Im vorliegenden Band der Kölner Papyri werden 26 bisher teilweise unveröffentlichte Texte publiziert. Den größten Teil des Bandes nimmt die Publikation griechischer Papyrusurkunden ein. Mit Ausnahme dreier Privatbriefe aus familiärem und geschäftlichem Bereich (Nr. 666, 673 und 674), von denen zwei aus der Kaiserzeit datieren, gehören die restlichen griechischen Dokumente des Bandes in einen amtlichen und rechtlichen Kontext und datieren aus vorchristlicher Zeit.
Eugenio Pacelli und seine Nuntiaturberichte aus der Zeit der Weimarer Republik
Volume Editors: Hubert Wolf, Holger Arning, and Sascha Hinkel
In den turbulenten Jahren von 1917 bis 1929 berichtete Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., fast täglich als Nuntius aus Deutschland: über Revolutionen und goldene Zwanziger, Kirche und Politik, Kommunisten, Nationalsozialisten und Katholiken.
Pacelli agierte für einen Nuntius oft sehr eigenständig, aber sein Blick auf Deutschland blieb durch römische Vorgaben geprägt. Er war Oberaufseher der deutschen Kirche und Gesandter des Papstes bei der deutschen Regierung in einer Person. In Deutschland machte er Erfahrungen, die sein Handeln als Papst entscheidend prägen sollten. Seine Berichte, die Weisungen aus Rom nebst Anlagen – insgesamt mehr als 20.000 Dokumente aus den vatikanischen Archiven – liegen unter www.pacelli-edition.de jetzt vollständig online ediert vor. Die Fallstudien in diesem Band deuten ihr Potenzial für die Forschung an.
Biblical Pneumatology in its Religious-Historical Context
Reinhard Feldmeier interprets biblical statements on the Spirit of God in the context of ancient religious and intellectual history, thereby revealing its fundamental significance for early Christianity and the ensuing need to “test the spirits”. By holding the critical mirror of biblical testimonies up to the Spirit-forgetfulness of churches in the northern hemisphere and to the overemphasis of some churches in the Global South, his intention is to stimulate further theological reflection.
The Holy Spirit is often granted only a minor role in many churches and theologies. Yet in the Global South, where Christianity – in contrast to Europe and North America – is constantly expanding, the Spirit plays the lead role in Pentecostal and Neo-Pentecostal denominations, as well as in charismatic renewal movements of the mainline churches. This study by Reinhard Feldmeier engages that tension in the form of a biblical exegesis which interprets the biblical witnesses in the context of the religious and intellectual history of Graeco-Roman Antiquity. Against this background, Feldmeier demonstrates both the fundamental significance of the Holy Spirit in early Christianity and the necessity of “testing the spirits” which it entails. In this way, the author seeks to hold up the critical mirror of the biblical testimonies to the Spirit-forgetfulness of churches in the northern hemisphere and to the overemphasis of some churches in the Global South and thus to provide both with impulses for further theological reflection.
Bild und Bilddidaktik im christlich-islamischen Dialog
Religion lebt in Bildern. Bilder stiften Gemeinschaft. Gleichzeitig ziehen Bilder Grenzen zwischen Menschen. In diesem Spannungsfeld erforscht die vorliegende Arbeit Kriterien eines angemessenen Umgangs mit religiöser Bildlichkeit in interkulturellen und interreligiösen Lernsituationen.
Diese interdisziplinäre Forschungsarbeit im Schnittbereich von Religions- und Kunstpädagogik analysiert die Bedeutung verbildlichter Religion für das interkulturelle und interreligiöse Lernen zwischen Menschen christlicher und islamischer Prägung. Dazu untersucht der Autor zentrale Verbildlichungen des Christentums und des Islams vor dem Hintergrund imaginationstheoretischer und bildwissenschaftlicher Erkenntnisse und im Abgleich mit religionspädagogischen und kunstpädagogischen Bildumgangskonzepten. Darauf aufbauend entwickelt er Grundlagen einer interkulturellen und interreligiösen Bilddidaktik und legt dar, welchen Beitrag Religions- und Kunstpädagogik zu einem mündigen Umgang mit kulturellen Figurationen im Allgemeinen und mit religiösen Verbildlichungen im Speziellen leisten können.
Wende im Koreakrieg
Author: Oliver Heyn
Schon am Beginn des Koreakriegs verwandelte die überraschende Intervention eines chinesischen Heeres den siegesgewissen Vorstoß der UN-Truppen unter US-amerikanischer Führung in eine schwere Niederlage.
Der Befehlshaber General MacArthur hatte geplant, mit seinen hauptsächlich aus amerikanischen, britischen und südkoreanischen Verbänden bestehenden UN-Einheiten in einer großen Offensive bis zur Grenze der Mandschurei vorzudringen, um dem Koreakrieg ein rasches Ende zu bereiten. Doch die Schlacht am Cheongcheon vereitelte dieses Vorhaben. Sie wurde zu einem Wendepunkt der Kämpfe und einem Schlüsselereignis des Kalten Krieges. Oliver Heyn analysiert die taktischen Entscheidungen der Generale ebenso wie die Erfahrungen der Soldaten, die in extremer Kälte um jedes Stück Boden rangen. Am Ende steht die Einsicht, dass trotz überlegener Technik und Material der Faktor Mensch die entscheidende Komponente auf dem Schlachtfeld bleibt.
Volksschullehrkräfte im Dritten Reich
Author: Kathrin Stern
Erstmals wird in einer Studie die zentrale Funktion der ländlichen Volksschullehrkräfte für die nationalsozialistische Ideologisierung auf dem Land ausgeleuchtet. Denn die Lehrer und Lehrerinnen der Volksschulen spielten eine wichtige Rolle bei der Implementierung der NS-Ideologie in der Bevölkerung.
Über 90% der Kinder jedes Schuljahrganges besuchten die Volksschule. Zudem nahm das Lehrpersonal wichtige Funktionen in den Dörfern des Deutschen Reiches ein, leitete Gesangs- und Sportvereine und übernahm wichtige Aufgaben innerhalb der Kirche, später auch in der nationalsozialistischen Bewegung. Allerdings haftete den Lehrkräften aufgrund ihres massenhaften Parteieintritts nach der Machtübernahme zunächst der Ruf des Opportunismus an. Intensive Schulungsmaßnahmen sollten sie dazu befähigen, Schulkinder und Dorfbevölkerung für die nationalsozialistische Volksgemeinschaft zu erziehen.
Series Editors: Albert Franz and Alberto Bonchino
Die Reihe Franz von Baader, Ausgewählte Werke versammelt die repräsentativsten und aufschlussreichsten Schriften des katholischen Theologen, Natur- und Sozietätsphilosophen Franz von Baader (1765-1841) in vier Bänden. Diese Texte spiegeln Baaders Gedankenwelt in anschaulicher Weise wider. Insbesondere seine naturphilosophischen, ethischen, religiösen, metaphysischen sowie theosophischen Ansichten treten in ihnen besonders deutlich hervortreten.
Bis heute sind diese Schriften noch nicht in einer kritischen Ausgabe veröffentlicht worden. Die Reihe Franz von Baader, Ausgewählte Werke ist als Editio princeps die erste Ausgabe mit textkritischem Apparat, erklärenden Anmerkungen, Bibliographie, Personen- und Sachregister.
Die vierbändige Ausgabe wird insgesamt 28 chronologisch angeordnete und kommentierte Texte enthalten. Von besonderem Wert ist die kritische Kommentierung, die die einzelnen Textstellen erläutert und wissenschaftlich fundiert einleitet.
Die Herausgeber betreuen ebenfalls die neue Reihe Baaderiana, die die Ausgewählten Schriften mit Studien zu Baaders Werk und Wirken ergänzt. Somit wird die Lektüre von Baaders Texten durch die neuesten Erkenntnisse der Baader-Forschung vertieft und erhellt.
Volume Editor: Jennifer Wasmuth
Der öffentliche Diskurs zeichnet sich gegenwärtig vielfach durch eine Verhärtung der Fronten und die mangelnde Bereitschaft aus, sich auf die Gegenposition einzulassen. Diese Tendenzen lassen sich auch im ökumenischen Kontext beobachten, und schnell ist hier wie dort der Fundamentalismus-Vorwurf zur Hand.
Was meint dieser Vorwurf genau? Gegen wen richtet er sich? Ist Fundamentalismus nur eine polemische Etikettierung von Positionen, die nicht der eigenen entsprechen? Oder lassen sich unter dem Begriff politische und religiöse Gruppierungen fassen, die eine klar erkennbare Agenda verfolgen? Diesen Fragen geht der vorliegende Sammelband nach, indem er in seinen Beiträgen auf die Begriffsgeschichte und die Bedeutung von „Fundamentalismus“ in verschiedenen geographischen, konfessionellen und religiösen Kontexten reflektiert.
Expertise und Loyalitäten zwischen Byzanz und dem Westen (1143–1204)
Author: Leonie Exarchos
Das 12. Jahrhundert war wie kaum eine andere Zeitspanne von äußerst intensiven Kontakten und gegenseitigem Austausch zwischen Byzanz und Lateineuropa geprägt. Viele Lateiner zog es nach Konstantinopel, einige von ihnen traten dort in den Dienst des Kaisers.
Sie arbeiteten als Übersetzer, Dolmetscher, Berater oder Gesandte am Hof. Trotz ihres neuen Lebensmittelpunktes pflegten sie weiterhin Kontakte zu Teilen der lateinischen Welt, manche arbeiteten sogar gleichzeitig sowohl für den byzantinischen Hof als auch für lateinische Auftraggeber. In diesem Buch werden diese Akteure in den Blick genommen und ihr Wissen, ihr Wirken und ihr Selbstverständnis untersucht sowie die Frage ihrer Integration und ihrer Loyalitäten zwischen Byzanz und dem Westen behandelt. Dadurch wirft die Studie ein neues Licht auf diese Individuen als Experten der Zwischenräume.
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Romani Literature and Poetry in Central, South-Eastern and Eastern Europe from the 19th Century to World War II
The book focuses on the early period of Roma publishing (from the nineteenth century until the Second World War) when the first original texts, fiction and media publications authored by Roma appeared.

Based on extensive archival and historical research, including the discovery of earlier, up to now unknown sources, the literary activities of Roma in Central, South-eastern and Eastern Europe are discussed in their historical context and interrelation with the birth of the Roma emancipatory movement. Romani literature and press are thus embedded in the history and literary studies of the European national literatures.
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