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Jüdische Identität fußt auf der Religion. Bis ins 19. Jahrhundert hinein bestimmte die Religion, nicht nur über den Glauben, sondern auch durch Gesetze und Weisungen das Alltagsleben der deutschen Juden bis ins Detail. Durch den langwierigen Prozess der rechtlichen Gleichstellung der Juden und die rapiden sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen der Moderne kam es zu fundamentalen Veränderungen jüdischer Religiosität.
Steven Lowenstein zeigt, wie die jüdische Religion nicht nur durch die zunehmende Säkularisierung der westlichen Gesellschaften herausgefordert wurde, sondern im frühen 20. Jahrhundert ebenfalls durch die Herausbildung des jüdischen Nationalismus, des Zionismus. Während des Nationalsozialismus waren Synagogen und religiöse Autoritätspersonen Fixpunkte für die bedrängten deutschen Juden. Im Nachkriegsdeutschland kam es zu einer sehr partiellen religiösen Rekonstruktion jüdischen Lebens, das sich, wie schon im 19. Jahrhundert, in einer fragmentierten religiösen jüdischen Landschaft widerspiegelte.