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Das Aufeinandertreffen von Einwanderern und indigener Bevölkerung war nicht immer konfliktfrei – für alle Kunstgattungen aber doch auch sehr fruchtbar und bereichernd. Diese Probleme – in Kanada und den USA vom 19. Jh. bis zur Gegenwart – werden hier aus historischer, literatur- und kulturwissenschaftlicher Sicht vorgestellt. So kommt die wechselseitige Beeinflussung und Inspiration in autobiographischen Texten, Gedichten und Gemälden, auf der Bühne und im Musikschaffen zur Sprache. Aus der Perspektive vergleichender Ethnizitätsstudien werden kulturkritische Perspektiven eingebracht und im breiten Kontext globaler Trends eine tragfähige Theorie der Indigenität entwickelt.
Theorie und Sprache bei Novalis
Wie aus frei schwebenden Ionen und Kationen Salzgitter kristallisieren, so schlagen sich freie geistige Bewegungen in Sprache nieder, sofern nicht zielgerichtet gesprochen wird. Doch wie im Salzgitter die Elementarteilchen der Atome nicht fixiert sind, sondern nach wie vor schwingen, so ist auch die Wahrheit im Sprachkristall nicht fest und verfügbar. Novalis schwebt zwischen einer metaphysischen und einer dekonstruktiven Sprachauffassung, indem er eine dritte propagiert, die beide verbindet: die Theorie der Sprache als oszillierende Kristallisation – ein von Novalis bewusst gewähltes Paradox.
Nebst zwei Anhängen 1. Zur russischen Bildungsgeschichte von Puškin und mit Beziehung auf ihn 2. Zu Puškins Verskunst
AutorIn: Hans Rothe
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.
Die Spannung zwischen Kirche und Welt, zwischen Katholizismus und Moderne bildet den Hintergrund dieser Untersuchung zum literarischen Anspruch der 1903 von Karl Muth gegründeten Zeitschrift Hochland. Mit einem kritischen Blick auf die von widersprüchlichsten Strömungen durchsetzte konfessionelle Kultur ist dieses Buch ein unverzichtbarer Beitrag zu einem differenzierteren literaturhistorischen Bild der Epoche von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg. Inwieweit konnte Hochland das katholische Milieu durchbrechen? Wie artikulierte sich der Versuch der Zeitschrift, Anschluss an die deutsche Kultur zu finden und welche 'deutsche Kultur' galt ihr als Leitbild? Welche Funktion hatte Hochland für eine 'Wiederbegegnung von Kirche und Kultur'? In der Diskussion der ästhetischen und literarischen Fragen vor dem Hintergrund der politischen und sozialen, der theologischen und wissenschaftsgeschichtlichen Problemfelder der Epoche bis zum Ersten Weltkrieg wird das ambivalente und spannungsgeladene Verhältnis von katholischem Milieu und Nation deutlich. In einer facettenreichen Analyse entwirft die Autorin ein kritisches und streckenweise korrigierendes Bild des Anspruchs von Zeitschrift und Herausgeber, eine katholische Hochliteratur zu fördern und zu etablieren.
Innovation und Aktualität frühromantischer Philosophie
Die Frühromantiker, die sich in Auseinandersetzung mit der klassischen deutschen Philosophie und Literatur profilierten, befanden sich nicht nur philosophisch, literarisch und naturwissenschaftlich auf der Höhe der Zeit, sondern gingen auch in vielen Bereichen neue Wege. Sie rangen auf originelle und oft auch radikale Weise um Alternativen zu den bisherigen Denkmodellen, Rationalitätsformen, Konzepten von Philosophie, Poesie, Religion, Naturwissenschaft, Politik und selbst Lebensformen und stellten gerade darin eine Herausforderung für ihre Zeit und die nachfolgende Entwicklung dar. Der vorliegende Band zielt darauf, die innovativen philosophischen Leistungen der Frühromantik und deren Tragweite auch für die heutigen philosophischen Diskussionen herauszustellen. Dabei wird nicht nur der gegenwärtige Forschungsstand dokumentiert, sondern auch verschiedene Zugänge zur Philosophie der Frühromantik erörtert.
Körper, Seele und Geist. Anthropologische Gottes-, Welt- und Menschenbilder der wissenschaftlichen Romantik
AutorIn: Stefan Schweizer
Körper, Seele und Geist. Aus welchen Teilen besteht der Mensch? Mit dieser Fragestellung hat sich die Anthropologie schon seit Jahrhunderten beschäftigt. Vorliegendes Buch arbeitet diese Frage anhand der Epoche der Romantik und des damaligen wissenschaftlichen Diskurses der Anthropologie auf. Zwischen den Anthropologen gab es große Meinungsunterschiede. Die Schule der Dualisten behauptete, dass der Mensch aus einer Seele und einem Körper bestehe. Die genuin christlich inspirierten Trinitarier gingen hingegen von einem Gott analogen Menschenbild mit den Merkmalen Geist, Seele und Körper aus. Das Buch verspricht zudem neue Einsichten über die Romantik. War sie eine eher progressive oder doch restaurativ-reaktionäre Epoche?
Eine Geschichte der Ausnahmezustände und Unberechenbarkeiten
Über Jahrhunderte versuchten Militärstrategen und Mathematiker mit einer komplexen konfliktbeladenen Welt fertig zu werden. Wie sie dabei ausgerechnet in Spielen immer wieder eine operative Basis für ihr Denken und Handeln fanden, schildert dieses Buch in historischer Tiefe und medientheoretischer Aktualität. Zum Vorschein kommt eine über ein Jahrtausend währende Folge von unterschiedlichen Kriegsspielen: so das mittelalterliche Zahlenkampfspiel, barocke Ideen über Krieg und Spiel, das Kriegsspiel im 19. Jahrhundert in Preußen und die politischen Planspiele von Reichswehr und Wehrmacht. Hilgers entdeckt bekannte Figuren der Ideengeschichte, die in Kriegsspielen die Gestalt der Kriege ihrer Zeit zu entwerfen suchten: Leibniz, Heinrich von Kleist, Wittgenstein, Carl Schmitt, John von Neumann und andere. Sehr genau zeichnet er nach, wie Kriege ihr Denken und ihre Karrieren entscheidend geprägt haben, und er stellt die Frage, wie es sein konnte, dass Spiele eine Sphäre eroberten, in der sich menschliches Handeln von seiner unberechenbarsten Seite zeigt. Um die Wechselwirkungen zwischen Schlachtfeldern und Kriegsspielen zu erfassen, geht der Autor auf die großen Umbrüche ein, die die Kulturtechniken der Zeichenanwendungen erfasst haben. Als ein Schlüssel wird der mathematische Diskurs ausgemacht, der allein auf Symbolen beruhende Zeichenapparate hervorbringt und seine Anwendung explizit als Spiel mit Zeichen zu begreifen beginnt.
Ein Ritt durch die Geschichte Europas von Dante bis Napoleon
AutorIn: Volker Hunecke
Reiterdenkmäler als Ausdruck herrscherlicher Pracht und herrscherlichen Willens durchziehen die europäische Geschichte. Mit dem Römischen Reich ging das Reitermonument in seiner vornehmsten Gestalt, dem überlebensgroßen ehernen Abbild, für lange Jahrhunderte unter. Im Italien der Renaissance wurde es wiedergeboren, die eisernen Herrscher bestiegen wieder ihre ehernen Rosse, zur Mehrung ihres Ruhmes. Reitermonumente breiteten sich von nun an als Symbole und wesentliche Bestandteile der Inszenierung von Fürstenmacht über ganz Europa aus. Volker Hunecke legt einen eindrucksvollen, reich bebilderten Überblick über alle künstlerisch, politisch und symbolgeschichtlich bemerkenswerten Reitermonumente vor, die in dem halben Jahrtausend zwischen Dante und Napoleon entstanden. Die glänzend geschriebene Darstellung ist gleichsam ein Ritt durch die europäische Geschichte, der sich von der Blüte der italienischen Stadtrepubliken bis zu den Massakern der Französischen Revolution an den ehernen Reitern der Monarchie erstreckt und der den Leser von Sizilien bis nach Skandinavien, von Lissabon bis nach St. Petersburg führt.
Inhalt: Claudia Selheim Zum musealen Umgang mit 'Bauernstuben' Wege der Sachkulturforschung Inge Weid Zur Popularisierung des Trachtenbewusstseins in der Oberpfalz. Trachtengrafik und die 'Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern' Tobias Hammerl LEGO. Perspektiven einer volkskundlichen Spielmittelforschung am Beispiel LEGO Monika Ständecke Das Münchner Volkskunstmuseum der Firma 'Wallach' Justin Stagl Kultur, Kulturen, Kulturalismus Friedemann Schmoll Heinrich Harmjanz. Skizzen aus der nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik Peter-Christian Wegner Druckgraphik als Vermittler zwischen Literatur und Kunsthandwerk Julia Waldner Beredtes Schweigen. Brieftagebücher eines Augsburger Majors aus dem Ersten Weltkrieg Maria Christa Maennersdoerfer Das Exempel der obsessiven Trauer im Internet Marina Jaciuk 'Nicht-kanonisierte-Heilige' als transkulturelle Symbole. Das Beispiel von Jesús Malverde in Mexiko
Literarisierte Anthropologie bei Fr. Schlegel, Novalis, Tieck und E.T.A. Hoffmann
AutorIn: Michael Weitz
Das Buch liefert eine völlig neue Sicht auf kanonische Texte der deutschen Romantik. Indem der Autor eine diskursgeschichtliche Neubestimmung der Romantik jen-seits der üblich gewordenen Epochenphrasierung eines grundlegenden Bruchs um 1775 vornimmt, leistet er einen erheblichen Beitrag zur Romantikforschung. Es geht um eine grundlegende Affinität romantischer Prosa zur barocken Klugheits- und Lebenskunst. Denn über die heute geläufige kulturhistorische Situierung der Romantik als 'Vorbote der Moderne' bis hin zur Post-Moderne macht der Autor den empirischen Befund einer Semantik aus, die in die entgegen gesetzte Richtung steuert und die romantische Literatur erstmals in einer Traditionslinie von Moralistik und Anthropologie her lesbar macht. Es wird in der romantischen Diskurslogik die überraschende Kontinuität eines Lebenskunstdiskurses freigelegt, der nicht, wie verbreitet, als Restbestand antiker Traditionen in der Neuzeit betrachtet aufgefasst wird, sondern als grundierendes Denkmuster romantischer Literatur.