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Die Bedeutung jüdischer von Künstler und Kulturschaffender für die deutsche Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts ist zwar unbestritten, aber in ihrer Vielfalt und Reichweite bislang nur wenigen bekannt.
Dieses Buch informiert über die Welt jüdischer Kulturschaffender und berücksichtigt dabei nicht nur Leistungen der Hochkultur, sondern auch die Populär- und Alltagskultur. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei künstlerischen Werken und kulturellen Praktiken, die Veränderungen der Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden widerspiegeln oder durch sie hervorgerufen wurden. Darüber hinaus wird das speziell für ein Verständnis des Judentums wichtige Verhältnis von Kultur und Gedächtnis behandelt: Denn die Problematisierung der Erinnerung und des Geschichtsprozesses sind integraler Bestandteil und Triebfeder jüdischen kulturellen Schaffens und haben auf die deutsche Geisteswelt zurückgewirkt.
Deutsche "Weltpolitik" und russischer Imperialismus in Zentralasien 1871-1914
AutorIn: Rudolf A. Mark
Die Beobachtung des Great Game, der Machtkonkurrenz zwischen dem British Empire und dem Russländischen Kaiserreich in Zentralasien bildete seit Bismarck ein zentrales Element der Berliner Orientpolitik und der späteren Weltpolitik. Zentralasien stellte nächst dem Balkan einen Schauplatz des internationalen Mächteringens dar. Die Auseinandersetzungen um das Erbe des »kranken Mannes am Bosporus« wurden auch in Zentralasien ausgetragen. Folglich bildete diese Region einen wichtigen Teil jener eurasischen Peripherie, an der Deutschland »mit einer Strategie gezielten Fixierens von Konflikten« die Energien und Ressourcen der beiden Weltmächte Großbritannien und Russland binden wollte, um den Druck auf das deutsche Kaiserreich zu mindern und den eigenen außenpolitischen Spielraum zu erweitern. Auch der Blick der deutschen Öffentlichkeit war auf Zentralasien gerichtet, wo der imperialistische Machtkampf eine entscheidende Wende zu nehmen schien und nicht nur die deutschen Geschäftsleute in Russisch-Turkestan auf neue Märkte hoffen konnten. Anhand russischer, deutscher und anderer Quellen entfaltet der Verfasser die Geschichte der Region als Schauplatz internationaler Interessen in den Jahrzehnten um 1900.
Angeregt von der gesellschaftlichen Diskussion über die Wurzeln des Antisemitismus in Lettland, verfolgt die Autorin die Geschichte der jüdischen Minderheit im Gouvernement Kurland und in Riga in der Zeit zwischen der Dritten Teilung Polens 1795 und der Zwangsaussiedlung der Juden aus Kurland 1915.
Die Darstellung berücksichtigt dabei insbesondere die Bedeutung der durch das Russische Reich gesetzten Rahmenbedingungen, die politische und kulturelle Dominanz der Deutschen im Baltikum sowie die Rolle der seit Mitte des 19. Jahrhunderts stark anwachsenden lettischen Nationalbewegung.
HerausgeberIn: Winfried Baumgart
Friedrich Wilhelm, der älteste Sohn Kaiser Wilhelms I., hatte als Kaiser Friedrich III. nur 99 Tage regiert, als er 1888 an Kehlkopfkrebs starb. In seiner langen Kronprinzenzeit führte er 40 Jahre lang Tagebuch. Für die Jahre 1848 bis 1866 sind die Aufzeichnungen bereits 1929 veröffentlicht worden. Nunmehr liegt die Fortsetzung für die Jahre bis zu seinem Tod in Auswahl vor. Erkennbar wird ein charakterschwacher Thronfolger. Die Vorstellung, dass unter seiner Herrschaft ein liberales Deutschland mit parlamentarischer Verfassung zustande gekommen und der Erste Weltkrieg verhindert worden wäre, erweist sich als reine Mär. Er war ein Spielball in der Hand seiner willensstarken Frau Viktoria. Bismarck hat ihn als tumben Tor betrachtet. Über die gespannten Beziehungen zwischen Thronfolger und Reichskanzler gibt das Tagebuch reichhaltige Auskunft.
Abteilung IV - Gedanken und Erinnerungen
Der hier vorgelegte Band »Gedanken und Erinnerungen« bildet die Abteilung IV der »Neuen Friedrichsruher Ausgabe«. Diese Edition der Schriften, Reden, Gespräche und Memoiren Otto von Bismarcks löst die zwischen 1924 und 1935 veröffentlichten »Gesammelten Werke« – bald »Friedrichsruher Ausgabe« genannt – ab. Die »Neue Friedrichsruher Ausgabe « enthält eine Fülle neuer, bisher ungedruckter Dokumente aus der Zeit vor und nach 1871. Zugleich berücksichtigt die Auswahl der Dokumente Themenfelder und Fragestellungen, die vor Jahrzehnten noch gar nicht ins Blickfeld des historischen Interesses getreten waren. Über die Einrichtung der Edition unterrichtet ein Vorwort, das jedem Band der Reihe vorangestellt wird. Diese neue Ausgabe der »Gedanken und Erinnerungen« enthält den anhand der Originalvorlagen sorgfältig überprüften Text der Memoiren Otto von Bismarcks. Lese- und Schreibfehler aller bisheriger Editionen wurden beseitigt. Darüber hinaus finden sich im Anhang fünf erstmals publizierte umfangreiche Denkschriften Herbert von Bismarcks. Diese ermöglichen einen tiefen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Memoiren. Zahlreiche Sachanmerkungen erleichtern dem Leser zugleich die Lektüre
Jüdische Identität fußt auf der Religion. Bis ins 19. Jahrhundert hinein bestimmte die Religion, nicht nur über den Glauben, sondern auch durch Gesetze und Weisungen das Alltagsleben der deutschen Juden bis ins Detail. Durch den langwierigen Prozess der rechtlichen Gleichstellung der Juden und die rapiden sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen der Moderne kam es zu fundamentalen Veränderungen jüdischer Religiosität.
Steven Lowenstein zeigt, wie die jüdische Religion nicht nur durch die zunehmende Säkularisierung der westlichen Gesellschaften herausgefordert wurde, sondern im frühen 20. Jahrhundert ebenfalls durch die Herausbildung des jüdischen Nationalismus, des Zionismus. Während des Nationalsozialismus waren Synagogen und religiöse Autoritätspersonen Fixpunkte für die bedrängten deutschen Juden. Im Nachkriegsdeutschland kam es zu einer sehr partiellen religiösen Rekonstruktion jüdischen Lebens, das sich, wie schon im 19. Jahrhundert, in einer fragmentierten religiösen jüdischen Landschaft widerspiegelte.
Die Erinnerung an die Revolutions- und Napoleonischen Kriege in Großbritannien und Irland 1815-1945
Napoleon und Nelson, Wellington und Blücher, Trafalgar und Austerlitz - Personen und Orte, die im europäischen Gedächtnis für die napoleonische Epoche stehen. Wie wurden die Revolutions- und Napoleonischen Kriege in Großbritannien und Irland erinnert?
Neben mehr als 500 historischen Romanen bezieht Lars Peters u.a. auch Gedichte und Werke der Geschichtsschreibung in seine Analyse ein. Die Erinnerungen an diese Kriege trugen dazu bei, Engländer, Schotten und Waliser unter dem Dach einer britischen Nation zu vereinen. In Irland hingegen blieb die Deutung der Ereignisse umstritten. Dem Land fehlt bis heute ein konfessionsübergreifender Gründungsmythos. Wer sich künftig mit dem Nachleben der napoleonischen Epoche im englischsprachigen Raum beschäftigt, kommt an diesem Buch nicht vorbei.
Deutsche Arbeitskräftepolitik im besetzten Polen und Litauen 1914-1918
HerausgeberIn: Jochen Oltmer
Zwangsarbeit gehört zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte. In Forschung und öffentlicher Debatte wird Zwangsarbeit in der Regel ausschließlich mit dem Zweiten Weltkrieg in Verbindung gebracht. Doch bereits 1914-1918 war die Rekrutierung und Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte im deutschen Machtbereich zunehmend von Zwang gekennzeichnet.
Christian Westerhoff schließt eine Forschungslücke, indem er erstmals die Bedingungen, Formen und Folgen von Zwangsarbeit und Zwangsrekrutierung in den besetzten Gebieten Polens und des Baltikums während des Ersten Weltkriegs in den Blick nimmt. Er schildert anschaulich, wie insbesondere die militärisch verwalteten Gebiete des Baltikums zu einem 'Laboratorium' der Zwangsarbeit und des 'totalen Kriegs' wurden.
Netzwerke und Migrationsverhalten der Brentano-Familien im 17. und 18. Jahrhundert
AutorIn: Christiane Reves
HerausgeberInnen: Christine Langenfeld und Jochen Oltmer
Erfolgreiche italienische Einwanderer im Deutschland der Frühen Neuzeit.

Heute ist die Präsenz von Italienern in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Weniger bekannt ist jedoch, dass Bewohner der Apenninhalbinsel auch in vergangenen Jahrhunderten nach Deutschland gekommen sind und hier nachhaltig das wirtschaftliche und kulturelle Leben prägten.
Die Arbeit befasst sich mit dem ökonomischen und sozialen Aufstieg italienischer Händler, insbesondere der Brentano-Familien, im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland. Ziel ist es, die Funktion von Migrationssystemen zu erschließen, die Bedeutung von Familienverbindungen und Handelsstrukturen in der Migration herauszuarbeiten sowie Mechanismen der Integration auszuweisen.
Die Reden Kaiser Wilhelms II. stellen eine erstrangige Quelle zur Geschichte des zweiten deutschen Kaiserreichs dar. Die Edition enthält die wichtigsten Ansprachen und greift erstmals auf Archivmaterial sowie die zeitgenössische Presse zurück.

Seine zahlreichen Reden bieten Einblicke in Herrschaftstechnik und Gedankenwelt Wilhelms II.: Er propagierte den Kampf gegen die Sozialdemokratie, einen Hohenzollern und Preußenkult sowie Flotten und Weltpolitik. Der Kaiser wurde einerseits als Repräsentant der deutschen Gesellschaft verstanden; andererseits wurde er während seiner ganzen Regierungszeit stark kritisiert. Die Reden Wilhelms II. und ihre gegensätzliche Wahrnehmung erlauben die beispielhafte Analyse der Widersprüche und Bruchstellen der politischen Kultur und der Mentalität des »Wilhelminismus«.