Festschrift für Wolfgang Bergsdorf
Die Wechselbeziehung von Politik und Kommunikation, von Geist und Macht, Wissenschafts- und Bildungspolitik sind die Themen, in denen sich das wissenschaftliche Schaffen und die praktisch-politische Tätigkeit von Wolfgang Bergsdorf bewegen. Journalist, Politikwissenschaftler an der Universität Bonn, Abteilungsleiter des Bundespresse- und Informationsamtes und Mitglied des engsten Beraterkreises um Bundeskanzler Helmut Kohl, Abteilungsleiter für Kultur und Medien im Innenministerium und schließlich Präsident der Universität Erfurt. Die Beiträge dieser Festschrift stammen von Wegbegleitern dieser Stationen. Prominente Politiker, Journalisten und Autoren, Kollegen und Schüler haben zu dieser Festschrift beigetragen. Aus ganz verschiedenen Blickwinkeln werden politische und kommunikative Prozesse beleuchtet, die geistigen und kulturellen Fundamente der deutschen Gesellschaft und Europas betrachtet und auch künftige Spannungsfelder fokussiert.
Herausgegeben mit Unterstützung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, Potsdam
HerausgeberIn: Elmar Wiesendahl
Die Bundesrepublik befindet sich in einer Übergangsphase, in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Gerade wenn sich Gesellschaften grundlegend wandeln oder gar transformieren, fällt Eliten und ihrer Führungsrolle eine besondere Verantwortung zu. Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bundeswehr gehen der Frage nach, welche Bedeutung Eliten im Transformationsprozess von Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Militär in Deutschland zukommt. Sie tun dies vor dem historischen Hintergrund der Entwicklung vom Kaiserreich bis zur Gegenwart. International vergleichend werden auch die postkommunistischen Eliten in Russland und unterschiedliche Elitenauslesemuster untersucht. Ein zentraler Fragepunkt ist überdies, ob die Funktionseliten von heute sich zu Verantwortungseliten fortentwickeln müssen.
Die moderne Medizin ist ohne Computertechnik nur schwer vorstellbar. In weltweit einmaliger Darstellung zeigt die Ausstellung 'Computer.Medizin' anhand spektakulärer Exponate den Nutzen und die Grenzen des Computers in der Medizin. Begleitend zur Ausstellung werden in diesem Buch die folgenden Fragen behandelt: Wie kann auch weiterhin eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung gesichert werden? Wie hat sich die Beziehung von Arzt und Patient im Hightech-Betrieb verändert? Was sind die neuesten Entwicklungen in der Medizintechnik? Welche Rolle spielt das Gesundheitswesen als Wirtschaftsfaktor? Wie kann gesichert werden, dass die menschliche Seite im Medizinbetrieb nicht zu kurz kommt?
Die Reihe ist bei uns eingestellt.
HerausgeberIn: Agilolf Keßelring
Zwölf Jahre, nachdem das Abkommen von Dayton und die Implementation Force (IFOR) den Krieg in Bosnien-Herzegowina beenden konnten, bleibt die Situation vor Ort kompliziert. Die gegenwärtige Diskussion um die zukünftige Rolle der Vereinten Nationen und deren Hohen Repräsentanten (High Representative, HR) einerseits, und um einen möglichen Abzug der europäischen Schutztruppe EUFOR andererseits, illustrieren die nach wie vor bestehenden Schwierigkeiten beim Aufbau eines lebensfähigen Gemeinwesens. In Bosnien-Herzegowina leben die den Gesamtstaat konstituierenden Bosniaken, bosnischen Serben und bosnischen Kroaten heute jeweils überwiegend für sich. Die im Abkommen von Dayton vorgesehene Flüchtlingsrückkehr und damit die Wiederherstellung des ethnischen "Flickenteppichs" in Jugoslawien sind hingegen weitgehend gescheitert. Trotz positiver Ausnahmen ist die Identifikation der Bevölkerung mit dem Gesamtstaat insgesamt schwach ausgeprägt. Gemeinsam mit gravierenden Wirtschafts- und Strukturproblemen macht dies die dauerhafte Stabilisierung aufwändig und mühsam. Um hier in sinnvoller Weise tätig zu sein, und um überhaupt die Dimension der Herausforderung für die Internationale Gemeinschaft zu begreifen, ist eine ungeschönte Analyse des komplexen Szenarios notwendig. Hier setzt das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MGFA) mit dem neuen Band der Reihe "Wegweiser zur Geschichte" an. Renommierte Autoren beschreiben unterschiedliche Aspekte von Geschichte, Kultur und Religion Bosnien-Herzegowinas. 16 Beiträge mit Schwerpunkt auf der Entstehung des aktuellen Konfliktes fügen sich zu einer Gesamtdarstellung der Krisenregion zusammen. Ein ausführlicher Anhang bietet zusätzliche Orientierungshilfen und weiterführende Angaben.
AutorIn: Werner Güth
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.
Die Bundeswehr und das Erbe Baudissins. Herausgegeben im Auftrag der Führungsakademie der Bundeswehr Hamburg
HerausgeberIn: Elmar Wiesendahl
Wie kein anderer hat der große Militärreformer Wolf Graf von Baudissin mit der von ihm entwickelten Inneren Führung den Geist und das Binnengefüge der Bundeswehr vor ihrer Transformation von der Verteidigungsarmee zur international operierenden Einsatzarmee geprägt. Innere Führung hieß für Baudissin, die Führungsphilosophie und das Berufsleitbild der Armee an die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen anzupassen, die er zu Zeiten der Neuaufstellung demokratisch zuverlässiger Streitkräfte in der Bundesrepublik vorfand. Dies ist ein halbes Jahrhundert her. Heute, im 21. Jahrhundert, steht die Bundeswehr vor radikal ge-wandelten Herausforderungen: durch neue interna- tionale Konfliktszenarien, ein erweitertes Einsatz-spektrum und tiefgreifende Veränderungen der deutschen Gesellschaft. Darauf muss sie Antworten fin-den. Um diese geht es dem vorliegenden Band.
Humane Vorkernstadien und Präimplantationsdiagnostik aus der Sicht der Christlichen Gesellschaftslehre
AutorIn: Mareike Klekamp
Am ersten Tag seiner Existenz ist der Mensch in Deutschland vollkommen recht- und damit schutzlos. Auch die Soziallehre hat diese Problematik noch nicht erkannt. Humane Vorkernstadien werden in Deutschland zu Tausenden biopsiert, diagnostiziert, eingefroren und verworfen, weil das zum 1.1.1991 in Kraft getretene, deutsche Embryonenschutzgesetz den Menschen erst ab dem Embryonalstadium vor derartigen Zugriffen bewahrt. Im Vorkernstadium hat das Spermium die äußere Membran der Eizelle bereits durchdrungen. Die in Deutschland tätigen Reproduktionsmediziner nutzen diese rechtliche Lücke in zweierlei Hinsicht. Zum einen wird die Präimplantationsdiagnostik in Form der Polkörperbiopsie durchgeführt, um Chromosomenfehlverteilungen zu erkennen. Zum anderen werden überzählige Vorkernstadien aus künstlichen Befruchtungen verworfen oder eingefroren. Zuletzt im Jahrbuch 2001 dokumentierte das Deutsche-IVF-Register 74 000 kryokonservierte Vorkernstadien. Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Vorkernstadien. Die rechtliche und ethische Zulässigkeit dieses Umgangs mit dem Menschen in seiner frühesten Phase muss dringend vom Gesetzgeber geprüft werden. Auch das Dokument der Glaubenskongregation zur künstlichen Befruchtung 'Donum Vitae' müsste auf diese Problematik eingehen
AutorIn: Otto Depenheuer
Gewalt ist im freiheitlichen Ver-fassungsstaat beim Staat monopolisiert, rechtlich domestiziert und demokratisch legitimiert. Als fundamentalistischer Terror kehrt sie indes mit ursprünglicher Willkür und atavistischer Brutalität auf die politische Bühne zurück. Wie kann der freiheitliche Rechtsstaat seine Existenzform gegenüber seiner islamisch-fundamentalis-tischen Negation verteidigen? Kann sich die rechtlich gehegte Staatsgewalt gegen die barbarische Gewalt eines global agierenden terroristischen Netzwerkes behaupten, ohne ihr Ethos zu verraten? Kennt die Not des Staates kein Gebot des Rechts? Oder ist er umgekehrt an seine Rechtsordnung und deren Prin-zipien ausnahmslos gebunden mit der Folge: Fiat iustitia pereat mundus? Muss der Rechtsstaat auch den Feind als Rechtssubjekt achten? Darf er um seiner Existenz willen in letzter Konsequenz sogar unschuldige Menschen opfern? Diesen existentiellen Fragen der Rechtsstaates geht die Studie vor dem Hintergrund der aktuellen terroristischen Bedrohung durch den islamischen Fundamentalismus nach.
Überlegungen zur Säkularität, zur Neutralität und zum religiös-weltanschaulichen Fundament des modernen Staates
Die Problematik des Verhältnisses von Staat und Religion ist so alt wie die Menschheitsgeschichte. Stets hat sich die Frage gestellt, wie sich organisierte politische Herrschaft mit der von Herrschern und Beherrschten geglaubten religiösen Wahrheit verträgt, sich mit ihr verbinden oder doch wenigstens vereinbaren lässt. Beim Nachdenken über die rechte Beziehung von Staat und Religion stößt man auf wirkmächtige Mythen: Den Mythos von der Entstehung des modernen Staates als Vorgang der Säkularisation, den Dämon des »christlichen Staates« und die Mär vom weltanschaulich-religiös neutralen Staat des Grundgesetzes.

Die vorliegende Schrift betreibt Entmystifizierung und entwickelt Gegenthesen: Der Staat des Grundgesetzes ist – wie der moderne Staat überhaupt – gegenüber den verschiedenen Religionen und Weltanschauungen nicht neutral. Diese Erkenntnis sollte zugleich den Weg freimachen für eine staatliche Religionspolitik, die nicht alle Religionsgemeinschaften gleich behandelt, sondern nach ihrer säkularen Gemeinwohlförderlichkeit unterscheidet und dementsprechend staatlichen Schutz und staatliche Förderung bewusst ungleich verteilt.