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München zwischen kulturellem Pluralismus und "Hauptstadt der Bewegung"
Das um 360/61 n. Chr. verfasste Geschichtswerk des Aurelius Victor behandelt die römische Kaisergeschichte von ihren Anfängen unter Augustus bis in die eigene Gegenwart des Verfassers. Die vorliegende Ausgabe bietet einen revidierten lateinischen Text und eine neue Übersetzung.Im Unterschied zu anderen Breviarien des 4. Jahrhunderts zeichnet sich das Werk durch seine moralischen Bewertungen sowie seinen anspruchsvollen Schreibstil aus. Seinen besonderen Quellenwert verdankt es den oft wichtigen und einzigartigen Nachrichten für die Geschichte des 3. und 4. Jahrhunderts, die im historischen Kommentarteil erörtert werden. Der philologische Kommentar erläutert Textgestaltung, Übersetzung und die eine oder andere sprachliche Besonderheit des Autors.
Emotions- und Alltagsgeschichte polnischer 'Zivilarbeiter' in Berlin 1939-1945
AutorIn: Katarzyna Woniak
Das Buch bietet eine Analyse der Lebenswelten polnischer Zwangsarbeiter in Berlin aus einer individuellen Perspektive. Ausschließlich anhand zeitgenössischer Ego-Dokumente beschreibt die Autorin weniger die Erlebnisse der Betroffenen, sondern vielmehr die Deutung und emotionale Wahrnehmung des Zwangsarbeiteralltags, der mindestens genauso heterogen war, wie ihre „Zwangswelten“.
Die Studie schreibt sich damit in die aktuellen europäischen Diskurse zum Zweiten Weltkrieg ein und mit ihrer Perspektive „von unten“ trägt sie zum Forschungsstand mit neuen Impulsen bei. In Zeiten, in denen es immer weniger Zeitzeugen gibt, können ihre zeitgenössischen Ego-Dokumente helfen, die historischen Vorgänge zu verstehen. In diesem Sinne bietet das vorliegende Buch eine intensive Annäherung an die Lebenswelten der Zwangsarbeiter. Denn die Heranziehung von justiziellen Personalakten aus der NS-Zeit sowie der Briefe und Tagebücher der Betroffenen ermöglichte es, die Gefühle und Handlungen aus ihrer Perspektive zu schildern.
Erinnerungspolitik und historische Kontroversen in der Bundesrepublik 1945-1980. Übersetzt von Charlotte P. Kieslich
AutorIn: Mark Edward Ruff
Wurden Papst Pius XII. und die katholische Kirche nach 1945 wegen ihres Verhaltens während der Herrschaft der Nationalsozialisten unverhältnismäßig in den Fokus gerückt?
Mark Edward Ruff untersucht die heftigen Kontroversen über das Verhältnis zwischen der katholischen Kirche und dem NS-Regime, die in der Bundesrepublik zwischen 1945 und 1980 ausbrachen – etwa über Rolf Hochhuths Schauspiel „Der Stellvertreter“ von 1963. Er beleuchtet dabei, warum diese kulturellen Gefechte so viel Kraft kosteten, die Schlagzeilen beherrschten, Klagen vor Gericht auslösten und zum Einschreiten von Außenministerien führten. Nach Ruff waren diese Kontroversen über die Beziehung zwischen Kirche und Nationalsozialismus oftmals Stellvertreterkriege um die Positionierung der Kirche in der „modernen“ Welt – in der Politik, internationalen Beziehungen und den Medien. Im Mittelpunkt dieser Auseinandersetzungen standen in den meisten Fällen Konflikte, die durch die gestiegene politische Bedeutung des Katholizismus und die Integration katholischer Bürgerinnen und Bürger in die Mitte der Gesellschaft ausgelöst wurden.
König im großen Welttheater
AutorIn: Sven Externbrink
Hinter die Kulissen des Lebens Ludwigs XIV. schauen, eines Monarchen, mit dem sich so viele Klischees verbinden, und einen Eindruck vom „wahren“ Leben hinter dem roten Samtvorhang vermitteln – das will die Biographie von
Sven Externbrink.
Ausdrücklich richtet sich dieses Buch nicht nur an Fachhistoriker, sondern bringt auch dem historisch interessierten Laien eine sehr ferne und fremde Epoche nahe. Dabei bricht das Buch mit der traditionellen chronologischen Darstellung eines Lebens, beginnend mit der Geburt und endend mit dem Tod. Statt dessen blicken wir aus verschiedenen Perspektiven auf den Sonnenkönig – beginnend mit seiner Person, zweitens mit dem Blick auf Zeitgenossen, Untertanen, Monarchie und Ludwigs Regierung, drittens auf Ludwig und Europa. Eingeschoben werden „Miniaturen“, in denen aus nächster Nähe Schlüsselereignisse seines Lebens thematisiert werden. Wie kaum ein anderer Monarch vor ihm in Europa hat Ludwig XIV. die Kunst in den Dienst der Monarchie gestellt. In der Person Ludwigs tritt dem Leser daher auch ein „Künstler“, und zwar ein „Schauspieler“ entgegen, der zeitlebens die Rolle des König gespielt hat, als Schauspieler auf der Bühne der Welt und des Lebens.
Die Rettung der Juden von Dolginovo 1942. Übersetzt von Ingrid Damerow
AutorIn: Inna Gerasimova
HerausgeberIn: Ingrid Damerow
Dieses bewegende Buch ist das Ergebnis einer einzigartigen historischen Spurensuche: Inna Gerasimova beschreibt als präzise Chronistin exemplarisch das Schicksal weißrussischer Jüdinnen und Juden während der nationalsozialistischen Besetzung des Landes. Dafür verwendet sie auch zahlreiche Zeitzeugenberichte, die das damalige Geschehen lebendiger nachvollziehbar machen als Überblickswerke und Statistiken es können.
Der kommunistische Kommissar und Partisan Nikolaj Kiselëv wagte im August 1942 den Versuch, über 200 jüdische Menschen aus dem Dorf Dolginovo mehr als 1.500 Kilometer durch von den Deutschen besetztes Gebiet zu führen – nach Osten, hinter die rettende Frontlinie auf sowjetisch kontrolliertes Gebiet. Für dieses riskante Unterfangen wird er heute in Yad Vashem als ein „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.
Was veranlasste Kiselëv zu seinem Entschluss und wie verlief dieser von ihm organsierte „Marsch des Lebens“? Welches Schicksal widerfuhr denen, die sich auf den Weg machten? Wie wurde Kiselëv in der Sowjetunion nach dem Krieg beurteilt und wie sah sein weiteres Leben aus? Inna Gerasimova, langjährige Leiterin des Museums für jüdische Geschichte und Kultur Weißrusslands in Minsk, gibt Antwort auf diese Fragen.
Der Kampf um Rom und seine Inszenierung
AutorIn: Magnus Pahl
Am 18. Mai 1944 war die Schlacht um den Monte Cassino für die Wehrmacht verloren. Die Alliierten hatten den umkämpften „Wellenbrecher Cassino“, wie ihn die deutsche Propaganda nannte, nach knapp einem halben Jahr schwerer Kämpfe eingenommen und drangen auf Rom vor. Goebbels Propaganda aber agierte so geschickt und nachhaltig, dass viele Deutsche bis auf den heutigen Tag mit den Namen „Monte Cassino“ in erster Linie einen letzten deutschen Abwehrsieg und keine verlorene Schlacht verbinden. Insbesondere das Bild unbesiegter deutscher Fallschirmjäger prägt oft das Klischee bei militärgeschichtlich Interessierten. Aber sogar die wissenschaftliche Literatur übernahm diese Propagandainhalte.
Magnus Pahl hinterfragt in seinem Buch den Mythos der deutschen Kampfkraft bei Cassino. Er wirft dabei den Blick aber ebenso auf die multinationalen Streitkräfte der Alliierten, unter denen das neuseeländische wie auch das polnische Kontingent eine besondere Rolle spielte. Monte Cassino ist auf seine Weise auch ein europäischer, ja globaler Erinnerungsort des Zweiten Weltkriegs. In diesem Sinne ist dem Band ein Geleitwort des polnischen Militärhistorikers Zbigniew Wawer beigegeben.
Ein Wiederaufbau, der vor dem Krieg begann
Das Wiederaufbauprogramm des historischen Stadtzentrums von Warschau, in der Kunstgeschichte als ein einmaliges und einzigartiges Projekt wahrgenommen, war eine Collage europäischer Ideen der Architektur, Stadtplanung, Denkmalpflege, Moderne und Hygiene.
Der Wiederaufbau des gesamten historischen Viertels, wie er in Warschau nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte, wurde von einem bis dato beispiellosen Ausmaß der Zerstörung erzwungen und bildete eine Ausnahmeerscheinung im europäischen Vergleich. Sucht man nach den ideologischen Wurzeln des Wiederaufbauprogramms der Warschauer Baudenkmale, wird ein deutlicher Fortbestand des städtebaulichen und architektonischen Gedankenguts aus der Vorkriegszeit sichtbar, welches insbesondere in den ersten Nachkriegsjahren zum Ausdruck kam. Die Idee der Kontinuität der Vorkriegstheorie und -praxis polnischer Architekten, die das Zentrum Warschaus wiederaufbauten, bildet die Hauptthese der vorliegenden Dissertation.
AutorIn: Tim Lorentzen
Als Dietrich Bonhoeffer 1945 im Konzentrationslager starb, sollte sein Andenken ausgelöscht werden. Heute zählt er zu den bekanntesten Theologen weltweit. Hier wird die Karriere dieses „evangelischen Heiligen“ nach seinem Tod neu rekonstruiert.
Tim Lorentzen zeichnet Bonhoeffers Gedächtnis in die Kontexte der Kirchen-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte beider deutscher Staaten ein. Erinnerungsstätten und Gedenktage, Jubiläumsreden und Ausstellungen werden dabei zu Knotenpunkten eines öffentlichen Umgangs mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. So wird die materialreiche Darstellung auch zu einer Geschichte politischer Ethik in Ost und West: Wie haben Erinnerungsgemeinschaften verschiedener Generationen unter je eigenen Bedingungen die Verschwörung gegen Hitler gedeutet, welche programmatischen Ziele verbanden sie mit ihren Gedächtnisakten? Erstaunlich früh wurde der tote Bonhoeffer zu einer Figur kirchlicher Geschichtspolitik.
Georgian Astrological Texts of the 17th, 18th and 19th Centuries
In Christ Came Forth From India, Timothy Paul Grove offers a survey and contextualization of early modern Georgian writings on astrology, astronomy, and cosmology.
These texts include the widely distributed translations of the Almanacco Perpetuo of Ottavio Beltrano (1653), a text brought to the Caucasus by Roman Catholic missionaries, several texts attributed to king Vakht’ang VI of Kartli (1675-1737), and two 19th century manuscripts which incorporate much older material. The numerous Georgian texts are described and examined in terms of their chronology and interrelated content, their literary relationship to texts from outside the Caucasus, and their context within the astrological literature of Europe, the Near East, and the Far East.