Handlungen, Erinnerungen, Bedeutungen
AutorIn: Malte Prietzel
Wie nahmen die Menschen im Mittelalter den Krieg wahr, wie richteten sie ihr Handeln ein, wie interpretierten sie den Kampf, wie verwanden sie seine Folgen? Zur Beantwortung dieser Fragen verknüpft der Autor in methodisch neuartiger Weise Ansätze der Kulturgeschichte mit denen der Erforschung von Ritualen und symbolischen Handlungen. Sein Buch ist ein bedeutender neuer Baustein in der Erforschung des Krieges im europäischen Mittelalter, der auch für andere Epochen und Weltregionen methodisch wegweisend ist. Es erweist sich, dass das Kämpfen im Mittelalter nicht einfach eine praktische Tätigkeit ist, die nach einem scheinbar feststehenden Maßstab in Hinsicht auf ihre Effizienz bewertet werden kann. Vielmehr unternehmen die Handelnden wie ihre Chronisten größte Anstrengungen, um das Geschehen gemäß jenen Maßstäben, die ihrer Kultur eigen sind, einzuordnen, zu werten und der Mit- und Nachwelt zu präsentieren. Bezeichnenderweise orientieren sich diese Kriterien im Mittelalter am sinnlich Erfahrbaren, an Ritualen und symbolischen Handlungen, nicht aber an abstrakten Denkkategorien wie strategischen Überlegungen oder Planungen. Die kulturell definierten Maßstäbe der Bewertung prägen Handeln und Denken der Zeitgenossen im Krieg derart tief, dass sie geradezu eine eigene Art von Rationalität konstituieren.
AutorIn: Theo Kölzer
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.
Im Dienst deutscher Fürsten: Kriegsgeschäft und Heeresorganisation im 15. Jahrhundert
AutorIn: Uwe Tresp
Böhmische Soldaten im 'Sächsischen Bruderkrieg', böhmische Soldaten in der 'Soester Fehde' und im 'Süddeutschen Fürstenkrieg': Böhmen war von der Mitte des 15. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts der wichtigste Söldnermarkt im östlichen Mitteleuropa. Insbesondere deutsche Fürsten suchten hier bevorzugt nach Verstärkungen für ihre Heere. Ihr Vorgehen bei der Kontaktaufnahme nach Böhmen und der Söldnerwerbung wird ebenso untersucht wie die Organisation des Solddienstes, die innere Struktur und der Alltag einzelner Söldnergruppen. Die Untersuchung fußt auf zwei verhältnismäßig gut dokumentierten Fällen der Anwerbung böhmischer Söldner durch deutsche Fürsten: 1447 stellte Herzog Wilhelm III. von Sachsen ein 'böhmisches Heer' auf, das er im Sächsischen Bruderkrieg und in der Soester Fehde einsetzte. Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut warb zwischen 1459 und 1462 immer wieder Böhmen für den süddeutschen Fürstenkrieg an. Das jeweils reich überlieferte Quellenmaterial ermöglicht eine weitgehende Rekonstruktion des 'Söldnerhandels' mit den böhmischen Kriegsunternehmern sowie der Organisation und Verwaltung spätmittelalterlicher Söldnerheere.
Konflikte, Weichenstellungen und Wahrnehmung seiner Herrschaft
HerausgeberInnen: Hermann Nehlsen und Hans-Georg Hermann
Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Reich und England (1377-1422)
AutorIn: Arnd Reitemeier
Kult und Kultur des Todes spätmittelalterlicher Herrscher
AutorIn: Lothar Kolmer
HerausgeberIn: Lothar Kolmer