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Völkerrecht in den internationalen Beziehungen
Angeregt durch die Debatten über die Bewahrung völkerrechtlicher Standards in einer durch die USA geprägten Weltordnung, diskutieren Experten aus Geschichts-, Politik- und Rechtswissenschaft das Spannungsverhältnis zwischen Macht und Recht in den internationalen Beziehungen.
Gehört es zur menschlichen Natur, dass »der Starke über den Schwachen herrscht«? Der Krieg der USA gegen den Irak und die Rechtlosigkeit in Guantanamo könnten den Eindruck erwecken, als ob diese vor fast 2500 Jahren formulierte Erkenntnis an Aktualität nichts verloren hat.
In einem historischen Längsschnitt schlägt der anregende Band einen Bogen von der Genese des Völkerrechts in der Antike bis zur »asymmetrischen Kriegführung« gegen den internationalen Terrorismus des 21. Jahrhunderts.
Die 11. Bayerische Infanteriedivision 1915-1918
Eine repräsentative Fallstudie über die Herausforderungen des industrialisierten Krieges und das Musterbeispiel einer modernen integrativen Operationsgeschichte.

Im Mittelpunkt steht das Bindeglied zwischen den höheren Entscheidungsinstanzen des Heeres und der Ebene des »kleinen Mannes«, die bislang zu wenig beachtete mittlere Führung. Der Autor fragt nach ihrer Lernfähigkeit, nach ihrer Bedeutung für taktische Innovationsprozesse wie auch für die Aufrechterhaltung und Mobilisierung der Kampfmotivation der Soldaten. Seine Ergebnisse relativieren die in vielen angloamerikanischen Studien gerühmte außergewöhnliche Leistungsfähigkeit des deutschen Heeres ebenso wie die in Deutschland oft noch verbreitete Auffassung von der Innovationsunfähigkeit der Armee.
Bismarcks Vorstellungen von der Politik der europäischen Mächte und vom europäischen Staatensystem
AutorIn: Dominik Haffer
Bismarcks europäische Politik wird meist auf seinen Ausspruch reduziert: »Wer von Europa spricht, hat unrecht.« Solche situationsbedingten Äußerungen müssen jedoch im Kontext seiner gesamten Politik betrachtet werden.
In seiner Studie geht Dominik Haffer daher der Frage nach, ob es für Bismarck nicht doch auf der Ebene der praktischen Außenpolitik der einzelnen Regierungen ein europäisches Bewusstsein, eine europäische Verantwortung und somit Regeln und Verhaltensweisen gab, um gewisse Sicherheit, Ordnung und Berechenbarkeit im Staatensystem zu gewährleisten.
Hermann Wagener und die preußischen Sozialkonservativen 1855-1873
AutorIn: Henning Albrecht
Hermann Wagener, sozialpolitischer Berater und Vertrauter Bismarcks, war die prägende Figur der preußischen Sozialkonservativen. Bis 1873 war er ihr einflussreicher Ideengeber und Organisator. Die vorliegende Studie macht ihn und die Sozial-konservativen, ihre Konzepte und Handlungsstrategien erstmals zum Gegenstand einer umfassenden Untersuchung. Sie zeigt, dass die Sozialkonservativen bereits mit allen Elementen eines 'modernen' Antisemitismus operierten, die gemeinhin erst der Zeit nach dem 'Gründerkrach' von 1873 zugeschrieben werden. Ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des Antisemitismus und der konservativen Partei.
AutorIn: Johannes Kunisch
HerausgeberIn: Birgitt Haneklaus
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.
Abteilung III: 1871-1898 Schriften, Band 5: 1882-1883
Der neue Band der NFA dokumentiert eine Zeit, in der Bismarck große innen- und außenpolitische Herausforderungen zu meistern hatte. 60 Prozent der 488 Dokumente des Bandes werden erstmals publiziert. Themen sind u. a. die Bemühungen um Beilegung des Kulturkampfes, der Ausbau des Bündnissystems (Dreibundvertrag, Verlängerung des Dreikaiservertrages) und die ersten Schritte zu 'globaler' Außenpolitik (Schutzgebiete in Übersee).
Elsässische und französisch-lothringische Geistliche im Ersten Weltkrieg
AutorIn: Annette Jantzen
HerausgeberIn: Frank Kleinehagenbrock
Die Studie liefert einen wichtigen Beitrag zur deutschen und französischen Erfahrungsgeschichte des Ersten Weltkriegs. Am Beispiel der Grenzregion Elsass-Lothringen und dem von der Front zerschnittenen französischen Lothringen wird untersucht, wie tief sich auf beiden Seiten bei Klerikern, die als Soldaten, Sanitäter und Feld- oder zivilseelsorger fungierten, die religiöse Deutung des Krieges mit nationalen Selbst- und Fremdbildern verband. Auf einem breiten Fundament bislang unveröffentlichter Quellen, die dem Buch in einer CD-ROM beigegeben sind, kommt die Autorin zu einem ernüchternden Ergebnis: Die religiöse Deutung des Krieges nutzte sich ab, aber sie wurde nicht grundsätzlich in Frage gestellt.
Zur Sozialgeschichte des deutschen Militärs
AutorIn: Daniel Kirn
Bislang standen fast ausschließlich Offiziere im Mittelpunkt des militärhistorischen Interesses am Kaiserreich, einfache Soldaten wurden kaum wahrgenommen. Doch waren ihr Verhalten in Armee, Staat und Gesellschaft und ihr Bild von sich selbst wichtige Faktoren, die die Kultur der Kaiserzeit mit bestimmten. Die Konstanten ihres Alltags zu untersuchen und zu interpretieren, ist das Ziel Daniel Kirns. Innovativ und lebendig führt er das Leben der gemeinen Soldaten in Württemberg während der Friedensjahre von 1871 bis 1914 vor Augen. Dabei gelingt es ihm, auf der breiten Grundlage zahlreicher neuer, bislang nicht beachteter Akten, ein neu konturiertes Bild des württembergischen Soldaten zu zeichnen, ein Bild, das auch die bisherigen Vorstellungen über das deutsche Militär im Kaiserreich grundlegend verändern kann.
Wahrnehmung und Deutung zwischen Bureneuphorie und Anglophobie 1899-1902
AutorIn: Steffen Bender
Der Burenkrieg war der längste, teuerste und verlustreichste Krieg, den das britische Empire im Jahrhundert zwischen 1815 und 1914 führte. Wie in ganz Europa, wurde der Konflikt auch im Deutschen Reich aufmerksam verfolgt. Eine bereits vor dem Krieg zu beobachtende 'Bureneuphorie', die unter anderem auf den ethnischen Verbindungen zu den Buren aufbaute, verband sich mit einer anglophoben Stimmung, die die deutsche Reichsleitung immer wieder zur Rechtfertigung ihrer strikten Neutralitätspolitik zwang. Als Medienereignis wurde der Burenkrieg im Deutschen Reich maßgeblich durch die Presse vermittelt. Das Buch untersucht die Darstellung und Kommentierung des Krieges durch deutsche und österreichische Zei-tungen und Zeitschriften. Es zeigt, wie die Presse durch ihre Berichterstattung und Kommentierung an der Konstruktion und Verbreitung eines anglophoben Feindbildes mitwirkte. Weiterhin wird die journalistische Begleitung des Burenkriegs als ein frühes mediales Beispiel für die Umbruchsituation um 1900 vorgestellt: Die Entwicklung eines 'politischen Massenmarktes' konfrontierte die Politik zunehmend mit politischen Forderungen öffentlicher Kreise, die konkret auf die Innen- und Außenpolitik einwirken konnten.
Erfahrungsgeschichte(n) auf dem Weg in eine neue Zeit
HerausgeberIn: Ute Planert
Um 1800 stellten Kriege und Krisen die Menschen in Mitteleuropa vor beispiellose Veränderungen. Das Alte Reich brach zusammen, Napoleon wurde Herr des Kontinents. Das Buch legt neueste Ergebnisse der Forschung zu den Erfahrungen der Menschen in dieser Zeit tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels vor. An Beispielen aus den Niederlanden, der Schweiz, dem Elsaß, dem italienischen Tirol und ausgewählten Rheinbundstaaten untersuchen namhafte Auto-ren die Auswirkungen der Reformpolitik und erzählen von Protesten gegen den Einbruch der Moderne in die Lebenswelt. Sie verfolgen, auf welche Weise soziale Eliten ihre Position zu wahren suchten und machen deutlich, wie stark Konfession und vormoderne Mentalität noch immer die Wahrnehmung des Krieges und seiner Folgen bestimmten. Und sie zeigen, wie die Geschichte(n) der napoleonischen Zeit im 19. Jahrhundert immer wieder entlang aktueller Bedürfnisse umgeschrieben wurden.