Darauf aufbauend begründet die Autorin Elternschaft als „gemeinwohlrelevant“ und skizziert christlich-sozialethische Leitplanken für den praktischen Umgang mit den gewonnenen Erkenntnissen.
Kommentierte Neuausgabe der „kleinen mystagogischen Christologie“
Ein christologischer Entwurf aus dem Dialog zwischen Dogmatik und Liturgie sowie zwischen Judentum und Christentum.
Christologie begründet die Rede von Jesus als dem Christus, d. h. dem Messias Gottes. Sie vertritt also einen theologischen Wahrheitsanspruch. Wird die Christologie jedoch nur von der Wahrheitsfrage bestimmt, kann sie leicht den lebendigen Zugang des Glaubens zur geheimnisvollen und unvergleichlichen Individualität Jesu verstellen. Dieser Gefahr begegnet der Autor durch eine mystagogische Christologie. Sie ist orientiert an den Hochfesten der erneuerten Römischen Liturgie. Der Autor führt zur Mystik dieses Festkreises hin und erschließt die Gestalt Jesu Christi in ihrer Heilsbedeutsamkeit.
25 Jahre nach dem Ersterscheinen wird dieser christologische Entwurf in erweiterter Form präsentiert.
Rechtsgeschichtliche Entwicklung, theologische Begründung und rechtliche Kontur
Mit Blick auf die Umstrukturierungen in deutschen Diözesen und den sich daraus ergebenden Anforderungen stellt sich die Frage nach der theologischen Positionierung und rechtlichen Normierung der Kleriker in der katholischen Kirche.
Wie wird die Existenz von Klerikern innerhalb des Volkes Gottes begründet? Was macht Kleriker theologisch und rechtlich aus? Welche Aufgaben kommen ihnen zu? Welche Klerikerstufen gab und gibt es?
Die Studie beginnt mit einer rechtsgeschichtlichen Betrachtung dieser Fragen und gibt einen Überblick über zentrale rechtsgeschichtliche Entwicklungen. Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Sammlung Statuta Ecclesiae antiqua aus dem 5. Jahrhundert, die erstmals die bis 1972 zu durchlaufenden Weihestufen nennt. Abschließend wird die Rezeption der konziliaren Aussagen in der nachkonziliaren Gesetzgebung und in der geltenden Rechtsordnung betrachtet.
Kirchenzugehörigkeit zwischen Kanonistik und Dogmatik
AutorIn: Nils Petrat
Die Frage der Kirchenzugehörigkeit umfasst weit mehr als nur die Diskussion um Kirchenaustritt oder Kirchensteuer. Mithilfe eines interdisziplinären Ansatzes untersucht der Autor den wissenschaftlichen Diskurs zwischen Kirchenrecht und Ekklesiologie.
Dabei wird ein prekäres Verhältnis von Dogmatik und Kanonistik sichtbar. Da auch nach dem Vaticanum II Unklarheiten bleiben, wie die Kirche sich selber versteht, kann folglich das Gliedschaftsrecht des CIC/1983 wichtige aktuelle und praxisrelevante Problemstellungen nicht hinreichend klären: Wie ist im Blick auf den innerkirchlichen Gliedschaftsstatus ein Kirchenaustritt in Deutschland zu bewerten? In welchem Verhältnis stehen Katholiken zur Kirche, die ihren Glauben gar nicht praktizieren? Die vorliegende Studie plädiert für eine dreistufig differenzierte Kirchenzugehörigkeit.
Überführung der Gewaltverflochtenheit in Sprache
AutorIn: Barbara Strumann
Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung überführen ihre Gewaltverflochtenheit mit Hilfe der individuellen Klagepsalmen in Sprache. Die Autorin entwickelt in ihrer Arbeit ein Lehr-Lernarrangement für Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung. Damit nimmt sie eine Schülergruppe in den Blick, die in vielfältige Gewaltzusammenhänge verflochten ist und meist als bildungs- oder religionsfern bezeichnet wird. In dem dargestellten Lehr- und Lernarrangement konnten diese Schülerinnen und Schüler über die individuellen Klagepsalmen einen Zugang zu religiösen Inhalten finden. Sie wurden religiös sprachfähig und setzten sich in ihren Psalmtexten mit belastenden Emotionen auseinander.
How Sweet the Sound
HerausgeberIn: Amy Van Dyke
“Amazing Grace” is a song that has inspired millions. From its inception, the words of this beloved hymn have struck a chord across cultures and generations. The author, John Newton, could not have known the impact his words would have. When written, his intent was to combine a new song with his New Year’s Day sermon, “Faith’s Review and Expectation.” 1773 was a new year, a perfect opportunity to review the past and anticipate the future. Newton’s own past had shaped him greatly, and his reflections on those earlier times had a profound effect on his writing. Subsequently, “Amazing Grace” was refined and adjusted to fit the more nuanced contexts of the individual communities who adopted it as their own. It was reprinted in many early hymnbooks—without music, which was the standard at the time. The tunes for these hymns were known separately, so a hymn could be sung to a variety of different tunes. “Amazing Grace” did not originally sound like it does today. Refining the tune into today’s most recognized cadence was a process that took over one hundred years. But musical styles began to change rapidly, along with everything else in the 1920s, and “Amazing Grace” began to be infused with individuality. Blues, gospel, jazz, folk, and eventually rock and pop music all adopted the song into their respective genres. It also reached beyond church walls and religious gatherings, and moved to streets filled with marchers for civil rights, onto stages of concerts pleading for peace, and into recording studios looking for something new to make a buck. Perhaps it is the message in the words, an outpouring of humility and redemption, that people respond to. Perhaps it is the theme of deliverance from bondage, be it internal or external, that comforts those in times of trial. Perhaps it is simply the familiarity of the tune and the words that connects people as they sing. Regardless, “Amazing Grace” has become one of the most recognized songs in the world. This exhibition and catalog highlights the journey “Amazing Grace” has taken from being penned by an eighteenth-century English minister to becoming a modern-day pop-culture phenomenon.
Historische, systematische und praktische Perspektiven
Der universale Geltungsanspruch der Menschenrechte und der humanitäre Anspruch des Christentums konvergieren in der Erwartung, die Menschenrechte auch innerkirchlich anzuerkennen und umzusetzen.
Die Beiträge dieses Bandes dokumentieren die schwierige Aneignung der Menschenrechte durch die katholische Kirche u. a. unter folgenden Fragestellungen: Welche geschichtlichen Konstellationen und theologischen Gründe bedingen das ambivalente Verhältnis der Kirche zu den Menschenrechten in der Moderne? Welche Faktoren behindern bis heute die volle Anerkennung der Menschenrechte in kirchlicher Lehre und Rechtspolitik?
Die brasilianische Landlosenbewegung und das Weltsozialforum als Räume für Bildungsprozesse
AutorIn: Benjamin Bunk
Soziale Bewegungen sind zentrale Akteure unserer Zeit. In und durch Soziale Bewegungen findet Bildung statt, wie anhand zweier Modelle aufgezeigt wird.
Wie findet Bildung in Sozialer Bewegung statt? Die brasilianische Landlosenbewegung »Movimento dos Sem Terra« und das Weltsozialforum repräsentieren zwei Modelle, anhand derer diese Frage beantwortet werden kann. Eine bildungstheoretische Perspektive betrachtet Soziale Bewegungen vor allem als soziale Praxis, an der Menschen teilhaben und durch sie in ihrer Biographie geprägt werden. Dieser sozial-anthropologische Zugang steht innerhalb der Bewegungsforschung neben Ansätzen, die primär nach den gesellschaftlichen Ursachen oder politischen Wirkungen Sozialer Bewegungen fragen. Als kollektive, gestaltbare und sich selbst bildende Akteure kommt den Sozialen Bewegungen eine wichtige Rolle in der Vermittlung zwischen Bildung und Kultur zu.
HerausgeberInnen: Bernhard Nitsche und Florian Baab
Im Kontext der Krise des Theismus stellt Bernhard Nitsche in diesem Band seine Theorie einer dreifachen Strukturie-rung menschlicher Transzendenzbezüge vor Theologen und Philosophen unterschiedlicher Fachdisziplinen zur Debatte.
Angesichts einer fluiden, fragilen und fragmentarischen Identitätskonstruktion der modernen, selbstermächtigten Subjekte verlieren klassische Containerbegriffe (Theismus versus Deismus, Pantheismus) allein und für sich ge-nommen ihre analytische Kraft. Es bedarf einer veränderten Typologie der spirituellen Strukturmuster, religiösen Formenkreise und der Bezugnahmen auf religiöse Transzendenz. Kann die anthropologische Unterscheidung von Selbstbezug, Sozialbezug und Weltbezug bzw. die Unterscheidung von kosmischen, sozial-relationalen und be-wusstseinsbestimmten Zugängen auch für eine Komparative Theologie fruchtbar sein?
Prestigious Manuscripts from around the Fifteenth Century in the Bavarian State Library Collection
From the outset, Christian theology was occupied with the question about the Son of God born as a child, and particularly with the birth of Jesus. Not until the late Middle Ages did artistic depictions begin to suggest the familiar atmosphere with which we associate Christmas celebrations today. During that time, artists transferred the event of God's incarnation into the environs of the affiuent European city-states, and they placed their conceptualizations of nature into surroundings not unlike our own. This exhibition presents the Christmas story as observed in European book illumination from around the fifteenth/sixteenth centuries in German, Flemish, French, and ltalian manuscripts. They belong to the most beautiful and valuable codices of this epoch held by the Bavarian State Library, and present illustrations of the Christmas story from the annunciation to the flight to Egypt.