Orte jüdischen Gottesdienstes, Lernens und Lebens. Festschrift für Wolfgang Kraus
Durch die weite Ausbreitung und Zerstreuung des Judentums entstanden früh Orte des Lehrens und religiösen Lebens neben dem Tempel.
Der Band reflektiert die Entstehung der Synagoge, die Gelehrsamkeit und jüdische Versammlung in der Diaspora von Babylonien über Alexandria bis Rom, das Lehrhaus der Weisheit am Beispiel Ben Siras und die Ausbreitung der Lehrhauskultur nach der Zerstörung des Tempels. Er geht der Bedeutung der Schrift in ihrer griechischen Übersetzung (Septuaginta) für das Nachdenken in der Diaspora nach, prüft exemplarisch Impulse und Abgrenzungen, die bei der Entstehung des Christentums durch jüdische Lehre und Schriftworte entstanden, und greift Spuren des christlich-jüdischen Miteinanders bis in jüngste Zeit auf.
Texte von Johannes Schasching SJ. Herausgegeben und eingeleitet von Christian Spieß
HerausgeberIn: Christian Spieß
Johannes Schasching SJ (1917–2013) gehörte zu den profiliertesten Vertretern der katholischen Soziallehre des 20. Jahrhunderts und hat maßgeblich zur Erneuerung der katholischen Sozialverkündigung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil beigetragen.
Schasching verstand es beispielhaft, die christlichen Sozialwissenschaften mit der Praxis des Sozialkatholizismus und mit der kirchlichen Sozialverkündigung zu verknüpfen.
Der vorliegende Band versammelt Texte aus dem Nachlass und gibt einen Einblick in die Denk- und Argumentationsweise des Jesuitenpaters, dessen Anliegen vor allem die Analyse der gesellschaftlichen Wirklichkeit und die Wahrnehmung der Lebenswirklichkeiten der Menschen war.
Das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 ging mit einer ‚kulturellen Wende‘ in der Forschung einher. Musik, Literatur, Kunst, Alltags- und Frömmigkeitskultur werden mit wachsender Selbstverständlichkeit als reformationsrelevante Gegenstände behandelt. Der vorliegende Band untersucht zum einen, wie sich Reformationspolitik, konfessionelle Propaganda, Mission und Kolonialisierung in den verschiedenen Künsten und Kulturformen widerspiegeln, zum anderen wie diese Künste und Kulturformen ihrerseits den Prozess der Reformation prägten. Im Zentrum des Bandes steht die Musik, ihr zur Seite stehen theologische, alltagshistorische, literatur- und kunstwissenschaftliche Beiträge.
Ad inquisitiones Ianuarii und Augustins Deutung von Liturgie und Bibel
AutorIn: Jochen Rexer
Die vorliegende Untersuchung zu Sakrament und Schrift bei Augustinus, seine Deutung von Liturgie und Bibel, zeigt am Beispiel von Ad inquisitiones Ianuarii und weiterer Zeugnisse im österlichen Kontext einen Zusammenhang zwischen seinem Sakraments- und Schriftverständnis. Indem Augustinus auf liturgische Fragen des Januarius antwortet, erörtert er sein Osterverständnis in dem theologischen Traktat mit dem Thema „de sacramentis“. Dabei entfaltet er eine hermeneutische Methode, die er auf Bibel und Liturgie anwendet. Seine Ostertheologie, die Rede von der Form und dem Inhalt des christlichen Ostern, wendet Augustinus in Predigt und Liturgie auch praktisch an.
Zum Basisvokabular von Hermeneutik und Interpretationstheorie
HerausgeberInnen: Andreas Mauz und Christiane Tietz
„Verstehen“ und „Interpretieren“ stellen das Basisvokabular von Hermeneutik und Interpretationstheorie dar. Der Band expliziert die beiden Grundbegriffe für sich und in ihrem Zusammenhang.
So offensichtlich Verstehen und Interpretieren die Kernbegrifflichkeit der fraglichen Theoriebildungen darstellen, so divers und kontrovers gestaltet sich in concreto das jeweilige Verstehen des Verstehens bzw. Interpretieren des Interpretierens. Der vorliegende Band lotet aus, was unter diesen Begriffen zu verstehen ist und wie sie sich zueinander verhalten: Bezeichnen sie distinkte Bereiche oder verschiedene Weisen der Bedeutungszuschreibung – und profilieren sich insofern wechselseitig? Sind sie in hierarchischer Weise aufeinander zu beziehen, sei es systematisch, sei es prozedural? Kann allenfalls auf einen der Begriffe verzichtet werden zugunsten des anderen?

Zur politischen Philosophie von Rawls, Nozick und Hayek
AutorIn: Jochen Ostheimer
Soziale Gerechtigkeit ist ein kontrovers diskutierter Leitbegriff im politischen Diskurs. Zur Klärung dieses Konzepts analysiert der Band einflussreiche Ansätze der zeitgenössischen liberalen politischen Philosophie: von John Rawls, Robert Nozick und Friedrich August von Hayek. Durch deren Vergleich wird deutlich, dass der sinnvolle Bezugspunkt des Konzepts sozialer Gerechtigkeit die Gesellschaft als Ganze und nicht nur der Sozialsektor ist. Es sind daher nicht primär ökonomische (Um-)Verteilungen in den Blick zu nehmen, sondern im Zentrum steht die gesellschaftliche Institutionenordnung, die die Verteilung der vielgestaltigen sozialen Güter bedingt. Um diese Vielfalt angemessen zu erfassen, ist soziale Gerechtigkeit in ihrer Ausdeutung als Verteilungsgerechtigkeit plural zu konzipieren. Leitidee für eine Theorie sozialer Gerechtigkeit kann dabei das liberale Ideal sein: die soziokulturell vermittelte individuelle Kompetenz, das eigene Leben aktiv zu führen.
HerausgeberInnen: Martin Knechtges und Jörg Schenuit
Es war ein langer und steiniger Weg, bis sich die Menschen Räume erschlossen hatten, die nicht unter dem Gesetz der physischen Selbsterhaltung standen, sondern Platz für freie geistige Tätigkeit, für Kontemplation oder Müßiggang boten. Inzwischen scheinen jene Sphären, die den Dingen um ihrer selbst willen eine Berechtigung zugestehen und dem Geist bzw. der Kunst günstige Wachstumsbedingungen schaffen, wieder zusammenzuschrumpfen. Andererseits gibt es gerade in unserer Zeit, wie diese Sonderedition der FUGE beweist, hervorragende Köpfe, die ihren geistigen oder geistlichen Lebensraum behaupten.
Jüdisch-christliche Transformationen
HerausgeberInnen: Norbert Otto Eke und Angelika Strotmann
Die vielfältigen Transformationen der Bibel in Vergangenheit und Gegenwart werden exemplarisch an jüdischen und christlichen Transformationen der Davidfigur und des Opfermotivs diskutiert.
Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes verstehen biblische Transformationen als Veränderungsprozesse von Referenzbereich und Aufnahmebereich, die in der Bibel selbst beginnen. Die im Anschluss an Untersuchungen innerbiblischer Transformationsprozesse behandelten literarischen, musikalischen und (religions-)didaktischen Transformationen von Davidfigur und Opfermotiv reichen vom Hochmittelalter bis in die Gegenwart und berücksichtigen Texte und Musikstücke jüdischer wie christlicher Provenienz. Gerade die Spannung zwischen zwei Narrationen mit anscheinend nur wenig Gemeinsamkeiten ermöglicht einen Blick auf die Unterschiede von Transformationsprozessen biblischer Figuren und Motive.
An Analysis of De trinitate 8-10 in Light of De spiritu et littera
This innovative study makes a fresh contribution to Augustine’s study of grace and the Trinity. Through a close historical-contextual analysis of De trinitate 8-10 and De spiritu et littera, the dissertation demonstrates that a crucial pattern of ‘love rescuing knowledge’ can be seen to be present in both works. Augustine is also shown, in both works, to have a keen interest in discussing the theme of human perfection.In uncovering linkages between Augustine’s reflections on grace and the Trinity in these works, as well as in his other writings, this study makes the wider claim that these two famous theological themes should be explored in concert with one another, rather than be treated separately. The nascent Pelagian controversy is considered as an important historical background, and the dissertation makes use of the most up-to-date scholarship on Platonism and biblical exegesis.
Eine ästhetische relecture der Erbsünde
AutorIn: Florian Klug
Erlösung und Erbsünde – Eine Verhältnisbestimmung mit den Kategorien von Ästhetik, Erotik, Ironie und Narzissmus.
Das Buch stellt sich der Frage, wie Erlösung aktuell verstanden werden kann und welchen theologischen Gehalt die Erbsündenthematik dafür bereitstellt. Von der philosophischen Theorie der Subjektwerdung aus geht die Analyse auf die Gnade als lebendige Begegnung mit dem dreieinen Gott im menschlichen Gegenüber und in den sakramentalen Feiern ein. Anschließend kann das gelungene Menschsein als heteronome Selbstwerdung in Gemeinschaft bestimmt werden. Als zentrale Kategorien der Analyse dienen hierfür Ästhetik, Ironie, Erotik und Narzissmus, um daran eine relecture der Erbsünde vorzunehmen, die der erlösenden Heilstat Christi stete Priorität einräumt.