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Beiträge zur 14. Internationalen Fachtagung für mittelalterliche und frühneuzeitliche Epigraphik, Düsseldorf 2016
Transfer und Aneignung kultureller Techniken und Errungenschaften stehen seit langem im Fokus des Forschungsinteresses. Auch die Epigraphik ist im Rahmen der Erforschung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Inschriften mit den Voraussetzungen, Abläufen und Ergebnissen von Kulturaustausch konfrontiert. Inschriften auf Grabdenkmälern, im öffentlichen Raum und in Kirchen, aber auch auf schlichten Alltagsgegenständen gewähren Einblicke in den Umgang unserer Vorfahren mit Traditionen und Neuerungen, mit historischen Vorbildern, neuen religiösen Strömungen oder wechselnden kulturellen Einflüssen. Die Autoren des Tagungsbandes stellen Beispiele aus verschiedenen europäischen Ländern vor, die sich über einen Zeitraum von 1000 Jahren erstrecken.
Ein Experiment in drey Theilen
Author:
„Alle Kunst soll Wissenschaft, und alle Wissenschaft soll Kunst werden“, fordert Friedrich Schlegel 1797 im Lyceum. Ausgehend von dieser Proklamation erprobt die Arbeit experimentell, inwiefern ein wissenschaftlicher Balanceakt zwischen Theorie und Literatur wissenschaftlich fruchtbar gemacht werden kann. Die romantische Poesie ist eine „progressive Universalpoesie“ – so wird das Wesen romantischer Texte mit den Friedrich Schlegel zugesprochenen Worten bis heute definiert. Dabei zeichnet sich die Fülle und Heterogenität der Literatur der Romantik durch eine nicht fixierbare Dynamik aus: Romantische Literatur oszilliert. Das wirft zwei Fragen auf, deren Beantwortung sich die Arbeit mithilfe innovativer methodischer Verfahren widmet: Wie lässt sich dieses romantische Oszillieren konkret analysieren? Und wie kann ein wissenschaftlicher Umgang mit einer sich der Theoretisierung, Definition und Systematisierung verweigernden Literatur gewährleistet werden?
Apparition Narratives of the Early English Enlightenment
Author:
Empirical Form and Religious Function provides a fresh perspective on the rise of empirical apparition narratives in the Anglophone world of the Early Enlightenment era.
Drawing on both well-established and previously unknown sources, Michael Dopffel here offers a fundamental reappraisal of one of the defining narrative genres of the 17th and 18th centuries. Intricately connected to evolving discourses of natural philosophy, Protestant religion and popular literature, the apparition narratives portrayed in this work constitute a hybrid genre whose interpretations and literary functions retained the ambiguity of their subject matter. Simultaneously an empirically approachable phenomena and a religious experience, witnesses and writers translated the spiritual characteristics of apparitions into distinct literary forms, thereby shaping conceptions of ghosts, whether factual or fictional, to this day.
Sinfonía para nombres solos III
A menudo se dice que la poesía no se lee. Antepoemas está protegido por un muro visible y audible y en ese muro posible verlo, mirarlo, escucharlo y leerlo. Así, en tanto que visión, Antepoemas no le teme a los disparates. No le importa perder el hilo. Puede alimentarse por sí mismo y de sí mismo asimilando su propia imagen, especialmente en los intermedios (ajustes) y en texto central, Metricanción. Antepoemas, tercera parte de la Sinfonía para nombres solos, se gestó a principios de 2019. En la primera parte titulada El Europicho, motivado por la dura realidad de Chile en 1973, los interlocutores pertenecían al texto mismo como Nombres Solos, solitarios y solistas. Más de cuarenta años después, retornan en Antepoemas que es en primer término un ajuste al silencio —individual, personal, colectivo, nacional. Ajuste de cuentas y ajuste de ropas: Total ajuste al sorprendente sobretodo de la Nada.

Man sagt oft, Gedichte liest man nicht. Dann soll man sie anschauen können. Antepoemas steht vor einer schützenden, sicht- und hörbaren Wand, und darauf kann es gesehen, angeschaut, gehört und gelesen werden. Antepoemas entstand Anfang 2019. Es ist der dritte Teil der Symphonie für einsame Namen/nur für Namen. Der erste Teil, El Europicho, hatte sich seit 1973 entwickelt, nach dem Umsturz in Chile, und wurde in Europa beendet (daher der Titel). Die Sprecher waren als Namen, Solo-Namen (Solisten) ein Teil des Textes selbst und das ist so geblieben mehr als vierzig Jahre später, in Antepoemas, insbesondere in den Zwischenspielen – ajustes (Abrechnungen) – und auch im zentralen Teil Metricanción. Antepoemas ist eine Abrechnung mit dem Schweigen – dem individuellen, kollektiven, auch nationalen Schweigen. Abrechnung oder Anliegen? Beide werden zu einem Zeichen, das auf ein totales Kleidungsstück hinweist: den erstaunlichen Überzieher des Nichts – el sobretodo de la Nada. Außerdem enthält das Buch einen musiktheoretischen Essay.
Zwischen transzendentaler Erkenntnis und absolutem Wissen
Author:
Die Arbeit rekonstruiert die epistemische Verschiebung von Kants transzendentaler Erkenntnis zu Hegels absolutem Wissen; erstmals im systematisch-historischen Zusammenhang der frühromantischen Texte Friedrich Schlegels.
Ankerpunkt der Untersuchungen ist dabei der von Schlegel erkenntnispositiv gewendete Gebrauch dialektischer Verfahren. Mit seiner paradigmatischen Umdeutung der „Transzendentalen Dialektik“ Kants werden erkenntnistheoretische Muster freigelegt, die der Einheit des Widerspruchs logischen Vorrang gewähren und den späteren Einsichten Hegels vorausgehen. Dialektik bestimmt dabei drei wesentliche Positionen im Umgang mit dem Absoluten: als transzendentale Idee bei Kant, als unendlicher Darstellungsverlauf bei Schlegel und als bewusstgewordene Einsicht in seine Selbstexplikation bei Hegel.

Untersuchungen zur Verhältnisbestimmung von Einheit und Mannigfaltigkeit in der literarischen Romantik
Einheit der Romantik? Was die Ganzheitlichkeit der romantischen Literatur im Widerspiel von Ich und Welt ausmacht – Einsichten in eine zentrale Problematik der Moderne.Die Studie erkundet die literarische Romantik als einheitliches Phänomen und differenziert dabei die romantische Dichtung von sogenannten Romantischen Philosophien und Spezialdisziplinen, setzt aber zugleich den Komplex der Problemlagen um 1800 in Beziehung zur metaphysisch-erkenntnistheoretischen Entwicklung des 18. Jahrhunderts. Zentral ist hierbei das von der Romantik aus der Aufklärung übernommene Verständnis der Einheit in der Mannigfaltigkeit.
Raumfahrt- und Technikenthusiasmus in Deutschland 1923–1963
Author:
Daniel Brandau legt eine umfassend recherchierte Kulturgeschichte der deutschen Raumfahrtbegeisterung vor – und schildert, wie Technikenthusiasmus in Skepsis umschlug.
Von der Weimarer Republik bis in die 1960er Jahre organisierten sich deutsche Raumfahrt-Interessierte in Vereinen, in denen sie an Raketen bastelten und für militärische wie zivile Visionen warben. Viele dieser Visionäre und Ingenieure verschrieben sich dem NS-Regime und entwickelten die Großrakete als Waffe. Den neuen, nunmehr friedlichen Raumfahrt- und Technikvisionen der Nachkriegszeit wurde daher mit Misstrauen begegnet. Während in der Bundesrepublik eine Debatte über die gesellschaftliche Kontrolle des Wissens der Techniker entbrannte, prallte in der DDR in der ‚Raketenfrage‘ die Kritik am Faschismus und seinen Waffensystemen auf die sozialistische Raumfahrt-Utopie. Durch zahlreiche Abbildungen werden auch die kosmischen Bildwelten der 1920er bis 1960er Jahre dem Leser vor Augen geführt.
Kontrafaktisches Erzählen und Erinnerungskultur
Mit der Frage „Was wäre gewesen, wenn...?“ setzen die Autoren von „Interventionen in die Zeit“ ein. In Umbruchzeiten – Mauerfall oder das Ende des Sowjetimperiums – haben derlei kontrafaktische Geschichten Konjunktur. Bekanntes erscheint anders, Vergessenes oder Verbotenes als Fakt.
Der Band versammelt Beiträge über kontrafaktische historische Narrative aus vergleichender literatur-, medien- und geschichtswissenschaftlicher Perspektive. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf den postsozialistischen Kulturen Osteuropas sowie auf der Frage danach, wie kontrafaktische Narrative als konstituierende und dynamisierende Elemente von Erinnerungskulturen fungieren. Das Kontrafaktische kann ‚Ungeschehenes‘ geschehen machen, kann Geschichte erfinden, Verhandlungsspielräume erweitern, läuft dabei aber immer Gefahr, eine Allianz mit politisch restaurativen Kräften zu bilden.
Beginnend mit dem Jahrgang 2018 wird das Athenäum – Jahrbuch der Friedrich Schlegel-Gesellschaft gemeinsam von Andrea Albrecht (Universität Heidelberg), Christian Benne (Universität Kopenhagen) und Kirk Wetters (Yale University) herausgegeben. Wie schon das von August Wilhelm Schlegel und Friedrich Schlegel und unter stiller Mitarbeit „weiblicher Federn“ wie Dorothea Schlegel und Caroline Schlegel herausgegebene ursprüngliche Athenaeum strebt auch das neue Athenäum nach weltbürgerlicher „möglichster Allgemeinheit“ und „freiyeste[r] Mittheilung“. Es versteht sich als Organ der Schlegel-Philologie und als Forum für die Romantikforschung in all ihren theoretischen und methodischen Ausdifferenzierungen und Schattierungen.
Sterben im Krieg von der Antike bis zur Gegenwart
Die Geschichte des Krieges als Geschichte des Todes zu schreiben, führt ins Zentrum einer Militärgeschichte als Geschichte organisierter Gewalt. Das gegenseitige Töten und die Toten bilden eine elementare Herausforderung kriegerischen Planens, Handelns und Denkens. Jede Gesellschaft, heroisch oder postheroisch, ist auf die Unterstützung zumindest eines Teiles ihrer Mitglieder angewiesen, um Kriege zu führen. Der Rechtfertigungsdruck, den Kriege erzeugen, nimmt durch Anzahl und Qualität der Kriegstoten zu. Diese werden heroisiert, marginalisiert, ökonomisiert, kontextualisiert oder geleugnet.