Besatzer, Verbündete, Freunde?
Der Abzug der britischen Streitkräfte aus Westfalen ist eine Zäsur in der Nachkriegsgeschichte. Der Band bietet erstmals einen vertieften Einblick in die Entwicklung der deutsch-britischen Begegnungen und Beziehungen in Westfalen.
Die Aufsätze untersuchen diesen Wandel von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Dabei stehen zunächst die verschiedenen Felder der britischen Besatzungspolitik im Fokus. Der zweite Schwerpunkt befasst sich mit der deutschen und britischen Jugend in der Besatzungszeit, bevor dann diverse deutsch-britische Annäherungen bis in die heutige Zeit untersucht werden. Komplettiert wird das Bild durch zahlreiche interdisziplinäre Beiträge zur westfälisch-britischen Besatzungs- und Stationierungsgeschichte.
Zur Vorgeschichte des modernen Subjekts in der Frühen Neuzeit
Die Gesellschaft der Moderne und noch der Postmoderne imaginiert sich den Menschen als „Subjekt“. Vernunft, Willen und Reflexivität sind ihr die Grundlagen für seine Zerrissenheit, aber auch seine Singularität oder seine unternehmende Dynamik.Der vorliegende Band untersucht den Ursprung der dauerhaften Karriere des Subjekts in der Frühen Neuzeit. In diesen Jahrhunderten entwickelte sich aus dem beseelten Menschen des Christentums ein sich mit Sinnen und Verstand in der Welt orientierendes Wesen. Der Band zeigt, dass der Mensch als Subjekt adressierbar wurde nicht nur, weil eine entsprechende Semantik verfügbar war, sondern auch, weil neu entstandene soziale Strukturen ihn darauf vorbereiteten.
Eine europäische Geschichtsregion neu entdecken
AutorInnen: Marcin Kordecki und Dawid Smolorz
Oberschlesien: Es gilt einen Brennpunkt der Geschichte des 20. Jahrhunderts neu zu entdecken, eine der interessantesten und vielfältigsten Regionen Mitteleuropas. Polen und Deutsche, Oberschlesier, Böhmen und Mährer prägten und prägen das Industrie­ und Naturland Oberschlesien. Ihr Zusammenleben war oft friedlich, manchmal konfliktträchtig.

Die Autoren führen in 20 spannenden Kapiteln durch die wechselvolle Geschichte ihrer Heimat – von der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche historische Fotos und Zeitzeugenberichte ergänzen die Darstellung und verschaffen dem Leser ein lebendiges Bild.
Das populäre Bild der Wehrmacht
HerausgeberIn: Jens Westemeier
Das populäre Bild der Wehrmacht ist auch 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs positiv besetzt. Im Selbstbild deutscher Familien werden die Väter und Großväter überwiegend als anständige Soldaten gezeichnet.
Populärwissenschaftliche Publikationen zur Wehrmacht, zur Waff en-SS und zum Zweiten Weltkrieg zählen zu den auflagenstärksten Titeln des deutschen Buchmarktes. Ihr Erzählmuster scheint sich seit den 1950er Jahren nicht wesentlich geändert zu haben: Die Wehrmacht wird als hochprofessionelle Armee dargestellt, ihre Generäle als geniale Strategen, die einfachen Soldaten als tapfere Landser. Kriegsverbrechen und Holocaust werden ausgeblendet.
Ausgewiesene Experten zeigen in diesem Buch, wie trotz gegenteiliger Ergebnisse der Geschichtswissenschaft die Legende von der »sauberen« Wehrmacht weiterlebt. Sie gehen Fragen nach, mit welchen Mitteln dies z.B. über Fach- und Sachbücher, Romane, Spielfi lme, TV-Dokumentationen und Neue Medien geschieht und beleuchten, wie in den Medien die »Faszination Wehrmacht« bisweilen instrumentalisiert wird.

Die Unternehmen Heinrich Thyssen-Bornemiszas von 1926 bis 1932
AutorIn: Harald Wixforth
Nach dem Tod August Thyssens versuchte sein Sohn Heinrich Thyssen-Bornemisza, als Unternehmer eigene Wege zu gehen. Die Entwicklung seiner Firmen ist bis heute ein kaum bekannter Teil der Geschichte Thyssens im 20. Jahrhundert.

Ab Herbst 1926 verfolgte Heinrich Thyssen-Bornemizsa das Ziel, seinen Erbteil des Thyssen-Konzerns effizient zusammenzufassen. Der von ihm gegründeten Holding gelang es jedoch nicht, ihre Aufgabe als zentrales Lenkungs- und Kontrollorgan zu erfüllen. Die Studie untersucht die Gründe dafür. Zudem beleuchtet sie die Entwicklung und Wettbewerbsposition einzelner Betriebe aus Heinrichs Verbund bis zum Ende seiner Formationsphase 1932 und erklärt, warum sich diese trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen erfolgreich am Markt behaupten konnten.
Beginnend mit dem Jahrgang 2018 wird das Athenäum – Jahrbuch der Friedrich Schlegel-Gesellschaft gemeinsam von Andrea Albrecht (Universität Heidelberg), Christian Benne (Universität Kopenhagen) und Kirk Wetters (Yale University) herausgegeben. Wie schon das von August Wilhelm Schlegel und Friedrich Schlegel und unter stiller Mitarbeit „weiblicher Federn“ wie Dorothea Schlegel und Caroline Schlegel herausgegebene ursprüngliche Athenaeum strebt auch das neue Athenäum nach weltbürgerlicher „möglichster Allgemeinheit“ und „freiyeste[r] Mittheilung“. Es versteht sich als Organ der Schlegel-Philologie und als Forum für die Romantikforschung in all ihren theoretischen und methodischen Ausdifferenzierungen und Schattierungen.
AutorIn: Sven Grosse
Angesichts der Zersplitterung der Wissenschaften und der Marginalisierung der Theologie stellt dieses Buch einen Vorstoß dar, eine Ordnung der Wissenschaften gerade dadurch zu begründen, dass die Theologie als „Weisheit“, d.h. als ordnungsstiftende Einsicht im Gesamtzusammenhang der Wissenschaften, auf den Plan tritt.
In einer Diskussion klassischer und moderner Beiträge zur Thematik wird unter kritischem Rückgriff auf Schelling und Hegel ein System der Wissenschaften umrissen, welches auf Gottes theoria, poiesis und praxis beruht. Daraus ergibt sich auch eine Binnengliederung der Theologie, welche die derzeit übliche Disziplineneinteilung überwindet.
Eine ästhetische relecture der Erbsünde
AutorIn: Florian Klug
Erlösung und Erbsünde – Eine Verhältnisbestimmung mit den Kategorien von Ästhetik, Erotik, Ironie und Narzissmus.
Das Buch stellt sich der Frage, wie Erlösung aktuell verstanden werden kann und welchen theologischen Gehalt die Erbsündenthematik dafür bereitstellt. Von der philosophischen Theorie der Subjektwerdung aus geht die Analyse auf die Gnade als lebendige Begegnung mit dem dreieinen Gott im menschlichen Gegenüber und in den sakramentalen Feiern ein. Anschließend kann das gelungene Menschsein als heteronome Selbstwerdung in Gemeinschaft bestimmt werden. Als zentrale Kategorien der Analyse dienen hierfür Ästhetik, Ironie, Erotik und Narzissmus, um daran eine relecture der Erbsünde vorzunehmen, die der erlösenden Heilstat Christi stete Priorität einräumt.
Eine Studie zur kulturellen Positionierung des Apostels der Völker
AutorIn: Esther Kobel
Paulus als interkultureller Vermittler: Wie der Jude Paulus als Christusgläubiger sein Evangelium unter den Menschen aus den Völkern verbreitete. Der als Jude geborene Apostel Paulus sah sich berufen, das Evangelium der Auferstehung Christi unter den Völkern zu vermitteln. Die vorliegende kulturwissenschaftlich geprägte Studie zeigt auf, dass und in welcher Weise Paulus seine bikulturelle Persönlichkeit einsetzte, um die Menschen aus den Völkern für seine Version des Evangeliums von Jesus Christus zu gewinnen. Im Fokus der Untersuchung zu Paulus als Vermittler in einem Kulturtransfergeschehen stehen die paulinischen Selbstbeschreibungen, insbesondere deren „Spitzensätze“ (1 Kor 9,19–23) sowie als beispielhafte Manifestation seiner Adaptabilität die Selbstdarstellung als Wettkämpfer (1 Kor 9,24–27).
Das Verhältnis von Recht und Religion hat sich in den letzten Jahren zu einem der Kernthemen der Forschung zur Frühen Neuzeit entwickelt. Eine wachsende Zahl von Monographien sowie Forschungsprojekte zur Rechtsgeschichte, Theologie, Philosophie, Ökonomie und Kunst belegen diese Entwicklung.

Mit dieser neuen Reihe soll der interdisziplinäre und interkonfessionelle Dialog über Recht und Religion in der Frühen Neuzeit gefördert werden. Sie wird von international anerkannten Wissenschaftlern herausgegeben und von RefoRC-Mitgliedern wie der Universität Leuven und der Leucorea Stiftung Wittenberg unterstützt. Die Publikationssprachen sind Englisch und Deutsch. Die Redaktion begrüßt ausdrücklich die englische Übersetzung herausragender Werke, die ursprünglich in anderen Sprachen veröffentlicht wurden.