AutorIn: Konrad Canis
Sie gilt als eines der kunstvollsten, aber auch kompliziertesten politischen Netzwerke der neueren Geschichte: die Außenpolitik Bismarcks. Konrad Canis hat sie ebenso klar wie umfassend dargestellt, eingebettet in den übergreifenden Rahmen von Aufstieg und Fall des deutschen Kaiserreiches. Innenpolitischen, wirtschaftlichen, militärischen und ideologischen Faktoren des außenpolitischen Prozesses gibt er den ihnen gebührenden Raum.
Kriegserfahrungen deutscher und britischer Seeoffiziere 1914 bis 1918
AutorIn: Nicolas Wolz
Für das Selbstbewußtsein der Offiziere von Royal Navy und Kaiserlicher Marine war der Erste Weltkrieg ein Fiasko. Die britische Blockadestrategie verhinderte ein direktes Kräftemessen der beiden stärksten Schlachtflotten der Welt. Die einzige größere Seeschlacht 1916 vor dem Skagerrak führte keine Entscheidung herbei. Beide Flotten blieben weiter wie bisher in Wartestellung. Die Seeoffiziere, Angehörige einer besonders ausgeprägten militärischen und gesellschaftlichen Elite, mussten sich damit zufrieden geben, beinahe wie im Frieden Dienst zu tun, obwohl beide Seiten das große Treffen sehnlichst erwarteten. Das lange Warten wurde so zur prägenden Erfahrung des Krieges für sie. Auf Grundlage zahlreicher Tagebücher und Briefe beschreibt Nicolas Wolz, wie Alltag und Lebenswelt der Offiziere beider Nationen beschaffen waren und wie sie versuchten, ihr 'Nichtstun' zu verarbeiten, zu rechtfertigen und ihm einen Sinn zu geben.
Band III: Spanische "Diversion", "Emser Depesche" und Reichsgründungslegende bis zum Ende der Weimarer Republik. 12. Juli 1870 - 1. September 1932
HerausgeberIn: Josef Becker
Die Reihe ist abgeschlossen.
Vom polnisch-litauischen Lehnsherzogtum zur russischen Provinz. Dokumente zur Verfassungsgeschichte 1561-1795
HerausgeberInnen: Erwin Oberländer und Volker Keller
Das Herzogtum Kurland, 1561 aus Resten des livländischen Ordensstaates entstanden und 1795 untergegangen, nimmt in seiner Entwicklung – deutscher Herzog und deutscher Adel, lettische Bauernschaft, polnisch-litauischer Lehnsherr und russische Zaren als Garanten der Adelsprivilegien – unter den Territorialherrschaften der Frühen Neuzeit eine Sonderstellung ein. Der Kampf um die Vorherrschaft zwischen Herzog und Ritterschaft, der von den rivalisierenden Nachbarmächten Schweden, Polen-Litauen und Russland stark beeinflusst wurde, prägte die gesamte Geschichte des Herzogtums. Er sucht in der deutschen Verfassungsgeschichte seinesgleichen, doch hat er in der jüngeren Diskussion zum Absolutismus kaum Beachtung gefunden. Die vorliegende Edition schwer zugänglicher Quellen eröffnet einen neuen Zugang zur Geschichte dieses ebenso eigenartigen wie interessanten Herzogtums.
Das Araberbild der Deutschen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert
AutorIn: Annette Katzer
Nicht erst, seit Öl und Islamismus ihr Bild und ihre Wahrnehmung bestimmen, beschäftigen sich Deutsche mit den Arabern. Schon im 16. Jahrhundert begann ein Araberbild zu entstehen, das mangels engerer Beziehungen allerdings noch diffus war. Die Araber blieben zunächst 'bekannte Unbekannte'. Mit wachsendem geographischem und kulturellem Wissen jedoch erfuhren sie eine genauere, im Wandel der Zeiten wechselnde Beurteilung, schwankend zwischen den Polen von Diffamierung, Kriminalisierung und Glorifizierung. Annette Katzer beschreibt in ihrer detailreichen Stu-die Entstehen und Entwicklung des deutschen Araberbildes bis zum 19. Jahrhundert. Sie bezieht Faktoren wie Religion, geistesgeschichtliche Strömungen und politische Interessen ebenso ein wie die Bedingungen von Kulturkontakten und individuellen Wahrnehmungen. Die farbige Darstellung macht Mechanismen der Stereotypenbildung deutlich, die uns gerade heute bedenkenswert erscheinen sollten.
AutorIn: Horst Groepper
HerausgeberIn: Maria Tamina Groepper
'Die Entente zwischen Frankreich und Russland ist heute eine vollendete Tatsache. Dieses Bündnis – ist es nicht der General v. Caprivi, der es geschaffen hat? Und dafür hatte Wilhelm II. ihn, Bismarck, weggejagt!' So sah der französische Botschafter in Berlin die Wende in Europa nach Bismarcks Entlassung im März 1890. Anhand deutscher, französischer und russischer Quellen rekonstruiert Horst Groepper, der ehemalige Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Moskau (1962–1966), das Drama um Bismarcks Sturz mit seinen außenpolitischen Ursachen und Folgen. Es gelingt ihm, auf der Basis seines reichen Quellenmaterials und durch eine kritische detaillierte Analyse des berühmten Rückversicherungsvertrages, neues Licht auf Bismarcks friedenserhaltende Bündnispolitik zu werfen und die auf Holstein zurückgehende These von der 'Unvereinbarkeit' der Verträge zu korrigieren. Maria Tamina Groepper, die Tochter des 2002 verstorbenen Autors, hat sein Manuskript für den Druck vorbereitet und seine Arbeit in einem ausführlichen Essay in den Zusammenhang der Forschung gestellt.
Ausgewählte Schriften. Herausgegeben im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes
HerausgeberInnen: Ralf Pröve, Bruno Thoß, und Ralf Pröve
Bernhard R. Kroener ist einer der namhaftesten Vertreter der Militärge-schichte in Deutschland. Sein Arbeitsfeld weist eine enorme zeitliche Tiefe und thematische Breite auf. In Forschung und Lehre setzt er bereits im späten Mittelalter ein, um dann die gesamte Epoche der Neuzeit in das Blick-feld seiner Aufmerksamkeit zu rücken. Dabei verfolgt er sowohl wirtschafts- wie sozialhistorische als auch kultur- und politikgeschichtliche Ansätze. Seine besondere Konzentration gilt der Erforschung des Dreißigjährigen Krieges und der Geschichte des deutschen Miltärs im Dritten Reich und im Zweiten Weltkrieg. Nicht zuletzt mit seiner monumentalen Biographie des Generalobersten Friedrich Fromm (2005) hat er hier Maßstäbe gesetzt. Die in vorliegendem Band versammelten Aufsätze geben Einblick in zentrale wissenschaftliche Tätigkeitsfelder des Inhabers der Potsdamer Professur für Militärgeschichte. In einem breiten zeitlichen Bogen bilden sie vier thematische Schwerpunkte: historiographische Probleme und aktuelle Forschungsdebatten; die Lebensbedingungen im Sozialsystem Militär; Rüstung und Aufrüstung als ideologisches, ökonomisches und politisches Problem; die Entstehung und Verbreitung von Kriegsmythen. Dieser Band spiegelt nicht nur die wissenschaftliche Spannbreite des Autors wider, sondern ist auch ein glänzendes Zeugnis der modernen deutschen Militärgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg.
Abteilung III: 1871-1898, Schriften Band 3: 1877-1878
In kurzem Abstand erscheinen zwei weitere Bände der Neuen Friedrichsruher Ausgabe von Bismarcks Gesammelten Werken. Damit werden zahlreiche bisher nie gedruckte Dokumente zur Politik Bismarcks in den Jahren von 1877 bis 1881 zugänglich gemacht. Band 3 von Bismarcks Schriften zwischen 1871 und 1898 behandelt die Jahre 1877 und 1878, eine Zeit wichtiger Weichenstellungen im Innern wie auch in der Außenpolitik. Die Krisen auf dem Balkan, die Europa 1877/78 zeitweise an den Rand eines Krieges brachten, veranlassten Bismarck, über den außenpolitischen Kurs des Deutschen Reiches grundsätzliche Überlegungen anzustellen. Zu den wichtigsten Dokumenten, die Bismarcks Gedanken in dieser Zeit widerspiegeln, gehören das 'Kissinger Diktat' vom Juni 1877 wie auch zahlreiche bisher unbekannte Denkschriften. Diese machen deutlich, dass die Sicherung des Reiches oberste Priorität hatte. Konsequent bemühte Bismarck sich, einen großen europäischen Krieg zu verhindern. Der Berliner Kongress, dessen Vorgeschichte hier ausführlich geschildert wird, war der glanzvolle Höhepunkt dieser Bemühungen. Im Innern bemühte sich Bismarck, sowohl die Reichsverwaltung neu zu organisieren als auch in der Wirtschafts- und Finanzpolitik im Zeichen der 'Konservativen Wende' grundlegend neue Akzente zu setzen. Seine Motive und Ziele lassen sich anhand der in diesem Band veröffentlichten insgesamt 571 Dokumente, von denen die Hälfte erstmals veröffentlicht wird, deutlicher als bisher erkennen.
Abteilung III: 1871-1898, Schriften Band 4: 1879-1881
In kurzem Abstand erscheinen zwei weitere Bände der Neuen Friedrichsruher Ausgabe von Bismarcks Gesammelten Werken. Damit werden zahlreiche bisher nie gedruckte Dokumente zur Politik Bismarcks in den Jahren von 1877 bis 1881 zugänglich gemacht. Band 4 (1879 bis 1881) dokumentiert eine wegweisende Phase der Reichskanzlerschaft Bismarcks, innenpolitisch durch die 'Konservative Wende', außenpolitisch durch den Auftakt zu dem von ihm geschaffenen Bündnissystem bestimmt. Sie wird in 517, teilweise sehr ausführlichen Dokumenten nachgezeichnet. Darunter befinden sich selbst für diesen von der Forschung stets mit besonderer Aufmerksamkeit bedachten Zeitraum zahlreiche hier erstmals veröffentlichte Schriftstücke. Im Unterschied zu den bisherigen Bänden halten sich diesmal außen- und innenpolitische Belange die Waage. Die Dokumente zeugen vom Tasten und Taktieren Bismarcks auf der Suche nach Lösungen zur Überwindung der anhaltenden sozioökonomischen Krisensituation des Reiches. Im Innern spiegelt sich das in seinen Ausführungen zu zentralen Themen wie dem Übergang zum Protektionismus, den Anstrengungen zur Beilegung des Kulturkampfs, der Sozialpolitik oder dem Reichstagswahlkampf von 1881. Außenpolitisch erschließt sich nicht nur Bismarcks zähes Ringen um das Zustandekommen des Zweibunds 1879 und des Dreikaiservertrags von 1881 klarer. Es wird auch erkennbar, wie die Macht-politik der Großmächte ihn zwang, Konfliktherde jenseits Europas nicht aus den Augen zu verlieren.
Ein anschaulicher Überblick über die Geschichte der preußischen Armee vom Beginn des 18. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts - ein substantieller neuer Beitrag zur fortwährenden Debatte über die Stellung des Militärs in der preußisch-deutschen Gesellschaft. Auf neuestem Forschungsstand geben erstrangige Experten Auskunft über die Entwicklung der preußischen Armee vom 'Soldatenkönig' Friedrich Wilhelm I. über die napoleonische Zeit und die Heeresreformen bis zum Reichsmilitärgesetz von 1874 und zum preußisch-deutschen Generalstab im 19. Jahrhundert. Das Buch macht den politischen und gesellschaftlichen Kontext, in dem die preußische Armee lebte und nach innen und außen agierte, deutlich. Auch den Blick auf das preußische Militär von außen, von Frankreich und Österreich aus, bezieht es mit ein.