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Antisemitismus, Judenverfolgung und Wiedergutmachung in Westfalen 1925-1965
Author: Marlene Klatt
In kaum zehn Jahren setzte das NS-Regime die völlige Isolierung der jüdischen Bevölkerung bis hin zu ihrer Deportation und Ermordung durch, ohne dass die Mehrheitsgesellschaft hiergegen nennenswerten Widerstand leistete. Wie es dazu kommen konnte, ist nach wie vor ein vieldiskutiertes Problem. Viel spricht dafür, eine Antwort im alltäglichen Zusammenleben von jüdischen und nichtjüdischen Deutschen zu su-chen. Das tut Marlene Klatt, am Beispiel der drei Gemeinden Arnsberg, Hagen und Niedermarsberg. Sie beschreibt den gewachsenen gesellschaftlichen Antisemitismus und zeigt konkret, welchen Anteil die lokale Gesell-schaft an der Verdrängung der jüdischen Minderheit aus dem öffent-lichen Leben hatte. Auch der Nachgeschichte widmet sie sich. Wie weit gelang es der 'Wiedergutmachung', die Verfolgungstatbestände auszugleichen? Wie ernsthaft war dieser Versuch überhaupt und wie reagierten Opfer und Täter? Der Band untersucht zudem, was mit den 'arisierten' Vermögen geschah und wie man den Opfern nach 1945 begegnete. Ziel ist die Beantwortung der umstrittenen Frage, welchen Stellenwert die 'Wiedergutmachung' für jüdische Verfolgte in der deutschen Nachkriegsgesellschaft besaß und inwieweit die Opfer und ihr Schicksal von der Mehrheitsgesellschaft akzeptiert wurden.
Die Bezirksregierungen Münster und Minden/Detmold von 1930 bis 1960
Author: Hedwig Schrulle
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte Deutschland drei radikale Umbrüche der staatlichen Ordnung, auf die die öffentliche Verwaltung mit größter Beharrungskraft reagierte, vor allem hinsichtlich ihrer organisatorischen und personalen Strukturen, während sie sich andererseits flexibel an die jeweili-gen neuen Verhältnisse anpasste. Hedwig Schrulle geht am Beispiel der westfälischen Bezirksregierungen Münster und Minden/Detmold der Frage nach, welche Funktionen den behördlichen Apparaten im diktatorischen Machtstaat und im demokra-tischen Staat zugedacht waren und in welchem Umfang sie diesen nachkamen oder ihnen entgegenarbeiteten. Sie rekonstruiert und analysiert am Beispiel von Aufgabenfeldern wie Personalpolitik und Bau-, Schul- und Medizinalverwaltung das Handeln dieser Mittelinstanzen. Die Auto- rin zeigt, welchen Beitrag die Bezirksregierungen zur nationalsozialisti-schen Durchdringung der Gesellschaft leisteten und in welchem Ausmaß sie sich nach 1945 um eine personelle und 'ideelle' Entnazifizierung be-mühten.
Kommunale Gebiets- und Funktionalreformen in der Bundesrepublik Deutschland in historischer und aktueller Perspektive
Demografische und wirtschaftliche Veränderungen haben in der Bundesrepublik immer wieder zu weitreichenden kommunalen Neuordnungen geführt. Historiker und Juristen, Wissenschaftler und Praktiker vergleichen Ziele, Umsetzung sowie politische und gesellschaftliche Folgen der Reformen der 1960er/1970er Jahre. Vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher Veränderungen liefert die Geschichte der Gebiets- und Funktionalreformen ein anschauliches Beispiel für den Konflikt zwischen staatlichem Planungsdenken und bürgerschaftlichen Partizipationsansprüchen sowie für die andauernde Aktualität des Themas 'Effizienz versus Legitimität'.
Ein Lehr- und Lernbuch
Angesichts einer offenen und ungewissen Zukunft und im Hinblick auf den nicht mehr vorgegebenen, sondern vom einzelnen selbst zu bestimmenden Lebenssinn wird eine Erziehung immer fragwürdiger, die den Menschen in erster Linie für Zwecke abrichten und auf Funktionen vorbereiten will. Daher erscheint es dringend notwendig, das Projekt Erziehung von der Idee der mündigen Person her neu zu denken und zu entwerfen. Statt die europäische Tradition von Antike, Christentum und Aufklärung preiszugeben, wird diese im Hinblick auf aktuelle Probleme und Herausforderungen der Zukunft projiziert. Das von den deutschen Pädagogen und einem südamerikanischen Bildungsplaner ursprünglich für amerikanische Leser konzipierte Buch erörtert die zehn wichtigsten Grundfragen der Erziehung und versteht sich als Aufforderung zu eigenem kritischen Nachdenken. Die junge Erziehungswissenschaftlerin Sabine Seichter hat das inzwischen weltweit erprobte Lehr- und Lernbuch für ein breites deutschsprachiges Publikum überarbeitet und neugefasst. In dieser Form wendet es sich an alle an Erziehung Interessierten (Eltern, Erzieher, Lehrer, Studierende, Bildungspolitiker, Pädagogen) und eignet sich gleichermaßen für die Ausbildung von Erziehern und Lehrern wie als Lernbuch für das individuelle Selbststudium.
Politik, Kultur und Gesellschaft im Großherzogtum Berg und im Königreich Westphalen 1806-1813
Lange hat die Idee des Nationalstaats die deutsche Erinnerungskultur so sehr bestimmt, dass man Staaten, die sich diesem Paradigma entzogen, kritisch bis negativ beurteilte. Zu ihnen zählten auch das 1806 gegründete Großherzogtum Berg und das Königreich Westphalen – zwei Staaten, von denen trotz ihres nur kurzen Bestehens weitreichende Modernisierungsimpulse ausgingen. Wer sich einen Überblick über die Geschichte dieser napoleonischen Modellstaaten verschaffen will, ist nach wie vor auf Darstellungen vom Ende des 19. Jahrhunderts angewiesen. Der vorliegende Band unternimmt deshalb den Versuch, Westphalen und Berg in einem anderen Licht zu zeigen und vorhandene Lücken zu schließen. Untersucht werden vor allem die zentralen Aspekte der Modernisierung in beiden Staaten: Repräsentation und Staatskult, kirchliche und religiöse Fragen, die Neuausrichtung der Gewerbepolitik, die Reform von Justiz und Verwaltung. Deutlich wird dabei zum einen die Diskrepanz zwischen Reformanspruch und gesellschaftlicher Wirklichkeit; zum anderen geht es um die langfristigen Folgen der napoleonischen Reformpolitik in Deutschland.
Band I: Grundlagen - Allgemeine Erziehungswissenschaft
Das Handbuch der Erziehungswissenschaft will im Rahmen disziplinbezogener Bände Übersichten über Einzelbereiche verschaffen, wobei die übergreifenden Zusammenhänge sichtbar bleiben. Es will die relevanten erziehungswissenschaftlichen Problemstellungen, Standpunkte und Tendenzen in integrativer Sicht auf Lösungsansätze und zukunftweisende Perspektiven hin befragen. Die einzelnen Artikel werden in leicht verständlicher Sprache verfasst und sind als Erstinformation für Studierende und interessierte Laien gedacht.
Dem Handbuch liegen folgende Leitgesichtspunkte zugrunde: Gegenstand sind Erziehungs- und Bildungsprozesse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Kontext unserer modernen Welt mit ihren erhöhten Anforderungen an Lernprozesse – ein Leben lang. Entsprechend versteht sich Erziehungswissenschaft als praxisbezogene Disziplin, in der es stets auch um die Frage nach dem »guten«, lebenswerten Leben geht. Sie weiß sich verankert in Philosophie und historisch- systematischem Denken und abgestützt durch das reichhaltige Potential der Human- und Sozialwissenschaften.
Gegenüber einer in der Pädagogik häufig anzutreffenden ideologischen Verfestigung soll der Modellcharakter und die Perspektivität einer jeden Theorie aufgewiesen werden. Im Einzelnen bedeutet dies: Offenheit für Pluralität und diverstheoretische Positionen.
Band 3,1: Faksimile-Band Band 3,2: Kommentare
Auch slovenische Übersetzungen der Bibel sind aus der Kultur des Imperium Romanum heraus entstanden, zuerst und vor allem der Reformation in Deutschland.
Zunächst veröffentlichte der lutherische Prediger Primož Trubar (1508-1586) seine Übersetzungen des Matthäus-Evangeliums und der Paulusbriefe (1555-1567), danach den Psalter (1566) sowie in zwei Teilen das ganze Neue Testament (1582). Ihm trat dann Jurij Dalmatin (ca. 1547-1589) mit Übersetzungen aus dem Alten Testament zur Seite: Jesus Sirach (1575), Pentateuch (1577) und die Sprüche Salomonis (1580). 1584 brachte er die ganze Bibel heraus, nachgedruckt 1968 und öfter. Alle diese Übersetzungen waren nach Luthers Bibel gemacht, unter Berücksichtigung der Vulgata und auch des griechischen Textes.
Hier werden zum ersten Mal die frühen Texte von Trubar und Dalmatin wieder als Facsimile nachgedruckt.
Editor: Reinhard Hoeps
Das Handbuch der Bildtheologie gibt in vier Bänden eine gründliche Einführung in Phänomene, Begriffe und Geschichte des Bildes unter theologischen Gesichtspunkten. Der erste Band ist der Geschichte der Bild-Konflikte gewidmet. Bilder sind aus der Vorstellungswelt des Christentums nicht wegzudenken. Zwar gilt die christliche Religion als Schriftreligion, die in der Verbindlichkeit von Worten und Texten gründet. Um sie herum aber hat sich der Hof einer Bildkultur beinahe stetig ausgebreitet, und diese Bilder haben sich nie damit begnügt, die schriftlichen Überlieferungen lediglich zu illustrieren. Bilder im Christentum haben Teil an der Inkommensurabilität des menschlichen Erkenntnis- und Ausdrucksvermögens gegenüber dem Göttlichen. Diese Unangemessenheit schränkt ihren Wert als ‚naturgetreue’ Abbilder ein, sie ist zugleich aber auch der tiefere sachliche Grund für die Existenz von Bildern im Christentum. Die Bilderfrage reicht tief in die historischen, aber auch in die systematischen Wurzeln des christlichen Bekenntnisses hinab. Sie markiert zugleich eine der brisantesten Nahtstellen zwischen christlicher Religion und europäischer Kultur. Der Kanon der klassischen akademischen Disziplinen innerhalb der Theologie bildet diese Bedeutung keinesfalls angemessen ab, doch sind die einschlägigen Fragestellungen auf nahezu allen theologischen Themenfeldern präsent. Vor dem Hintergrund der vielfältigen und grundlegenden Beziehungen zwischen der christlichen Religion und dem Bildlichen geht die Bildtheologie den Valenzen des Bildes im Christentum nach, systematisiert sie, entwickelt sie als durchgängige theologische Perspektive und bringt sie in den Diskurs mit Kunst- und Kulturwissenschaften ein. Das Handbuch der Bildtheologie entwirft das Tableau der thematischen Eckpunkte und einschlägigen Fragestellungen einer solchen Disziplin. Fachwissenschaftler aus Theologie, Kunstgeschichte, Philosophischer Ästhetik, Kultur- und Medienwissenschaften entfalten die zentralen Fragestellungen, die das Bild in theologischer Perspektive aufwirft, und umreißen die Schnittstellen zwischen theologischen, kunstwissenschaftlichen und philosophisch-ästhetischen Bild-Diskursen. Theologische Aufmerksamkeit finden Bilder vor allem dann, wenn sie mit religiösen Vorstellungen in Widerstreit geraten. Bilder haben das Vermögen, als riskante Herausforderungen, sogar als potentielle Gefährdungen dem christlichen Bekenntnis entgegen zu treten; die Geschichte der Bildtheologie besteht aus einer Reihe von Konfliktgeschichten: in Bilderstreitigkeiten, in Interessenskonflikten, in wechselseitigen Entfremdungen. Ein erster Gang durch das Grenzgebiet zwischen Bild und Theologie gibt deshalb einen Einblick in von religiösen Motivationen oder Implikationen gezeichnete Auseinandersetzungen um Bilder zwischen Altem Testament, Antike und Gegenwart
Eine Biographie. Herausgegeben mit Unterstützung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, Potsdam
Klaus-Jürgen Müller, einer der namhaftesten Militär- und Zeithistoriker Deutschlands, legt seine seit langem erwartete große Biographie über Ludwig Beck vor. Sie ist die Summe seiner langjährigen Auseinandersetzung mit dem Leben dieses Offiziers, der von 1935 bis 1938 als Generalstabschef des Heeres Mitgestalter der neuen Wehrmacht war, aber während der Sudetenkrise 1938 als einziger unter den militärischen Entscheidungsträgern aus Protest gegen Hitlers Kriegspolitik zurücktrat. Am 20. Juli 1944 opferte Beck als einer der führenden Köpfe des nationalkonservativen Widerstands sein Leben.
Müller stellt das Leben Becks nicht, wie andere es häufig taten, unter einen einzigen zentralen Aspekt, den des Widerstands. Das griffe für einen Mann, der 40 Jahre seines Lebens unter drei verschiedenen politischen Ordnungen im aktiven Dienst verbrachte, viel zu kurz. Müller ordnet Beck vielmehr in die Entwicklung des deutschen Offizierkorps vom Zenit des Kaiserreichs bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein.
Ein großes Buch, das viele neue Erkenntnisse eröffnet: über Beck als Person, über die Gruppe, der er angehörte: die preußisch-deutsche Militärelite, und über die Entwicklung und Struktur des militärischen Widerstands gegen Hitler.
Müller begreift Beck als Ausnahmeerscheinung innerhalb seiner Offiziersgeneration – als Typus des kultivierten, gebildeten Bürgers, dessen von der Familie geprägte geradlinige Moral und intellektuelles Ethos sein ganzes Leben bestimmten. Sie befähigten ihn, einmal als richtig erkannten Einsichten gegen alle Zwänge seines beruflichen Milieus unbeirrbar zu folgen. Gerade in Konfliktsituationen erwiesen sie sich als stärker als seine militärische Erziehung oder als Karrierestreben.
Inhaltlich beanspruchte Beck, ganz der preußischen Militärtradition folgend, für das Militär eine der Politik gleichberechtigte Führungsrolle in Staat und Gesellschaft. Dieser politisch-soziale Eliteanspruch unterschied ihn u. a. von seinen Rivalen Keitel und Fromm, die in den Kategorien einer bloßen Funktionselite dachten. Er war überzeugt, dass politische und militärische Entscheidungen ethisch fundiert sein mussten. Beck glaubte zunächst, das Dritte Reich würde seine Ansprüche verwirklichen. Als er aber erkannte, dass das Handeln Hitlers mit seinen Überzeugungen unvereinbar war, führten ihn seine moralische Kraft und seine Prinzipientreue Schritt für Schritt in den Widerstand, bis zur letzten Konsequenz.