Bilddidaktik in der Philosophie
AutorIn: Stefan Maeger
Bilder haben großes Potenzial - auch im Philosophieunterricht oder -seminar. Darauf wird in der Bilddidaktik aktuell immer wieder hingewiesen. Ein Mangel bisheriger bilddidaktischer Bemühungen liegt jedoch darin, sich gegenüber der Vielfalt an Bildformen, denen Jugendliche im Alltag begegnen, zu pauschal zu verhalten. Philosophische Bilddidaktik sollte sich deshalb dem Umgang mit unterschiedlichen Bildtypen widmen und sich die Erläuterung und Begründung einer differenzierten Bildkompetenz zur Aufgabe machen. Erstmalig verknüpft Stefan Maeger in einem methodisch innovativen Zugriff fundierende bildtheoretische Überlegungen mit modellhaft-konkreten Anwendungen. Dem an medialer und methodischer Vielfalt interessierten Lehrer und Lehramtsanwärter bietet die Kombination von einführenden Theoriepassagen und konkreten Unterrichtsmodellen einen Zugang, der die Reflexion der Voraussetzungen des Umgangs mit Bildern im Unterricht gestattet, ohne sich in alltagsfernen didaktischen Theoriebildungen verlieren zu müssen.
AutorIn: Iva Fidancheva
Höflichkeit - Manier oder identitätsstiftende Instanz? Imagebewahrung? Oder potentielle Gefahr, das Image zu verlieren? Höflichkeit entsteht aus dem Bedürfnis der sozialen Natur des Menschen heraus, anerkannt zu werden. Sie ist ein konstruktiver Teil der sozialen Ordnung. Aber sie birgt zugleich ein verletzendes Potential in sich, das sich als unvermeidliche Nebenfolge und Dimension von höflichem Handeln identifizieren lässt, die diesem eine spezifische Dynamik verleiht. Die Autorin rekonstruiert das Phänomen der Höflichkeit in ihrer aktuellen Relevanz wie in ihrer historischen Entfaltung unter der Prämisse einer Dysfunktionalität der Höflichkeit - ihrer verletzenden Macht. Somit leistet sie einen genuinen Beitrag zur Höflichkeitsforschung, der Ansätze verschiedener sozialwissenschaftlichen Disziplinen in sich vereint.
Menschliche Entfaltung jenseits von Knappheit und Konkurrenz
AutorIn: Renate Girmes
Vom »Baum der Erkenntnis« zu essen, war keine Sünde, sondern eine Ermächtigung. Erkennend schaffen Menschen je individuell Welt/en. Um eine gemeinsame Welt teilen zu können, müssen sie miteinander bezogen auf die Welt interagieren. Das ist der Kern des Generationsverhältnisses und mithin von Bildung und Erziehung.
Menschen tragen durch ihre Selbstermächtigung keine Schuld, aber sie sind einander etwas »schuldig«, nämlich Zuwendung füreinander und für die menschliche Welt auf der Erde. Bildung eröffnet die Chance, dass Menschen sich ihres schöpferischen Potenzials und ihrer Verantwortung bewusst werden und sie zu nutzen verstehen. Wenn das gelingt, entsteht der Wert der Bildung. Das geht nicht? Als Steve Jobs das I-Phone vorstellte, sagte er: We re-invented the phone. Wir dachten alle zu wissen, was ein Telefon kann und haben erfahren, welche ungeahnten Möglichkeiten sich wissensbasierten neu eröffnen ließen. Eine neue Erfahrung und ein neuer Begriff von Bildung sind ebenso möglich - auf der Grundlage einer wissen(schaft)s-basierten Re-Vision der Bildungskonzepte und Bildungspraxen. Dazu macht das vorliegende Buch Vorschläge und Mut: Let’s re-invent education.
HerausgeberInnen: Michael Winkler und Klaus Vieweg
Die Kernthematik der Beiträge ist die Verbindung zweier geisteswissenschaftlichen Kernbegriffe: »Bildung« und »Freiheit«.
Während in den öffentlichen und fachlichen Debatten die Problemstellungen und Sachverhalte getrennt verhandelt werden, welche unter Bildung und Freiheit gefasst sind, soll der intrinsische Zusammenhang beider Begriffe im Anschluss an Hegels elaborierte Bildungstheorie untersucht werden. Erst mit diesem Zugang gewinnt das Begriffspaar eine analytische Kraft, um Problemfelder moderner Gesellschaften nicht nur zu begreifen, sondern transdisziplinäre Perspektiven zu eröffnen, die aus den Dilemmata und Blockaden herausführen, welche sich in den gegenwärtigen Debatten um Bildung zunehmend zeigen. Vertreten sind Beiträge aus Philosophie, Bildungsforschung, Soziologie, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft.
Ost- und westdeutsche Generationenerfahrungen im Spiegel autobiographischer Texte
Autobiographische Texte sind ein Spiegel historischer Ereignisse und gesellschaftlicher Umbrüche. Für das Verstehen intergenerationaler Lern- und Bildungsprozesse sind sie von hoher Bedeutung.
Autobiographische Texte reflektieren nicht nur das Verhältnis von individueller Lebensgeschichte und Eingebundensein in gesellschaftliche Strukturen, sondern haben oft eine »Bildungsintention«: Sie stellen nicht nur Bildungsschicksale sprachlich dar, sondern sollen selbst bilden. Dies lässt sich besonders gut an den Generationen aufzeigen, die durch entscheidende historische Umbrüche in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts gekennzeichnet sind: die sogenannte Flakhelfer-Generation, geboren um 1920, die 1968er-Generation sowie die Generation der Wende. So entstehen Generationenporträts, die die unterschiedlichen Bildungserfahrungen, Identitätsentwürfe, Tradierungsprozesse von Werten und den Umgang mit Geschichte zeigen.
Studien zur Bildungstheorie, systematischen Didaktik und Bildungsforschung
AutorIn: Dietrich Benner
Der Band behandelt bildungstheoretische Themen, die im Schnittpunkt von Allgemeiner Pädagogik, systematischer Didaktik und empirischer Bildungsforschung liegen.
Nach grundlagentheoretischen Überlegungen, die an Platons Höhlengleichnis anknüpfen, Zusammenhänge von Aufklärung, Bildung und Politik diskutieren und Formen des Wissens in der Wissensgesellschaft unterscheiden im ersten Teil, unter-sucht der zweite Teil allgemeine Zusammenhänge von Bildung, Wissenschaft und Kompetenz. Im dritten Teil werden forschungsbezogene Fragen nach übergreifenden Ordnungen des Unterrichts sowie Konzepte für den moralisch-evaluativen Bereich diskutiert, welche in der Entwicklung moralischer und religiöser Kompetenzen unverzichtbare Aufgaben öffentlicher Erziehung und Unterweisung erkennen.
Studien zur Zeigestruktur der Erziehung
AutorIn: Klaus Prange
Die Operative Pädagogik will nicht nur begründet sein, sie muss auch selber in ihrer Tragweite und in ihren Konsequenzen demonstriert werden. Das ist das verbindende Motiv in den hier vorgelegten Analysen und Perspektiven zur Operativen Pädagogik. Der leitende Gedanke ist: Pädagogik ist als Praxis und als Reflexion auf diese Praxis von der Eigenart des erzieherischen Handelns her zu verstehen. Sie besteht in der Operation des Zeigens in Hinsicht auf Lernen.
Das Erziehen ist ein Handwerk im wörtlichen Verstande und in dem erweiterten Sinne eines beredten Handwerks. Ohne die Hand kein Zeigen. Ob es um die Artikulation von Unterricht oder die Machtverhältnisse in pädagogischen Inszenierungen geht oder um das Ballspiel und didaktische Verstehensprozesse, um das Verhältnis von Antwort und Frage in der Pädagogik oder das Problem nachhaltigen Lernens: immer ist das Handwerk des Zeigens der zentrale Fokus für das pädagogische Handeln und für die Reflexion auf dieses Handeln.
Gesellschaftliche Fragmentierungen - Pädagogische Suchbewegungen
HerausgeberIn: Michael Obermaier
Humanökologisch orientierte Pädagogik sieht Menschen als Akteure in vielfältigsten Lebenskontexten unserer spätmodernen Gesellschaft. Sich hier zurecht zu finden, verantwortlich mitzugestalten und selbst zu entfalten - das markiert die Persönlichkeitsbildung ein Leben lang.
Basierend auf den pädagogischen Grundkategorien Erziehung, Bildung, Lernen thematisiert die vorliegende Festschrift heterogene, bisweilen auch auseinander driftende Anspruchsfelder wie Familie, Elementarpädagogik, Schule, Erwachsenenbildung, interkulturelle, ökologische, politisch-ethische Bildung und die neue Kulturtechnik des Digitalen. Erst im behutsamen Ausbalancieren dieser Diversität auf sinnhaftes Gelingen hin vermag dann der Einzelne seine humane Gestalt zu gewinnen.
Einführung mit zentralen Texten
AutorInnen: Winfried Böhm und Michel Soetard
Jean-Jacques Rousseau - ein Klassiker der Erziehung.
Kaum ein anderer hat das Denken über Erziehung in der Moderne so vielfältig und so nachhaltig beeinflusst wie Jean-Jacques Rousseau. An dem genialen Autodidakten, dessen Geburtstag sich im Juni 2012 zum 300. Male jährt, scheiden sich bis heute die Geister, sowohl was seine Person und Biografie als auch was seine pädagogischen Ideen und Entwürfe betrifft. Man könnte die ganze Geschichte der Pädagogik sogar einteilen in eine Epoche vor und eine nach Rousseau.
Die beiden ausgewiesenen Rousseau-Kenner - der deutsche Pädagoge Winfried Böhm und der französische Erziehungsphilosoph Michel Soëtard – führen mit diesem Lehr- und Lernbuch vor allem in die Pädagogik Rousseaus ein und legen eine zum Teil ganz neue Auswahl seiner zentralen Texte vor, welche ihn als hochaktuellen Kultur- und Gesellschaftskritiker und als den genuinen Entdecker und Erfinder von Kindheit und Erziehung zeigen.
Disziplinierung und Normalisierung
AutorIn: Marcus Reiß
Reformpädagogik gilt bis heute als »magische Größe«. Ihre Anhänger verzaubert sie mit der eingängigen Formel: Nicht nur »naturgemäß« soll Erziehung sein, sondern auch wertschätzend, praxisnah und individuell. So verspricht sie Heilung (von falscher Pädagogik) und argumentiert scheinheilig: Sowohl »begradigen« als auch »überwinden« sind unverzichtbare Bestandteile ihres Kanons pädagogischer Leitbegriffe.
Die Kindheitskonzepte von Maria Montessori und Ellen Key werden besonders dafür geschätzt, dass sie das »Leben« feiern. Dabei argumentieren sie mitunter allerdings wenig lebensbejahend. Besonders augenfällig ist, dass sie vor allem gesunde, normale und folgsame Kinder besonders wertschätzen. Der ideale Nachwuchs soll sowohl folgsam als auch unauffällig sein: Nicht jedes Kind ist aus sich heraus wertvoll. Daher appellieren sie an künftige Eltern, möglichst nur den richtigen Erbanlagen ins Leben zu verhelfen (was nicht zwangsläufig die eigenen sind). Überhaupt haben beide sehr konkrete Vorstellungen davon, wie Kinder sein müssen... und was passieren könnte, wenn sie nicht sind, wie sie sein sollen.