Wider den Manichhäer Faustus, Bücher 1-11
Erstmals überhaupt ins Deutsche übersetzt: eines der Hauptwerke Augustins. Angekündigt wird hier der erste von insgesamt fünf Bänden „Contra Faustum Manichaeum“. Nicht nur seines gewaltigen Umfangs wegen nimmt das 33 Bücher umfassende Werk eine Sonderstellung innerhalb der antimanichäischen Schriften Augustins ein: es stellt, ca. 400 – 402 entstanden, in gewissem Sinne die Summe seiner seit 388 intensiv geführten Auseinandersetzung mit der im lateinischen Westen als „Christentum“ sich präsentierenden Religion des Mani dar. Zugleich markiert es einen Gipfelpunkt in Augustins Bemühen, vermöge einer hochkomplexen Hermeneutik und Exegese die christliche „Usurpation“ des Alten Testaments als ebenso berechtigt wie lebensnotwendig für die abendländische Kirche zu erweisen. Herausgefordert zu diesem opus grande sah sich der Bischof von Hippo Regius durch ein von brillanter Beherrschung rhetorisch-dialektischer Argumentationsstrategien zeugenden Werk des ihm persönlich bekannten Manichäerbischofs Faustus, der Manis Botschaft den heidnisch geprägten Menschen seiner Zeit als radikal heidenchristliche Alternative zum katholischen Christentum plausibel zu machen suchte. Der erste Band enthält neben einer ausführlichen Einleitung (ca. 100 Seiten) in das Gesamtwerk den lateinischen Text und die kommentierte deutsche Wiedergabe der Bücher 1-11. Er hat eine Bibliographie und ein Quellenverzeichnis, aber kein Register; das Gesamtregister wird in Band 5 enthalten sein.
Die Charta der Familienrechte
AutorInnen: Markus Graulich und Andrea Farina
Am 22. Oktober 1983 veröffentlichte der Heilige Stuhl seine Charta der Familienrechte, um gegenüber den Verantwortungsträgern der Politik sowie vor dem Forum der Öffentlichkeit die Rechte zusammenzufassen, die der Familie als Keimzelle von Kirche und Gesellschaft zukommen. Diese Rechte, zu denen nicht nur das Recht auf Leben und Erziehung, sondern auch das Recht auf Förderung der Familie und ihre Beteiligung an der Gestaltung der politischen und sozialen Umwelt gehört, sind 25 Jahre nach Veröffentlichung der Charta aktueller, aber auch umstrittener denn je.
Die Autoren legen in diesem Werk einen umfassenden Kommentar zur Charta der Familienrechte vor, zeigen ihre Ursprünge und ihre Verwurzelung in der Soziallehre und im Recht der Kirche auf und gehen zugleich auf die aktuellen Fragestellungen im Zusammenhang mit den Rechten der Familie und den Einsatz der Kirche für die Sicherstellung dieser Rechte ein. Ein Blick auf die Verankerung der Familienrechte im Internationalen Recht rundet den Band ab.
Ein deutscher Papst am Vorabend der Reformation
AutorIn: Markus Graulich
1459 in Utrecht geboren, das zum Gebiet des Heiligen Römischen Reich deutscher Nation gehörte, wurde Adrian Florensz 1522 in einer für die katholische Kirche höchst brisanten Epoche zum Papst gewählt. Sowohl die aufkeimende Reformation als auch die Bedrohung des Westens durch die islamischen Türken und innerkirchliche Widerstände ließen sein kurzes Pontifikat, das aus heutiger Sicht als Vorläufer einer pastoralen Auffassung des Petrusamtes betrachtet wird, zu seinen Lebzeiten wenig erfolgreich sein. Zum 450. Geburtstag Papst Hadrian VI. zeichnet diese Biografie die Stationen seines Lebens als Professor in Löwen, Erzieher und späterer Mitarbeiter Kaiser Karl V. und schließlich als Papst nach. Im Anhang findet sich der vollständige Text des berühmten Schuldbekenntnisses, das Hadrian vor dem Reichstag in Nürnberg ablegen ließ.
Lebenswelt, Glaubenswelt, Wirkungswelt
AutorIn: Gerda Riedl
HerausgeberIn: Gerda Riedl
Katharina von Siena (ca. 1347–1380) – prominente Heilige und Mitpatronin Europas. Doch zum Status einer populären Heiligen brachte es Katharina von Siena allerdings kaum je. Dabei handelt es sich bei dieser bemerkenswert modernen Frau um eine außergewöhnliche Erscheinung, welche wie sonst nur Franz von Assisi ihre Zeit bewegte. Nichts Geringeres wollte sie darstellen als ein genaues Ebenbild Jesu Christi, wie dieser ein Vorbild in selbstloser Lebensführung, aufopferungsvoller Menschenliebe und vorbehaltlosem Gottesbezug. 381 Briefe, eine Sammlung authentischer Gebete und ihr theologisches Hauptwerk 'Dialog oder: Über Gottes Heilsgeschichte mit seiner Schöpfung' legen davon ein ebenso scharfsinnig formuliertes wie einmalig beredtes Zeugnis ab. Katharina von Siena erfüllt tatsächlich alle Kriterien eines 'europäischen Ereignisses'. Bedeutend und bislang weitgehend unbeachtet bleibt ihre theologische Leistung: Weil sie in den stürmischen Zeiten und wechselvollen Geschicken der italienischen Frührenaissance alles auf Gottes Heilszusage setzt, dieser das eigene Wollen geduldigst unterordnet und dabei nimmermüde intellektuellen Optimismus verbreitet, lässt sie ihre nähere und weitere Umgebung aufhorchen. Diese Frau setzte Orientierungspunkte, ohne Zwang auszuüben; sie überzeugte, ohne zu überreden; und sie wirkt bis heute, gerade weil sie nichts für sich, sondern alles für die Sache Gottes bewirken wollte.
Eine notwendige Klärung mit C.S. Lewis und Josef Pieper
Ein Schuldiger wird immer gesucht, wenn etwas geschehen ist, was nicht sein sollte. Warum ist von Sünde und vom Sünder hingegen kaum die Rede? Hier besteht Klärungsbedarf.
In allen Kulturen waren die Menschen mit dem Faktum eigener und fremder Schuld konfrontiert. Das Wissen darum wird greifbar in der Praxis der Strafe. Bestrafung setzt Schuld voraus, und Schuld die Freiheit des Handelns. Sünde scheint dagegen kein Phänomen der inneren Erfahrung zu sein. Und doch wäre das eigentlich Schlimme der Schuld erst mit dem Ausdruck »Sünde« benannt. Schuld gegen Menschen wäre dann zugleich Verfehlung gegen Gott. Ist das so, ist alle Schuld auch Sünde, weil uns die Erfahrung von Schuld nötigt, von Gott zu sprechen? Diese und weitere Fragen im Umkreis von Schuld und Sünde werden heute kaum gestellt – Anlass genug, eine notwendige Klärung mit C. S. Lewis und Josef Pieper zu versuchen.
HerausgeberIn: Ludger Müller
Das Lehrbuch in vier Bänden bietet einen umfassenden Überblick über die seit der Promulgation von 1983 neue Gesetzeslage im Kirchenrecht.
In einem Ergänzungsband wird die Neufassung des Ehenichtigkeitsverfahrens dargestellt, die durch berichtigende Eingriff Papst Franziskus‘ notwendig geworden war.
Das Werk soll in erster Linie der kirchlichen Praxis im akademischen Studium, in Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung der Kirche dienen.
Die Christliche Mysik von Joseph Görres
Als Joseph Görres in der Vorrede seine Christliche Mystik »als keinem Befugten sich entziehend, dem Befangenen aber sich verschließend« präsentierte, schätzte der in öffentlicher Meinung versierte Publizist ebenso hellsichtig wie vorausschauend die Reaktion der intellektuellen Öffentlichkeit ein.
Diese kontroverse Einschätzung war Anlass, sich der außerhalb etablierter Forschungstraditionen angesiedelten Christlichen Mystik aus kulturhistorischer, literaturwissenschaftlicher, naturwissenschaftlich-medizinischer, philosophisch-theologischer Perspektive anzunähern, was bereits die inhaltliche Spann-weite der 1836-1842 verfassten Christlichen Mystik erkennbar macht. Die einzelnen Beiträge verorten dieses Görres’sche Werk im Rahmen der zeitgenössischen wissenschaftlichen Ansätze und entdecken Motivation wie Intention seiner spezifischen Beschäftigung mit dem Wunderbaren und tragen so zu einer neuen wissenschaftlichen Erschließung der Christlichen Mystik bei.