Verhältnisbestimmungen im Kontext des Klimawandels
AutorIn: Michael Novian
Die Diskussionen um einen anthropogenen Klimawandel und seine Herausforderungen entfalten sich längst in der Mitte der Weltgesellschaft: mal im Gewand empirischer Wissenschaft, mal im Gewand mythischer Narrative. Die vorgelegte Untersuchung widmet sich in einer tiefergehenden Auseinandersetzung den vielfältigen mythischen Formen im ökologischen Diskurs. Klassische mythische Erzählelemente, wie etwa das Szenario einer drohenden Apokalypse, sind in den politischen und (populär-)wissenschaftlichen Diskussionen beständig präsent und werden mitunter bewusst aufgegriffen, um die Gesellschaft ökologisch zu mobilisieren. Daneben wird der Klimawandel aber auch vielfach zum Thema und Motor neuer Mythen: „Neo- und Retromythen“. Deren Analyse verspricht neue Perspektiven auf drängende Herausforderungen unserer Zeit und auf die modernen Weltbilder in der vielerorts ausgerufenen Ära der Ökologie.
Eine Studie zur Auferstehung Jesu Christi in offenbarungstheologischer Perspektive
Der Glaube an die Auferstehung Jesu Christi ist zweifellos das zentrale Thema des christlichen Glaubens und bildet deswegen auch die Grundlage für eine zeitgemäße Offenbarungstheologie der Gegenwart. In kritischer Auseinandersetzung mit theologischen Interpretationen der »Auferstehung Jesu Christi« rekonstruiert der Autor ein modernes Verständnis der Auferstehung. Er gewinnt dieses in einer innovativen Auseinandersetzung mit den Texten des zweiten Vatikanischen Konzils und den biblischen Texten. Das Ergebnis ist eine von der Auferstehung her neu gewonnene Theologie der Offenbarung. Deren Zentrum bildet ein »sakramentales Wirklichkeitsverständnis«, das den christlichen Lebensvollzug als existentiell glaubwürdig und gesellschaftlich relevant ausweist. Die Habilitationsschrift entwickelt ihr innovatives Potential aus einer neu entwickelten Verbindung von hermeneutischen, poststrukturalistischen und historisch-kritischen Analyse- und Interpretationsmethoden. Es ist die erste umfassende Studie zum Thema Auferstehung Jesu Christi im deutschsprachigen Raum nach über 20 Jahren.
Aus Überzeugung für Freiheit und Würde des Menschen! Seit dem 19. Jahrhundert ist der Ausbau des Systems sozialer Sicherheit kontinuierlich vorangeschritten. Joseph Höffner wirbt für ein sozialpolitisches Gesamtkonzept, in dem das angemessene Verhältnis von Eigenverantwortung und gesellschaftlicher Unterstützung eine konsistente Gemeinwohlorientierung zum Ausdruck bringt. Die in diesem Band vorgelegten Texte dokumentieren die jeweiligen gesellschaftlichen Diskussionen u.a. zur Gesundheits- und Familienpolitik, lassen zugleich aber auch konstitutive Grundlagen für heutige Problemstellungen sozialpolitischen Agierens deutlich werden.
Grundlagen, Herausforderungen und Perspektiven
Wertefragen haben Konjunktur. Religiöse Lern- und Bildungsprozesse können Schülerinnen und Schüler befähigen, sich ein tragfähiges Wertesystem aufzubauen. Welche Herausforderungen bringt die »Aufgabe Werte« für Heranwachsende mit sich? Was kann schulischer Religionsunterricht im Zeitalter der Pluralität zur Wertebildung der Schülerinnen und Schüler beitragen? Ausgehend von gegenwartsgesellschaftlichen und psychologischen Diagnosen wird eine Theorie religiös grundierter Wertebildung entfaltet, die auf philosophische, soziologische sowie theologische Erkenntnisse Bezug nimmt. Bildungstheoretischer Referenzpunkt sind dabei die Schülerinnen und Schüler, indem der Möglichkeitsraum christlich-religiöser Wertefundierung subjektorientiert erschlossen und religionsdidaktisch konturiert wird.
HerausgeberIn: Rudolf Uertz
Im 19. Jahrhundert wird das Naturrecht in der Folge von Revolution und Restauration zum besonderen Streitobjekt, als die katholische Kirche dem Rechtspositivismus das neuscholastische Naturrecht entgegenstellt.
Nach 1945 erfolgt eine Naturrechtsrenaissance, die auch die deutsche Rechtsentwicklung beeinflusst. Mit der Dissertation von Gerhard Hammerstein ragt eine Naturrechtsanalyse heraus, die ideologische Engführungen meidet und den Kern rechtsethischer und praktischer Norm- und Wertfragen freilegt. Rudolf Uertz hat die bisher unveröffentlichte Arbeit von 1950 überarbeitet, kommentiert und so für sozialethische, politik- und rechtsphilosophische Diskussionen erschlossen.
Bilderbücher und Konzepte zur religiösen Erziehung
Wie verstehe ich die Welt? Wie lebe ich den Alltag? Religion als gefühltes, den Alltag prägendes Selbstverständnis bestimmt Grundhaltungen, Verstehensmuster, Bindungen und Handlungsimpulse. Für die Erziehung zu Religion werden im christlichen wie im jüdischen Kontext biblische Texte und Tradition vermittelt.
Ausgewählte Beispiele geben Einblick in die Erziehungswelt jüdischer Kinder. Sie regen an, vertraute biblische Figuren einmal ganz anders zu betrachten und in weitgehend unbeachteten Texten der christlichen Bibel jüdische Texte voll Leben zu sehen. Dabei wird in Reflexion der eigenen Tradition christlichen Lesern jüdisches Selbstverständnis und jüdische Lebensweise nahegebracht. Durch den vergleichenden Blick ist dies ein Buch für christliche wie für jüdische LeserInnen.
»Postcolonial studies« haben in den Geistes- und Sozialwissenschaften der vergangenen Jahre einen enormen Aufschwung erlebt. Bereits 1947 hat Joseph Höffner die Verdienste der spanischen Spätscholastik um einen menschenwürdigen Umgang mit den Bewohnern der kolonialisierten Gebiete in Süd- und Mittelamerika herausgearbeitet und so zu einem differenzierten Verständnis von Realpolitik und ethischer Refle-xion im 16. Jahrhundert beigetragen. Mit der Monographie »Kolonialismus und Evangelium« führt der vorliegende Band auf eindringliche Weise die Notwendigkeit von historisch sensibler Reflexion und systematischer Entschiedenheit vor Augen, derer es bedarf, wenn die christliche Rede von der »Würde des Menschen« nicht zu einer Leerformel verkommen soll.
77 Zugriffe auf die Bibel – 77 Hits on the Bible
„VULGATA. 77 Zugriffe auf die Bibel“ befragt mit 50 Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart ein Buch, das in der Menschheitskultur zu den wesentlichsten Inspirationsquellen der Kunst zählt.
Von Gläubigen wird dieses Buch als Heilige Schrift betrachtet, das heißt als Text, der heilig ist, bindend und inspirierend für das eigene Leben – trotz allen Wissens, dass er historisch entstand, vollkommen unterschiedliche Textgattungen enthält, höchst unterschiedlich in seiner literarischen Qualität und immer weniger kompatibel mit einem modernen, durch die Erkenntnisse der (Natur-)Wissenschaft determinierten Weltbild ist. Dort befinden sich die Brüche, die Abbrüche, die Ironien und zugleich die kreativen Energien ihrer mythischen und spirituellen Kraft. Dort ist auch der Ort einer Kunst, die Vertrautes, Verlorenes oder Fremdes neu sehen lässt: Sie wird hier vom Autor als Ausstellung vorgestellt und in einem Buch-Essay begleitet.
Die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle Mönchengladbach
AutorIn: Anton Rauscher
Antworten auf die sozialen Herausforderungen: Die Tätigkeit der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in Mönchengladbach.
Die deutschen Bischöfe vertrauten die Leitung der 1963 errichteten Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle Gustav Gundlach, dem Berater Pius’ XII, an. Als er nach wenigen Monaten starb, übertrug der Bischof von Münster und spätere Kardinal von Köln, Joseph Höffner, Anton Rauscher diese Aufgabe, die er auch nach seiner Berufung auf den Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre in Augsburg weiterhin wahrnahm. Große Herausforderungen waren der Streit um die Mitbestimmung, der Wahlhirtenbrief der deutschen Bischöfe, die Auseinandersetzung mit der Theologie der Befreiung, die Arbeitslosigkeit und die Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivvermögen, Europa-Fragen, die Aushöhlung des Grundgesetzes, die Deutsch-Amerikanischen und die Deutsch-Koreanischen Kolloquien. Markenzeichen der KSZ wurde die grüne Reihe »Kirche und Gesellschaft« zu brennenden Fragen
Mit Vorwort und kritischem Kommentar
AutorIn: Franz von Baader
HerausgeberInnen: Albert Franz und Alberto Bonchino
»Tagebücher« sind in der Regel keine wissenschaftlichen Texte. Sie sind aber für die Wissenschaft von wesentlicher Bedeutung, weil sie das Denken und Empfinden eines Autors unverschleiert vermitteln und verdeutlichen. Dies trifft gerade auf die Jugendtagebücher Baaders zu. Von daher ist es mehr als notwendig, diese Texte zugänglich zu machen und zu kommentieren. Die passagenweise von jugendlichem Schwung geprägten Tagebucheinträge zeugen aber andererseits von der Reife und Abgeklärtheit Franz von Baaders. Sie führen jungen Studierenden, deren philosophischer Eros noch nicht erloschen bzw. ausgelöscht worden ist, sein kritisches Denken vor Augen. Von nichts anderem dürfte Franz von Baader mehr beseelt und getrieben gewesen sein.