HerausgeberInnen: Stefan Matuschek und Sandra Kerschbaumer
Als Epoche ist Romantik Vergangenheit, als Phänomen bleibt Romantik aktuell. Das Buch will erklären, wie beide miteinander zusammenhängen.

Bis heute werden Literatur, Filme, Musik, aber auch Lebenspraktiken und Weltanschauungen als „romantisch“ bezeichnet. Der Band untersucht, worauf sich diese Bezeichnung gründet und was sie mit der historischen Romantik verbindet. Die These ist, dass die historische Romantik durch Modellbildungsprozesse in zeitlich späteren Phasen fortwirkt. Solche Prozesse werden in exemplarischen Fallstudien analysiert: Welche prägnanten Modelle von Romantik lassen sich in den Künsten, aber auch in der sozialen Lebenswelt und der Wissenschaft beobachten? Welche Darstellungs-, Deutungs- und Handlungsmuster bilden sich heraus, die für die weitere Wirkungsgeschichte von Bedeutung sind?
AutorIn: Konrad Vössing
Gut einhundert Jahre lang haben sich die Vandalen in Nordafrika gehalten (429–534). Die Forschung war und ist fasziniert von Geiserich, dem berühmten ersten König und Gründer des afrikanischen Vandalenreiches; dessen Spätzeit erhält dagegen weit weniger Aufmerksamkeit. Dabei ist der Untergang der Vandalen, die sich unter König Gelimer vergeblich gegen die Invasion der byzantinischen Truppen des Generals Belisar wehrten, ebenso interessant wie die unmittelbar vorangehende Zeit unter König Hilderich. Dieser hatte 523 versucht, seinem Reich eine neue Grundlage zu geben. Beide Phasen lassen erkennen, worauf die Herrschaft der Vandalen gründete und was sie am Ende scheitern ließ.
The Cultural Impact of the First World War
The battles of the First World War created a fundamentally new impression of war. Total warfare, the use of propaganda, chemical weapons, and every possible other measure to ensure victory defined the event that should later be known as the »Great War«, because it caused so many deaths and much suffering. The catastrophe also had an impact on the humanities, which inevitably had to deal with the processing of an event that seemed to be too big to be clearly understood by the human mind. The present volume covers several interdisciplinary perspectives by dealing with the impact of the war on the humanities during and after the conflict that deeply influenced the mindset of the 20th century.
Eine Einführung in das Denken Minna Spechts
Kinder und Jugendliche zu Verantwortungsbewusstsein, Friedfertigkeit und Kritikfähigkeit zu befähigen – die Pädagogik der sozialistischen Reformpädagogin Minna Specht (1879–1961) hat viele aktuelle Bezüge.

Wie kann trotz der Einschränkung durch Erziehung Freiheit befördert werden? Die systematische Einführung in das Werk von Minna Specht erschließt dieses Kernproblem pädagogischen Handelns. In der Lektüre ausgewählter Schriften Spechts wird gezeigt, dass es in ihrer Pädagogik um die Beförderung von sozialer Freiheit geht. Neben der Theorie und Geschichte der Landerziehungsheime, Spechts Schulversuchen im Exil, der Reeducation nach dem Zweiten Weltkrieg, der Erziehung zum Frieden in einer sich globalisierenden Welt wird auch die von Specht vorgelegte Didaktik des erfahrungsbasierten Lernens thematisiert.
Modelle, Konzepte, Erfahrungen
Warum sollte man gerade im Lehramtsstudium ins Ausland gehen? Der Band zeigt neue bildungspolitische und pädagogische Perspektiven als Antwort auf globale Herausforderungen.

Eine intensivere Internationalisierung der Lehrerbildung wird nicht nur vom DAAD und der Hochschulrektorenkonferenz gefordert, sondern ist inzwischen ein Allgemeinplatz in der bildungspolitischen Debatte. Auch in dem stark von föderalen bildungspolitischen Interessen geprägten deutschen Lehrerbildungssystem muss man den zunehmenden Mobilitätsansprüchen und komplexen multikulturellen Lebens- und Arbeitskontexten des 21. Jahrhunderts entsprechen.
HerausgeberInnen: Johannes Herzgsell und Janez Percic
With a tradition of almost five hundred years the Jesuit order has repeatedly produced original thinkers from various fields, thus enriching Western culture.

This book introduces eight Jesuit thinkers: Francisco Suárez, Baltasar Gracián, Teilhard de Chardin, Henri de Lubac, Bernard Lonergan, Karl Rahner, Oswald von Nell-Breuning und Michel de Certeau. They succeeded in their own time by absorbing the discoveries and developments of modern philosophy and science in order to reconcile them with the Christian tradition. In this way, they have made Christianity understandable and attractive to modern man.
Their contributions in the humanities, natural sciences and social sciences are also important for questions and problems of the present and remain a source of inspiration.
AutorIn: Johan Bouman
HerausgeberIn: Sven Grosse
Die ,Bekenntnisse‘ sind wohl Augustins am häufigsten gelesenes Buch. Sein umfangreichstes Werk ist aber seine Auslegung der Psalmen, die ,Enarrationes in psalmos‘. Er entfaltet darin die Summe seiner Theologie.
Johan Bouman, Islamwissenschaftler und Theologe, stellt hier den Prediger Augustinus vor und geht in thematischen Längsschnitten das Werk durch: der dreieinige Gott, Gott und Mensch, die Erlösung in Christus, der Christ und die Kirche in der Welt, die Endzeit. Er schließt ab mit dem Fazit: Laudate Dominum, d. h. Lobt den Herrn!
Es ist die letzte Veröffentlichung Johan Boumans und erscheint hier erstmals posthum nach seinem Tod 1998. In ,Glaubenskrise und Glaubensgewißheit im Christentum und im Islam‘ behandelt Bouman im letzten Band die Theologie Augustins anhand seiner Predigten über die Psalmen. Er verfügte über die herausragende Gabe, sowohl wissenschaftlich fundiert wie auch spirituell anregend zu schreiben.
Das Buch richtet sich an Leser, die sich für Augustinus, seine Welt und seine Theologie interessieren.
Renewing the Church in the Second Vatican Council
Just about fifty years ago, in its declaration on religious freedom at the Second Vatican Council, the Catholic Church programmatically dispensed with political coercion as a means of enforcing its claim to truth. This act of self-imposed restriction with regard to religious claims to truth is exceptional in the history of religions. It is still extremely difficult to explain even today how such a traditional institution as the Catholic Church could have altered its position so fundamentally. In this volume the authors dispute how the Church came to its position, what the reasons and motives were for its repositioning, what shape this process of change took, and the steps involved in the change: What were the characteristics, circumstances and dynamics of the path of Catholicism to recognizing religious freedom?
AutorIn: Adam Trettel
For Augustine, the pre-Fall Paradise was a life of tranquil love and joy. The post-Fall world is marked by loss of control over our bodies and emotions. But what exactly happened in the Fall, and why? How does desire relate to man’s disobedience, and is there any sense in which we can recover what Adam and Eve have lost? In treating City 14 as an integral whole, this study explores Augustine’s critiques of the Manichean and Platonist positions that the body is bad or evil, and dis-cusses his biblical doctrine of emotions in light of the two-cities theme. The entire study concerns topics germane to the paradisal situation: the theme of the Primal Fall and the will being ‘spontaneous’, the exploration of the disobedience of the genitals in all forms of sex, including married life, and the workings of Adam and Eve’s hypothetical sexual experience in the pre-Fall world.
Zwischen Rhetorik und Verwirklichung
AutorIn: Konrad Hilpert
Menschenrechte – auf diesen Begriff stößt man überall, in den Reden von Politikern ebenso wie in den Kommentaren der Journalisten und in den Forderungen prominenter Kirchenvertreter. Auf sie beruft man sich, wenn es darum geht, Zustände und Vorgänge in anderen Ländern zu kritisieren, aber auch, um Vorschlägen für die Gesetzgebung im eigenen Land mehr Nachdruck zu verleihen. Die politischen Diskussionen über die Kriege der jüngeren Zeit zeigen, dass die Berufung auf sie auch ins Spiel kommt, wenn um die Berechtigung einer Intervention in einem anderen Staat gerungen wird.
Die häufige Bezugnahme in der politischen Rhetorik hat unverkennbare Vorteile. Einer besteht darin, dass »Menschenrechte« so gut wie auf der ganzen Welt verstanden werden. Sie scheinen zu dem zu gehören, worin weltweit eine gewisse Gemeinsamkeit besteht, auch wenn häufig offen bleibt, ob es sich um eine von der Art handelt, in der tatsächlich die meisten in den Inhalten übereinstimmen und deren Verbindlichkeit anerkennen, oder ob sie schlicht einen Vorgriff auf einen künftigen Konsens darstellt, den man herbeisehnt und auf den man sich verpflichtet fühlt.
Aber auch die Nachteile müssen gesehen werden. Auffällig ist, dass sich die Berufung abnutzt, wenn sie für jede Kleinigkeit ins Spiel gebracht wird. Sie bleibt nur dann gehaltvoll, wenn sie sparsam verwendet wird. Insofern sie sich auf das Grundsätzliche und Wesentliche bezieht, eignet sie sich nur wenig für den politischen Alltagsstreit.
In diesem Sinn möchte der Band verstanden werden. Dreh- und Angelpunkt sind die ethischen Grundlagen, Implikationen und Konfliktpunkte des komplexen Gebildes, das man heute weltweit als Menschenrechte bezeichnet. Es geht weder um eine historische, noch um eine juristische Darlegung, sondern um eine theologisch-ethische, in der dann natürlich auch historische und juristische Aspekte berücksichtigt werden.