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Schweden. Ambiguitäten verhandeln. Tolerieren als soziale und kulturelle Praxis
Das Schweden-Stereotyp der Deutschen ist geprägt von Bullerbü, IKEA, Lucia-Brauch und Mitsommernacht. Die Realität eines Landes, in dem Christ*innen sich in einem mehrheitlich säkularen, von Gleichheitsvorstellungen geprägten Kontext zu behaupten suchen und in dem widersprüchliche Rechtsordnungen zur Leihmutterschaft zu neuen Verwandtschaftsgrammatiken führt, wird weitgehend ausgeblendet. Die hier versammelten Beiträge beleuchten diese gesellschaftlichen Diskurse aus europäisch-ethnologischer Perspektive. Mit Überblicksdarstellungen zur Erzählforschung und aktuellen Museumsdiskussionen vertieft der Band klassische Themen der skandinavischen Fachgeschichte. Der zweite Schwerpunkt dokumentiert die Diskussionen der online-Tagung „Ambiguitäten verhandeln. Tolerieren als soziale und kulturelle Praxis“ der Sektionen Europäische Ethnologie und Soziologie der Görres-Gesellschaft im Herbst 2021. Toleranz wurde dort in unterschiedlichen historischen, ökonomischen, religiösen, weltanschaulichen und wissenschaftlichen Kontexten als Tugend, als Haltung (Respekt), als gesellschaftlicher Maßstab, oder als Schwäche, nicht zuletzt als Machtmittel gewertet.
Studien zur politischen Ethik im Christentum
Im Mittelpunkt einer politischen Ethik im christlichen Kontext steht ganz zu Beginn eine richtungsweisende Frage: Welchem Bild vom Menschen muss unsere politische und wirtschaftliche Ordnung gerecht werden? Denn im Alten Testament ist nach der Erschaffung des Menschen – als Ebenbild Gottes – von Kain und Abel die Rede, und damit vom Bösen. Kain erschlägt seinen Bruder Abel. Wie kann angesichts dieses Unrechts an der Wurzel aber das Gute überhaupt noch gelingen? Im Anschluss an die jüdisch-christliche Glaubenstradition und Theologiegeschichte versucht dieser Band – ausgehend vom bleibend aktuellen Denken des hl. Augustinus (354–430) –, Antworten auf diese entscheidende Frage zu formulieren. Dabei soll entfaltet werden, wie die beiden Größen einer politischen Ethik im Christentum, säkularer Staat und sakramentale Kirche, Politik und Religion, auf ihre je eigene Weise im Dienst der Vollendung des Menschen als Person und Gottesebenbild stehen.
Eastern and Western Sociocultural Perspectives
Series:  FOKUS, Volume: 10
Volume Editor:
The essays cover a broad scope of issues relating to individual identity strategies and art collecting in the late modern era, encompassing the history of museums, exhibition policy, art market history, history of taste shaping and provenance research. They create a comparative pan-European perspective of the collecting phenomenon in its various facets. The detailed analysis of the individual cases shows how collecting mirrored the social problems of the late modern era. The book adresses issues such as the socio-cultural role of ethnic minorities, the question of women's emancipation, social exclusion versus inclusion, colonialism or the politicisation of museums. When analysed in the context of private collections, these issues gain clarity and simultaneously demonstrate the complexity of cultural processes, which are still not sufficiently recognised.
The overarching goal of the book is to examine the relations between Lutheran majority traditions and the development of secular law in the Nordic region in the early modern period, from the 16th to the 18th century. The early modern Nordic region included the kingdoms of Denmark/Norway and Sweden – with the Finnish diocese Åbo as part of the Swedish realm. Both kingdoms were consolidated as Lutheran countries after the reformation. While this change occurred in a determined and radical way in Denmark, in Sweden the transformation was more hesitant. Due to its mixed Protestant (Lutheran/Calvinist) and Roman-Catholic heritage, case studies dealing with Germany offer interesting comparative perspectives. Integral to the project is the awareness of tensions between different religious, legal and philosophical traditions in the interface between majority/minority/equality positions, including Protestant minority movements and the Eastern-Orthodox church. The authors are experts in church history and legal history from Germany, Belgium, Denmark, Sweden, Finland, and Norway.
Eine Biografie in Zeitzeugenberichten. Mit einem Vorwort von Hans Maier
Author:
Dieses Buch würdigt Robert Schuman (1886-1963), den fast vergessenen „Vater Europas“. Nach dem Zweiten Weltkrieg kämpfte er für eine europäische Zukunft ohne Krieg, Hass, Flucht und Armut. Als französischer Außenminister bereitete er den Weg zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraums. Als französischer Ministerpräsident und Präsident des Europäischen Parlaments war er einer der Mitbegründer der Europäischen Union. In Luxemburg geboren und in Lothringen beheimatet, galt Schumans besonderer Einsatz der deutsch-französischen Versöhnung und der internationalen Jugendarbeit, stets getragen von seinem tiefen katholischen Glauben. Manfred Kontz hat erstmals Zeitzeugenberichte und Zeitzeugnisse zum Leben Robert Schumans in einer dokumentarischen Biografie zusammengetragen. Es gilt, einen europäischen Visionär wiederzuentdecken, dessen Handeln im Einklang mit seinen Werten stand, der Versöhnung und Verständnis statt Spaltung und Polemik suchte.
Franz von Baaders »Vorlesungen über speculative Dogmatik« (1828–1838) aus seiner Lehrtätigkeit an der neu eröffneten Universität München (1826) bieten die Chance, alle zentralen Themen seiner Spätphilosophie in einem Zusammenhang kennenzulernen, der bisher so nicht ersichtlich war. Dabei werden Motive der christlichen Religion, der Naturphilosophie, der Metaphysik und der Gesellschaftslehre versammelt und erläutert, zu denen Baader sich sonst aphoristisch oder fragmentarisch geäußert hat. Die »Vorlesungen« werden als Propädeutik des christlichen Dogmas bzw. als Lehre von Gott, Natur und Mensch präsentiert. Baader bezieht sich dabei methodisch auf Elemente der christlichen Esoterik, insbesondere der christlichen Kabbala und der Tradition der philosophia perennis. Die »Vorlesungen« lassen sich als politisch-theologisches Laboratorium betrachten, in dem sich die Rezeption der französischen Theorie der Gegenrevolution in Deutschland und deren Umbildung zur Restaurationstheorie vollzieht.
NS-Zwangsarbeit aus sowjetischer Perpektive. Ein Beitrag zur Oral History
Series:  FOKUS, Volume: 8
Author:
60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges beantworten ehemalige sowjetische NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter Fragen zu ihrem erschütternden Schicksal einer doppelten Unrechtserfahrung: schuldlos schuldig unter den Nazis, dann unter den Sowjets. Die Analyse nähert sich aus unterschiedlichen Perspektiven diesen einzigartigen Interviews. So wird ersichtlich, wie der diskursive Hintergrund von 60 Jahren Geschichtspolitik die Erinnerungen der „Ostarbeiter“ prägte. Der Genderaspekt stellt besonders die Erfahrungen der Frauen heraus. Es geht aber auch um Emotionen und körperliche Erinnerung. Und zuletzt wird nach den Ressourcen gefragt, die diese Menschen durchhalten ließ. „Stigma und Schweigen“ – der Titel verweist dabei auf ein zentrales Ergebnis der Studie, das eine erschreckende Kontinuität von Sowjetzeiten bis ins heutige Russland aufzeigt.
Forms and Varieties
This innovative book explores the complexities and levels of resistance amongst the populations of Southeastern Europe during the Second World War. It provides a comparative and transnational approach to the histories of different resistance movements in the region, examining the factors that contributed to their emergence and development, their military and political strategies, and the varieties of armed and unarmed resistance in the region. The authors discuss ethical choices, survival strategies, and connections across resistance movements and groups throughout Southeastern Europe. The aim is to show that to properly understand anti-Axis resistance in the region during the Second World War historians must think beyond conventional and traditional national histories that have tended to dominate studies of resistance in the region. And they must also think of anti-Axis resitance as encompassing more than just military forms. The authors are mainly scholars based in the regions in question, many of whom are presenting their original research for the first time to an English language readership. The book includes contributions dealing with Albania, Bulgaria, Bosnia-Herzegovina, Croatia, Greece, Montenegro, Macedonia, Romania, Serbia and Slovenia.
Mit einem Beitrag von Johannes Wienand
Volume Editors: and
In der späten Kaiserzeit dominierte eine Zwischenform von Panegyrik und Geschichtsschreibung, deren Zeugnisse mit diesem Band für das vierte und frühe fünfte Jahrhundert vorgestellt werden. Dabei geht es vor allem um die Reste von Darstellungen der Regierung Konstantins und Julians (Praxagoras, Bemarchios, Eustochios, Iulianus Imperator, Biblidion, Kyllenios, Oreibasios, Kallistion, Magnos von Karrhai, Eutychianos, Philagrios, Seleukos von Emesa). Mitberücksichtigt werden auch einige Sonderfälle, insbesondere der erste Teil des Anonymus Valesianus, der eng mit der panegyrischen Zeitgeschichtsschreibung der Epoche Konstantins verbunden ist, sowie einige Epen, die in ihrer detaillierten historiographischen Struktur mit der panegyrischen Zeitgeschichte eng verwandt sind.
Das Athenäum – Jahrbuch der Friedrich Schlegel-Gesellschaft versteht sich als Organ der Schlegel-Philologie sowie als Forum für die Romantikforschung in all ihren theoretischen und methodischen Ausdifferenzierungen.

Aus dem Inhalt:

• Anja Lemke und Maximilian Kloppert: Editorial: Das Ornamentale um 1800. Formationen zwischen Mangel und Überschuss

• Sabine Schneider: »Von dem armen Wilden, der seinen Bogen schnitzt«. Vorbegriffe zu einer Anthropologie der Ornamente in der Spätaufklärung

• Christian Spies: Von Uhren, Tapeten, Rahmen und Vasen. Ökonomien des Ornaments zwischen Klassizismus und Moderne