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Russlanddeutsche Erfahrung und Erinnerung
Über 70 Jahre in der Sowjetunion haben die Erinnerungskultur der Russlanddeutschen nachhaltig und generationenübergreifend geprägt. Angesichts der etwa 2,4 Millionen Bundesbürger:innen mit russlanddeutscher Migrationsgeschichte stellt ihre Erfahrung von Verfolgung, aber auch vom Leben in einer Diktatur einen erheblichen Teil gesamtdeutscher Erinnerung dar. Dieses spezifisch russlanddeutsche Gepäck ist jedoch bisher kaum bekannt, geschweige denn sichtbar. Der vorliegende Band möchte für die Vielstimmigkeit einer sich immer wieder neu aushandelnden Erinnerungskultur in Deutschland sensibilisieren. Am russlanddeutschen Beispiel wird auf die Herausforderungen, aber auch die Chancen neuer, migrantischer Narrationen verwiesen. Diese kann Perspektiven aufzeigen, wie sich zukünftig Erzählungen im postmigrantischen Deutschland des 21. Jahrhunderts etablieren lassen könnten.
Humanitarian Islam is an innovative concept that has begun emerging from the traditions of Islam in Indonesia in recent years. The most important contemporary Islamic organizations in Indonesia support it. Nevertheless, it seems to be unknown beyond the Southeast Asian context, despite its global potential, aspirations and claims. Moreover, the concept has not received any academic attention so far. This volume presents reflections on the idea of Humanitarian Islam by Muslim and non-Muslim scholars from Europe and beyond.
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The Balkans provided the escape route for tens of thousands of German Jews, and remained a place of refuge until the Nazis brutally shut it off with the mass murder of Jewish refugees on the so-called Kladovo transport starting in September 1941, which can be considered as the beginning of the Holocaust in Europe. Responding to publications about the Western European and American exile experience of the Jews after 1933, this book offers comparative insights into the less trodden paths of the persecuted, illuminating the cultural and political context of the Balkan host countries, the response of local Jewish communities, and the reactions of common people and assorted criminals. The Balkans, often marginalised and loathed, emerges in hundreds of personal accounts of survivors gathered here, supplemented by extensive archival research, as a welcoming getaway, where thousands survived thanks to the Italian occupiers, illiterate peasants, and Communist-led Partisan resisters.
Series:  FOKUS, Volume: 15
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Volume Editor:
The lost world of the Eastern European Jews meets the lost world of life under the Soviet rule. From the Galician shtetl of Mościska (Mostyska)—now in Ukraine near the Polish border—the story follows a Jewish family through two World Wars, deportation to a labor camp under the Soviet regime, through Central Asia, the Middle East, to America. These are the lost worlds the author vividly brings to life. Holding onto Jewish tradition in the darkest of places, surviving mass, grave human rights violations. 80% of Polish Jews, who survived the Second World War, did so through the Soviet Union. Meier Landau and his family escaped Germans, but were deported by the Soviets from Lviv, along with thousands of other Jewish families. This is their story—prisoners in a world so strange, it is almost unbelievable to them. This text is a testament to the power of remembering—a necessary reading when war and refugees are present again where this real-life story unfolds.
Series:  FOKUS, Volume: 14
Editor / Translator:
The cautious expansion of freedoms in the sign of de-Stalinization is remembered in Poland as the "October Thaw of 1956". The renowned historian Jerzy Kochanowski presents an innovative view of this era. He vividly describes the contemporary facts of life as hooliganism and prostitution, work and unemployment, money and corruption, the concept of deliberate motherhood and dreams of having one's own car. The term "revolution" in the title of the book is to be taken literally, because the emotions that gripped Polish society at the time manifested themselves in a variety of ways on the streets. When the “Polish October Revolution” was over, the country was irreversibly changed.
History, Politics, and the Emergence of Shamanism in Transbaikalia
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Ist es möglich, den Schamanismus zu historisieren oder soll er weiterhin zu den "schriftlosen" Traditionen gehören, die sich außerhalb der Geschichtsschreibung entwickelt haben? Dieser Kernfrage geht Piotr Sobkowiak nach und zeigt anhand einer detaillierten Analyse von wenig bekannten historischen Quellen in den Originalsprachen auf, dass der Schamanismus in der Mongolei und Südsibirien doch über eine Geschichte im herkömmlichen Sinn verfügt. Die Monographie zeichnet den etwa dreihundertjährigen Verlauf der Auseinandersetzungen zwischen traditionellen Lebensweisen und neuen religionspolitischen Strömungen nach, die einheimische Praktiken in Frage stellten. Aus diesem Spannungsfeld wurde der burjatische Schamanismus als eine eigenständige religiöse Tradition Südsibiriens im neunzehnten Jahrhundert konstituiert.
Politischer Mythos und historische Semantik einer spätantiken Ordnungsmetapher
Wie wurde kaiserliche Herrschaft im spätantiken Ostrom begründet? Um dies zu ergründen, lotet der vorliegende Band für den Zeitraum von etwa 457 bis 550 n. Chr. systematisch den Stellenwert republikanischer Deutungsangebote aus und ergänzt so die Forschung, die sich auf den als Sakralisierung bezeichneten Prozess der christlichen Überformung traditioneller Kommunikationsformen konzentrierte. Methodisch werden Zugänge der Historischen Semantik und der metaphorologischen Begriffsgeschichte genutzt. Das betrachtete Jahrhundert zeichnet sich durch einen Rechtfertigungsdruck dafür aus, weshalb die tradierte imperiale Monarchie die für das römische Gemeinwesen (res publica) angemessene Herrschaftsform darstelle. Die Kombination aus teils traditionellen, teils innovativen Formen von Monarchiekritik, Endzeiterwartungen und dem Umstand, dass auf ehemals römischem Boden Reiche entstanden, die von keinem Kaiser beherrscht wurden, entfaltete eine bedrohliche Begründungslast, auf die reagiert werden musste.
Zeugen der Entwicklung und Überlieferung des Septuagintatextes
Es handelt sich beim vorliegenden Band um Studien zu verschiedenen theologischen und literarischen Fragestellungen des Hebräerbriefes, u.a. Absicht und Zielsetzung, Adressaten, Ekklesiologie, Bundesvorstellung, Jesus als „Mittler“, Bedeutung des Todes Jesu, Rede von Gott, Christologie, Hebräer 13, Schriftrezeption, Kirche und Israel. Der Hebräerbrief erfreut sich in der jüngeren Forschung eines lebhaften Interesses. Der Autor desselben wird zunehmend als der dritte große Theologe des Neuen Testaments neben Paulus und Johannes angesehen. Viele Detailfragen sind noch ungeklärt. Die Studien sind entstanden in den letzten 15 Jahren als Vorarbeiten zu einer Kommentierung des Hebr. Sie behandeln wichtige Fragestellungen der Auslegung des Hebr und versuchen, die Forschung einen Schritt voranzubringen.
Begründer der modernen Ukraine
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Das vorliegende Buch ist eine politische Biographie des Begründers der modernen Ukraine Symon V. Petljura. Dieser spielte eine wichtige Rolle in der nationalen Bewegung der Ukraine vor dem Ersten Weltkrieg. Nach der Revolution 1917 im Russländischen Reich wurde er ein zentraler Akteur der Autonomie- und Staatsbildungsversuche der Ukrainer. Als Sozialdemokrat trug er wesentlich zum Sturz des 1918 von den Deutschen in Kiew eingesetzten Hetmans Pavlo Skoropads'kyj bei und setzte sich mit weiteren Revolutionären Anfang 1919 an die Spitze der Ukrainischen Volksrepublik (UNR). Als deren Oberster Otaman bzw. Präsident wurde er rasch zum anerkannten Führer, der im Russischen Bürgerkrieg die Autonomie und später die Unabhängigkeit der Ukraine gegen den Widerstand der Bolschewiki, Polens, der weißgardistischen russischen Generäle, der Staaten Westeuropas und der USA erkämpfen wollte. Er wurde 1926 im Pariser Exil von einem gedungenen bolschewistischen Attentäter ermordet. Diese Biographie stellt einen Versuch dar, Petljuras Ideen nationaler Unabhängigkeit sowie die Gründe seines Scheiterns zu erklären.