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Author: Monika Wienfort
In Königstein im Taunus gründeten vertriebene katholische Priester aus den ehemaligen Ostgebieten nach 1945 eine Bildungsstätte, in der die Frömmigkeitskultur an die nächsten Generationen weitergegeben werden sollte. Hier entwickelte sich in den 1950er Jahren ein Kommunikationszentrum, in dem eine Hochschule Priester für den Osten ausbildete und vielfältige Medien über die Lage hinter dem Eisernen Vorhang informierten. Von Königstein ging die Kapellenwagenmission aus, die katholische Gläubige in der westdeutschen Diaspora aufsuchte. Nostalgische Rückbesinnung verband sich mit der Errichtung eines modernen Tagungsbaus. Seit den 1970er Jahren gerieten die Königsteiner Unternehmungen in eine grundlegende Krise. Mit der Gründungsgeneration starben die auf den Osten bezogene Mentalität und letztlich auch die Königsteiner Anstalten. Das Ende des Kalten Kriegs verschob die Nachkriegszeit der katholischen Vetriebenen endgültig in die Erinnerungskultur.
Das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung 1949–73
Author: Roxanne Narz
In ihrer Dissertation nimmt Roxanne Narz das frühe Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Blick und entwirft erstmals ein mediengeschichtliches Panorama dieses großen bundesdeutschen Medienakteurs. Am Beispiel von fünf markanten Diskursen – der NS-Vergangenheit, den lebensweltlichen Umbrüchen der Nachkriegszeit, der modernen Literatur, Kunst und Musik, „1968“ und den Geschlechterdebatten – zeichnet sie die großen Linien der Feuilletonberichterstattung und die redaktionellen Umbrüche hinter den Kulissen des Leitmediums nach. Anhand bislang unberücksichtigter Quellen verbindet sie Programm-, Institutions- und Zeitgeschichte zu einer Gesamtschau auf die ersten fünfundzwanzig Jahre Zeitungsgeschichte und zeigt, dass das Feuilleton der FAZ die Transformation der jungen Bundesrepublik nicht nur beobachtete, kommentierte und mitprägte, sondern auch selbst von ihr erfasst wurde.
The Origins of the Notion in Gregory of Nyssa and its Influence unto the Italian Renaissance
This book explores the invention, significance and actual history of self-creative freedom from Late Antiquity to the Renaissance.
Gregory of Nyssa, the great Cappadocian Father of the IV century, is not as yet deemed one of the outstanding figures in our Histories of Philosophy. However, this monograph argues that his remarkable theories of freedom transcend his own time and, traversing centuries of Medieval and Byzantine history, they become one of the core theoretical inspirations for the anthropological revolution of the Quattrocento, as evinced in eminent philosophers such as Nicholas of Cusa and Giovanni Pico della Mirandola. Our research methodology integrates a thorough study of the Greek and Latin sources ‒ resorting to Philology, Palaeography and Codicology ‒ with a systematic historical and philosophical analysis of different theories and argumentative strategies.
Introducing a Constructive Encounter
Did Orthodoxy come to a halt before modernity? Does Orthodox Christian theology function only in traditional contexts borrowing schemes and forms of rural society, to which the liturgical and theological symbolisms, the rhetoric models of preaching, the structures of church administration and its views on the relation between religion, politics, and secular society are closely linked?
Has Orthodoxy accepted the consequences of modernity or the Orthodox still feel a nostalgia for pre-modern forms of organization and structures of a glorified past, following in this way fundamentalism? Did even the movement called Return to the Fathers, as it was understood, and in spite of its initially renewal character, functioned unwittingly as a barrier, against modernity and its challenges?
Modernity and post-modernity constitute, however, the broader historical, social and cultural context within which the Church is called to accomplish its mission and to ceaselessly incarnate the Christian truth.
Historisch-systematische Rekonstruktionen zu einem denknotwendig ungeklärten Verhältnis
Utopien haben mal mehr und mal weniger Konjunktur – nicht nur, aber auch in der Pädagogik. Man kann sie maßlos überschätzen, müde belächeln oder generell für hinfällig und überholt erklären; sobald man jedoch danach fragt, wohin Erziehung und Bildung sinnvollerweise führen sollen, kann man sich der utopischen Dimension menschlichen Lebens kaum entziehen. Um hier zu wissenschaftlich fundierten und wohlbegründeten Orientierungen zu gelangen, wird in der Monografie der Begriff der Utopie als historisch-systematische Vermittlungsfigur rekonstruiert und dabei reflektiert, in welcher Weise pädagogisches Denken und Handeln immer in die (Re-)Produktion bzw. Erneuerung menschlicher Lebensverhältnisse verstrickt ist.
Ausgewählte Ansätze evangelischer und katholischer Ostkirchenkundler
Das Buch entfaltet die hermeneutischen Ansätze 20 ausgewählter Ostkirchenkundler vor dem Hintergrund ihrer akademischen und persönlichen Biographien.
Vor dem Hintergrund der Biographien von 20 ausgewählten Ostkirchenkundlern des 20. Jahrhunderts wird deren ostkirchliche Hermeneutik untersucht. Dabei kommen sowohl die Ansätze der evangelischen Ostkirchenkunde als auch die der römisch-katholischen Ostkirchenkunde aus Ost- und aus Westdeutschland in den Blick. Vorgestellt werden so unterschiedliche Zugänge zu den Ostkirchen wie die Hermeneutiken Friedrich Heilers, Fairy von Lilienfelds, Hildegard Schaeders, Hans-Joachim Schulz’ oder Eduard Winters. Neben Beiträgen der beiden Herausgeber enthält der Band auch Beiträge u.a. von Gisa Bauer (Leipzig/Mainz), Hacik Gazer (Erlangen), Irena Pavlović (Erlangen), Robert Rapljenović (Eichstätt) und Vasyl Rudeyko (Lviv).
The articles in the book show, that today’s Orthodox theology is constructively relating to modernity in politics, society and culture.
In 20 articles very prominent Orthodox theologians and experts on Orthodox theology and Orthodox Christianity from academic fields like sociology of religion or political studies are discussing, in what sense politics, society and culture are considered in Orthodox Theology in a global horizon. Contributors are Alfons Brüning, Ina Merdjanova, Nathaniel Wood, Cyril Hovorun, Dimitrios Moschos, Lucien Turcescu, K. M. George (Kondortha), Pantelis Kalaitzidis, Branko Sekulić, Georgios Vlantis, Nikolaos Asproulis, Atanas Slavov, Sveto Riboloff, Haralambos Ventis, Ioannis Kaminis, Irena Pavlović, Athanasios N. Papathanasiou, Chris Durante, Kateřina Kočandrle Bauer, Vasilios N. Makrides.
Open Access
Liturgische Bewegung und Gesellschaftsreform in der Weimarer Republik
Author: Lea Lerch
Romano Guardini gehört zu den bekanntesten Reformtheologen und katholischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Die Studie verortet ihn erstmals in der Geschichte gesellschaftlicher Modernisierung in der Kaiserzeit und Weimarer Republik.
In der von industriellem Aufbruch samt seinen Verwerfungen bestimmten Epoche änderten sich neben Bildungsidealen und -wegen auch die Verhältnisbestimmung von Individualität und Sozialität, die Körperwahrnehmung, der Naturbezug und das Zeitempfinden. Religion und Ritual fanden verbreitet neue Aufmerksamkeit. In diesen Zusammenhängen entsteht Guardinis sehr eigenständiges reformtheologisches Profil. Vor dem zeitgenössischen Panorama gesellschaftlicher Debatten und im Kontext der Jugendbewegung zeigt die Studie, dass Guardinis Reform liturgischer Praxis wesentlich auf die Herausforderungen der Industriegesellschaft und ihre kulturellen Transformationen zu antworten versuchte.
This volume takes us back to the roots of Christianity and exemplifies the significance of Syriac Theology for our time.
Bringing together articles by scholars from diverse disciplines, this volume aims at a deeper understanding of the legacy, importance, and challenges of Syriac Theology. The articles in the first part of the volume focus on the biblical, exegetical, and christological tradition of the Syriac Orthodox Church. The articles in the second part of the volume explore the dialogical intertextuality between Syriac Christianity, Rabbinic Judaism, and the Quran.
Eine Perspektiverweiterung der Komparatistik an Fallbeispielen religiöser Bildung in Frankreich
Author: Laura Weidlich
Transnationale Forschungszugänge sind im Horizont der Globalisierung und Europäisierung der Bildung von großer Bedeutung – auch für die Historische Religionspädagogik.
Bislang dominieren komparative Zugänge in der Historischen Religionspädagogik, um andere Nationen wie Frankreich zu untersuchen. Dieser klassische Forschungsansatz ist von der Notwendigkeit eines tertium comparationis, also einem gemeinsamen Phänomen oder einer vergleichbaren Struktur, geprägt. Die exemplarische Untersuchung der Grenzregion Elsass-Mosel zeigt, dass transnationale Forschungsperspektiven die Methodologie der Historischen Religionspädagogik erweitern können. Dazu werden ausgewählte Quellen von 1885 bis 2013 mit Perspektiven der Kulturtransferforschung, Theorie des Dritten Raumes und Translation Studies analysiert. Ihre Betrachtung lässt auch Überlegungen zu Themen wie Stereotypen, Machtverhältnissen und Übersetzungsnotwendigkeiten religiöser Sprache für den gegenwärtigen Religionsunterricht zu.