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Eine deutsche Geschichte 1890 bis 1945
AutorIn: Markus Pöhlmann
Der Panzer ist eine alte Idee, aber eine junge Erfindung. In seiner charakteristischen Anordnung von Feuerkraft, Panzerung und Beweglichkeit hat er den Landkrieg im 20. Jahrhundert revolutioniert.
Dieses Buch untersucht die Geschichte des Panzers als Waffe und Symbol in Deutschland zwischen dem Aufkommen erster Planungen und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Anhand der zeitgenössischen Kriegsbilder, der Rüstung, der Operationen und der Bilder vom Panzer beschreibt das Buch den Stellenwert des Waffensystems in den deutschen Streitkräften. Dabei wird deutlich, dass idealisierende Vorstellungen vom Panzer seine tatsächliche militärische Wirkung oft überlagerten. Das Waffensystem »Panzer« wurde zum Indikator für soldatische Auffassungen über Technik, zum Symbol für die Niederlage von 1918, aber auch für die »Blitzkriege« von 1939/40 und für militärische Hybris. Im Panzer treffen Mensch und Maschine auf existenzielle Weise aufeinander. Das macht ihn bedeutsam bis in die Gegenwart.
AutorIn: Simone Derix
Immenses Vermögen, transnationale Mobilität, ein globales Familiennetzwerk und erbitterte Konflikte sind die Kennzeichen der Familie Thyssen im 20. Jahrhundert. Ihr Vermögen bietet den zentralen Schlüssel für das Leben der Thyssens seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Es ermöglichte extravagante Lebensweisen in Europa, den USA und Südamerika. Es stand im Zentrum heftiger Konflikte innerhalb der Familie; ihm galt in Kriegs- und Krisenzeiten aber auch die gemeinsame Sorge. Um es zu erhalten und zu mehren, entwickelten die Thyssens Strategien, ihr Vermögen international möglichst unsichtbar zu streuen. Sie nahmen dabei Praktiken vorweg, die in manchem dem globalen Finanzkapitalismus der Gegenwart nahe kamen. Erstmals nimmt die Studie das ganze Spektrum der Beteiligten im Zusammenspiel von Familie und Vermögen in den Blick – von den männlichen und weiblichen Thyssens über ihre Hausangestellten bis hin zu ihren zahlreichen Rechts- und Finanzberatern.
Religion in der Kunst des beginnenden XXI. Jahrhunderts / Religion in Art in the Early 21st Century
Gott hat kein Museum: Johannes Rauchenberger nimmt dieses Desiderat in der aktuellen Museumslandschaft zum Anlass, ein solches zu bauen – nicht mit Werken der musealisierten Vergangenheit, sondern ausschließlich der aktuellen Gegenwart, die mit Eckdaten wie Globalisierung, Medialisierung, Säkularisierung, Fundamentalismus und Radikalisierung abgesteckt ist.
Dieses Museum gibt es nicht als Bauwerk, sondern allein in konkreten Werken: Als Kurator für zeitgenössische Kunst gruppiert Rauchenberger in zehn thematisch ausgerichteten Räumen in den letzten 20 Jahren gezeigte Werke von Künstlerinnen und Künstlern neu und führt sein Publikum durch ein imaginäres Museum. Leicht verständliche Werktexte führen in die Arbeiten ein, Künstlerinterviews vertiefen die spezifische Sicht. In zehn Essays vernetzt Rauchenberger die gezeigten Bilder zu Fragen der Religion am Beginn des neuen Jahrtausends.
HerausgeberInnen: Kirsten John-Stucke und Daniela Siepe
Seit Kriegsende ranken sich Verschwörungstheorien und verklärende Legenden um die Wewelsburg in der Nähe von Paderborn. Dieses Buch klärt auf über Hintergründe, Inhalte und Verbreitungswege des Wewelsburg-Mythos.
Im »Dritten Reich« sollte das westfälische Schloss eine zentrale Versammlungsstätte für höhere SS-Führer werden. Gerüchte über okkulte Riten der SS an diesem Ort haben Deutschlands einzigartige Dreiecksburg in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Wallfahrtsort der rechten Szene gemacht. Esoteriker sehen in der Anlage einen besonderen »Kraftort«. Die »Schwarze Sonne«, abgeleitet von einem Sonnenrad-Ornament im Nordturm, ist zum weltweit populären Heils- und Erkennungszeichen der Rechtsextremen geworden. Im Mythos um die Wundertechnologie der »Reichsflugscheiben«, im Neuheidentum, in der Black Metal-Szene und sogar in Superhelden-Comics sind die Wewelsburg und die »Schwarze Sonne« Bestandteile einer bedenklichen Sparte der Popkultur geworden.
In dem reichhaltig illustrierten Band werden erstmals umfassend Entstehungsgeschichte, Spielarten und Wirkungen des Mythengeflechtes um die Wewelsburg rekonstruiert, das sich parallel zum Aufbau der heute dort beheimateten Erinnerungs- und Gedenkstätte für die Opfer der SS-Verbrechen entwickelt hat.
Theorie und Praxis der Auftragstaktik im deutschen Heer 1869 bis 1945
AutorIn: Marco Sigg
Die Auftragstaktik wird in der Literatur als wesentlicher Grund für die deutschen taktisch-operativen Erfolge in den Kriegen von 1866 bis 1945 bezeichnet. Die vorliegende Studie untersucht dieses Führungsprinzip für das deutsche Heer von 1935 bis 1945 erstmals aus ganzheitlicher Sicht, indem sie Theorie und Praxis, d.h. normative Handlungsvorgaben und die konkrete Umsetzung im Feld vergleicht. Im ersten Kapitel wird anhand von Dienstvorschriften und Ausbildungsunterlagen Auftragstaktik als normative Größe analysiert und idealtypisch dargestellt. Im zweiten Kapitel wird an ausgewählten Beispielen der preußisch-deutschen Operationsgeschichte aufgezeigt, wie sehr die praktische Umsetzung der Auftragstaktik auf taktisch-operativer Führungsebene häufig Probleme verursachte. Das letzte Kapitel rekonstruiert die Angriffs- und Verteidigungsoperationen dreier Divisionen des Jahres 1942 und verdeutlicht, wie Auftragstaktik auf taktischer Stufe angewendet wurde. Insgesamt relativieren die Ergebnisse das bisher gezeichnete Bild der Auftragstaktik. Nicht nur kommt der straffen Führung eine weit wichtigere Rolle als bisher angenommen zu, auch hing der Grad der Selbstständigkeit und Initiative unterer Führer stark vom Führungsverständnis des vorgesetzten Truppenführers ab. Letztlich war die Auffassung darüber, was mit Auftragstaktik gemeint war und wie sie praktiziert werden sollte, in der preußisch-deutschen militärischen Denkschule bei Weitem nicht so monolithisch, wie die Forschung bis heute gerne suggeriert.
»Stahlverein« und »Baron-Konzern« im Zweiten Weltkrieg
AutorIn: Thomas Urban
Thomas Urban untersucht den Zwangsarbeitereinsatz bei Thyssen erstmals in großer Breite - von den Hüttenwerken und einer Zeche im rheinischen Ruhrgebiet bis zu zwei Werften in Norddeutschland. Der Name Thyssen steht für eine der bekanntesten deutschen Unternehmerfamilien. Doch welche Rolle spielten die Unternehmen beim „Arbeitseinsatz“ im Zweiten Weltkrieg? Neben dem Ausmaß und der Eingliederung von Zwangsarbeit in die Kriegsproduktion widmet sich der Autor vor allem dem Handeln der Akteure – vom Eigentümer Baron Thyssen-Bornemisza über Vorstände und Meister bis hin zum Lagerpersonal. Dabei wird deutlich, dass die Verantwortlichkeiten im „Stahlverein“ und „Baron-Konzern“ höchst individuell waren und dass Täter durch die Entnazifizierung nach 1945 zu bloßen „Mitläufern“ wurden.
Bereits beim ersten Vorstoß auf Warschau im September 1939 wurden deutsche Truppen in Kampfhandlungen auf städtischem Gebiet verwickelt, ohne dass man auf deren besondere Anforderungen vorbereitet gewesen wäre.
Nach dem Überfall auf die Sowjetunion zeigte sich empfindlich, dass ohne die Beherrschung der von der Roten Armee oftmals mit äußerster Entschlossenheit verteidigten städtischen Verkehrsknotenpunkte die Kontrolle des okkupierten Gebiets und die Sicherung des Nachschubs unmöglich waren. Das Buch stellt anhand von Vorschriften, Kriegstagebüchern, Erfahrungsberichten und vielen weiteren Quellen die Entwicklung der deutschen Kampfweise in Städten und ihre zeitweiligen Erfolge bis zur Schlacht von Stalingrad dar.
Wie Sie Ihr Kind spielerisch fördern
Das Spielen von Kindern ist mehr als Zeitvertreib! Durch Spielen lernen Kinder und entdecken so sich und ihre Welt. Ergebnisse aus der Forschung belegen, dass sich frühkindliche Förderung positiv auf den Schulerfolg auswirkt.
Aber wie können Sie Ihr Kind von Anfang an in seiner Entwicklung optimal unterstützen, ohne es dabei zu überfordern? Dieser HELP-Band begleitet Sie und Ihr Kind in den ersten Lebensjahren bis zum Grundschulalter, damit eine um-fassende Förderung gelingt. Dabei steht das Spiel als wichtigste Beschäftigung im Mittelpunkt.
Mit einfachen Spielen sollen Kinder ihrem Alter entsprechend gefördert werden. Nach Altersstufen gegliederte Kapitel führen zunächst in die kindliche Entwicklung ein und präsentieren konkrete Spielanleitungen zur Förderung von Motorik, Sprache, Sozialverhalten, Kreativität und Wahrnehmungsfähigkeit. Viele nützliche Tipps für den Alltag und ein lockeres, farbiges Layout runden den Band ab.
Zur Dialogfähigkeit von Juden und Christen
Weit verbreitet ist die Rede von einem »christlich-jüdischen Dialog«. Ein dialogisches Miteinander zwischen Christen und Juden ist aber keine Selbstverständlichkeit. Im Lichte der tragischen Geschichte zwischen diesen Religionsgemeinschaften erscheint die Rede von einem Dialog - besonders im deutschsprachigen Kontext - sogar eher als eine Zumutung für das Judentum. Eine genauere Analyse der Rede von einem Dialog auf der Ebene des universalkirchlichen Lehramts der Römisch-Katholischen Kirche fördert dann auch eher bloße Rhetorik zu Tage und nicht eine tiefergehende Reflektion auf die theologischen und philosophischen Implikationen eines genuinen Dialogs zwischen unterschiedlichen Offenbarungsreligionen. Die Oberflächlichkeit reicht so weit, dass nicht einmal klar ist, warum gerade der Dialog ein geeignetes Mittel zur Begegnung zwischen Juden und Christen sein soll. Darauf antwortet diese Untersuchung.
Sexuelle Zwangsarbeit in nationalsozialistischen Konzentrationslagern. 2. Auflage
AutorIn: Robert Sommer
Dies ist die erste Gesamtdarstellung eines Themas, das bislang weitgehend im Verborgenen geblieben ist: die Zwangsprostitution im Lagersystem der SS. Die Forschung hat das wie mit einem Tabu belegte Thema der sexuellen Gewalt im KZ bis heute meist ausgeklammert. Robert Sommer hat für seine Arbeit in allen relevanten Archiven recherchiert, er hat sogar Interviews mit Überlebenden führen können. Sein grundlegendes Buch zeichnet das Bild einer bisher unbekannten Realität des Schreckens. Auf Befehl Himmlers wurden ab 1942 in den größten Konzentrationslagern, u. a. in Dachau und Auschwitz, in Mauthausen und Buchenwald, in Mittelbau- Dora und Sachsenhausen, Bordelle für Häftlinge eingerichtet. Der Bordellbesuch war als Anreiz zur Steigerung der Arbeitsleistung der in das System der Kriegswirtschaft eingebetteten Arbeitssklaven in den Lagern gedacht. Die 'Prämie' blieb allerdings ausschließlich 'arischen' Häftlingen vorbehalten. Für die Bordelle rekrutierte die SS weibliche Häftlinge aus Ravensbrück und Auschwitz-Birkenau, meist mit falschen Versprechungen oder unter Zwang. Die umfassende Darstellung beschreibt detailliert die Gründe für die Einrichtung der Lagerbordelle, ihre Funktion im System der Konzentrationslager, die Organisation des Bordellbetriebs, die Reaktionen der Häftlingsgesellschaft auf die 'Sonderbauten' – so die offizielle Bezeichnung der Bordelle -, die Lebensbedingungen und die Überlebensstrategien der Frauen, die Motive der Bordellbesucher sowie den Ablauf ihrer Besuche. Darüber hinaus stellt der Autor die Lagerbordelle in den Kontext der Erscheinungsformen und der Bedeutung von Sexualität im KZ.