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Von der Rezeption des aristotelischen Hylemorphismus zur Reformulierung der Imago-Dei-Lehre Augustins
Wilhelm von Auvergne (geb. 1249) rezipiert als einer der ersten die neuübersetzten Schriften des Aristoteles im lateinischen Westen. Die vorliegende Arbeit untersucht erstmals sein Werk De anima auf seine ideengeschichtlichen Wurzeln hin und ermöglicht so Wilhelms philosophiehistorische Einordnung, die bislang notorisch umstritten ist, da er entweder als engstirniger Reaktionär oder als Türöffner des Aristoteles interpretiert wird.
Wilhelm wählt mit der Gottebenbildlichkeit der Seele ein spezifisch augustinisches Thema als Zielpunkt seiner Theorie, mit der er eine Denkfigur des menschlichen Ich formuliert, die eine Brücke zwischen Augustinus und Descartes bildet. So erfährt der aristotelische Hylemorphismus sowohl Kritik als auch eine Umformulierung, zugleich wird die überlieferte Lehre Augustins unter diesen Anfragen neu durchdacht und in origineller Weise reformuliert.
Das zehnte Buch der Confessiones steht in mehrfachem Sinn im Zentrum des Gesamtwerks, ja es kann in einer Art als Zentrum dieses Werkes verstanden werden, dass es dessen Kernaussage in dichtester Form vergegenwärtigt. Die ersten neun Bücher hatten von Augustins Leben bis zur Bekehrung erzählt. Im zehnten Buch greift Augustinus die Erzählungen des Vergangenen auf und reflektiert sie auf ihre Bedeutung für sein gegenwärtiges Leben. Diese Reflexionen weisen voraus auf die Untersuchungen der drei abschließenden Bücher, in denen Augustinus das menschliche Leben angesichts der Heiligen Schriften meditiert. In Erzählung, Reflexion und Meditation verfolgt Augustinus das doppelte Ziel der Selbsterkenntnis und der Gottsuche, die sein Herz hatte ruhelos werden lassen und ihm am Ende wahres, lebendiges Leben verheißt.