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Author: Reimar Hartge
Der Drang nach Menschlichkeit kennt bei dem, der sich darauf einlässt, kein Zögern und Zaudern. – Er bohrt sich – einer Quelle gleich – sogar durch hart abweisenden Fels! – Eigentlich müsste das Hinfinden zur Menschlichkeit etwas Selbstverständliches sein; doch rücksichtslos verlogenes Konkurrenzstreben, stur egoistisches Denken bei der Gefahrenabwehr und brutal feindliche Gesinnung lähmen die Suche nach Tugenden. – Menschlichkeit findet ihre Bedeutung im intuitiven Erkennen und Differenzieren möglicher Charakterstärken und -schwächen. – Mitmenschlichkeit strebt danach, eigene gewissenhaft geläuterte Persönlichkeit harmonisch heilsam in die Menschengemeinschaft einzubringen. – Im Idealfall sollten Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit ´zusammenfließen`, wie Spektralfarben es tun. –
Identitätsstiftende Momente christlicher Morgenliturgie im Dialog mit dem Judentum
Author: Nina Frenzel
Die historisch gewachsene und theologisch begründete Verbindung von Judentum und Christentum ist heute und zu-künftig als gemeinsame Verantwortung im Hinblick darauf wahrzunehmen, dass das Lob Gottes und die Präsenz des Transzendenten auch in der modernen Gesellschaft gegenwärtig bleibt.
Der Beitrag für die liturgiewissenschaftliche Erforschung von Judentum und Christentum liegt darin, Laudes und Shacharit einander in ihrer heutigen Form gegenüberzustellen. Bisherige Untersuchungen haben sich vor allem aus der liturgie-historischen Perspektive auf einzelne jüdische und christliche Gebete und ihre Abhängigkeiten bezogen. Der Wert dieser Arbeit dagegen besteht im Gegenwartsbezug. Gegenstand sind die morgendlichen Liturgien, so wie sie im christlichen Stundengebetbuch und dem jüdischen Siddur der Gegenwart vorliegen. In einer ganzheitlichen Betrachtung werden liturgietheologische Erkenntnisse zu den drei zentralen Kategorien von Identität, (Gebets-)Zeit und Bekenntnis gewonnen.
Aphorismen-Sammlung IV
Author: Reimar Hartge
Aphorismen, welche nicht krampfhaft nach Themen ausgesucht werden, sondern – jeweils dem Zufall überlassen – eben so auf einen ´herabregnen` dürfen, wie es das Schicksal für gut heißt, erweisen sich häufig als besonders gedankenanregend: Bezüglich der Notwendigkeit von Orientierung im Labyrinth unserer Lebensprobleme können sie die Funktion verlässlicher Wegweiser übernehmen. – Hat man aber den Ausgang des Labyrinths bereits entdeckt, dann eignen sich manche Aphorismen dazu, ganz neue – nun sogar horizonterweiternde Ideen zu stimulieren! –
Author: Reimar Hartge
Der Ruf nach Wahrheit wirkt als moralischer Imperativ. – Hinter jedem Betrug steckt eine Lüge. – Die Lüge ist ein ´hilfloser` – da nur vermeintlicher – Schutzmechanismus gegen Gewissensbelastungen. – Lügen können als freche Verleumdungen auftreten, oder als Verlegenheits- bzw. Notlügen. Die Gerechtigkeit fordert, dass Lügen als Gewalt anzusehen sind und entsprechend bestraft werden. – Es ist nicht ungewöhnlich, dass Lügen lange persistieren, bis sie eines Tages demaskiert und ausgeräumt sind. – Wahr ist aber auch, dass schon mancher mit seiner unaufgeklärt gebliebenen eigenen Lebenslüge bis zum Tod belastet blieb. – Am perfektesten aufgebaute Lügen sind gewöhnlich für andere schwer durchschaubar. – Wo das Lügen bereits zur täglichen Nahrung geworden ist, dort ist das Elend dieser Welt besonders groß. – Aufrüttelnd wirkt jegliches ´Kriegsgeschehen`, wobei empathische Wahrheit in den Dreck gezogen wird: Da steht zuweilen ein Individuum allein gegen kollektive Kräfte des Bösen. – Mit ´Hilfe` unverschämter List von Lügen soll der Zweck die Mittel ´heiligen`. – Dabei gerät leider völlig in Vergessenheit, dass einzig ein auf dem Wege zur Wahrheit Sinn suchendes Bewusstsein die Bezeichnung ´heilig` verdient. – Auch in Zukunft wird der abgeklärte Mensch als Pilger in Richtung auf die Wahrheit unterwegs bleiben, und sich sogar dann zurechtfinden, wenn er irrtümlicher Weise mal auf einen lügnerischen ´Holzweg` gelangt ist. – Wir müssen uns um die wirklich wesentliche Wahrheit kümmern: Dann kümmert sich diese Wahrheit auch um uns.
Eine empirische Studie über die Gottesbeziehungen muslimischer Kinder als reflexiver Beitrag zur Didaktik des Islamischen Religionsunterrichts
Author: Fahimah Ulfat
Fahimah Ulfat rekonstruiert mit Hilfe der dokumentarischen Methode die Gottesbeziehung von muslimischen Kindern. Ihre Ergebnisse zeigen, dass muslimische Kinder in Deutschland im Alter von zehn Jahren bereits ein breites Spektrum an Gottesbildern und -bezügen aufweisen.
Ulfats Untersuchung ist die erste empirische Studie zur Got-tesbeziehung von muslimischen Kindern in Europa. Sie ist für das Verständnis der Entwicklung muslimischer Identität wissenschaftlich von hoher Bedeutung. Gleichzeitig sind die Erkenntnisse aus dieser Arbeit auch für die Weiterentwicklung eines modernen Islamischen Religionsunterrichts in einer demokratischen und ausdifferenzierten Gesellschaft von großer Bedeutung: Es geht darum, junge Gläubige auf ein Leben in einer religiös-pluralen Gesellschaft vorzubereiten, in dem die individuelle Gottesbeziehung und die Reflexivität der eigenen Religion eine entscheidende Voraussetzung zur Verhinderung von Radikalisierung und moralischer Rigidität darstellt.
Im Kontext der Krise des traditionellen Theismus werden in diesem Band unausgeschöpfte Ressourcen, bleibende Potenziale oder kritische Einsprüche aus den drei monotheistischen Religionen versammelt.
Die postsäkulare und posttraditionale Gesellschaft ist durch eine Krise der Vorstellung des persönlichen Gottes und durch ein Schwinden der Rede von Gott gekennzeichnet. Trends zu abstrakten Transzendenzvorstellungen, zu einer unentschiedenen und bindungsschwachen Konfessionslosigkeit; zur Pluralisierung des religiösen Feldes durch Medien und Migration; zu einem soziologisch kleinen, aber öffentlich aggressiven Atheismus sowie zur globalen Kompilation und individuellen Komposition von Religiositäten prägen die Szene. Diese Rahmenbedingungen fordern die monotheistischen Traditionen heraus, ihr Gottesbekenntnis in neuer Weise zu plausibilisieren und neue Anschlussfähigkeiten auszuloten.
Das Ende des Erdkreises ist nicht das Ende der Welt
Author: Reimar Hartge
Wenn alle Rätsel im Kosmos gelöst sein werden, bleibt die Wunderwelt von Unendlichkeit und Ewigkeit. – (lat. = das Ende des Erdkreises ist nicht das Ende der Welt!) – Ein Ausruf, welcher lautet „Nach mir die Sintflut“, nimmt das Ende der Menschheit in Kauf, nicht aber das Ende der Weltordnung oder gar des ganzen kosmischen Ensembles. – Gerade das steht aber unzweifelhaft irgendwann in vielen Jahrmilliarden zu erwarten; und zwar ohne Erfordernis des Zutuns vonseiten einer Menschheit, die es dann sowieso nicht mehr geben wird. – Warum aber sollte uns diese Aussicht beunruhigen?! – Wissen wir doch, dass uns nichts und niemand das Empfinden von ´Unendlichkeit` und ´Ewigkeit` entziehen kann, welches wir in jedem Augenblick als eingebildete ´Kulisse` hinter vermeintlich aktuellem Geschehen erleben. – Die Imago des scheinbar unwiderruflich Gewesenen und des vom Schicksal ´Vorgesehenen` wird vom großen kosmischen Geiste erinnert. Jegliches, was einmal das Sein passierte, bleibt dem Wesen verbunden, das solche Erinnerung bewirkte, und sei es selbst über eine Brücke vom Alles zum Nichts hinweg! – Nichts wird dies- oder jenseits der Erinnerung wirklich verloren gehen! –
Muttersöhne in der Bibel
Wie wurde Jesus Gottes Sohn? Wie kam es, dass seine Psyche für die Aufgabe disponiert war, Gottes Sohn zu sein? Diese Frage wurde bibelimmanent mit Hilfe der Psychologie behandelt. Dabei kam es zu Schlüssen, die auf archetypische Strukturen der Menschheit hinweisen, Strukturen von allgemeiner Gültigkeit. Sie haben ihre Spuren nicht nur in der Bibel hinterlassen, sondern auch in den Mythen anderer Völker. Es geht um ganz spezifische Eigenschaften der Menschheit und diese existieren unabhängig von den Mythen. Die Konsequenzen aus den gewonnenen Erkenntnissen betreffen insbesondere die Rolle der Frau in der menschlichen Gesellschaft.
Christliche und muslimische Theologinnen und Theologen diskutieren das Zusammenleben im Kontext der pluralen Gesellschaft. Dabei geht es insbesondere um den Wert, den die jeweiligen Glaubensgemeinschaften der Ehe beimessen, und darum, ob Ehe über Religionsgrenzen hinweg erwünscht ist.
Sowohl im Christentum als auch im Islam wird die Ehe als Lebensform wertgeschätzt. Doch abseits dieser grundlegenden Übereinstimmung unterscheiden sich nicht nur muslimische und christliche Vorstellungen über die Ehe. Auch innerreligiös wird kontrovers diskutiert. Ob Sakrament, ›weltlich Ding‹ oder Vertrag, ob unauflöslich oder nicht – es gibt viele Punkte, an denen sich Debatten entzünden können. Letztlich sind Angehörige beider Religionen mit den Anforderungen einer pluralistischen und säkularen Gesellschaft konfrontiert, die auch alternative Lebensformen kennt. Angesichts dieser Entwicklungen kommen in diesem Band christliche und muslimische Stimmen zu Wort, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven heraus Aspekte der Ehe und ihrer Bedeutung in der heutigen Gesellschaft beleuchten.
Wie die Katholische Kirche zu einer neuen Einstellung zu den Juden gelangte
Author: John Connelly
»Gott liebt die Juden«. Erst während des Zweiten Vatikanischen Konzils brachte die Kirche es über sich, diese Erklärung in ihre Verlautbarungen aufzunehmen. Zuvor hatte sie jahrtausendelang gelehrt, dass das Volk, dem die Kreuzigung Jesu zur Last gelegt wird, von Gott verflucht sei und bleibe. In den 1940er Jahren schwieg die Katholische Kirche überwiegend, als Juden von den Nationalsozialisten zu Millionen ermordet wurden. Wie kam es dazu, dass eine Institution mit der Aura der Unfehlbarkeit einen der revolutionärsten ideologischen Paradigmenwechsel der Neuzeit unternahm?
Die Gründe für diesen radikalen Schnitt entspringen den Jahren kurz vor dem Holocaust, aus einem verzweifelten theologischen Kampf, den eine kleine Gruppe katholischer Konvertiten bestritt, um ihre neuentdeckte Glaubensgemeinschaft vor dem Einfluss der nationalsozialistischen Ideologien zu schützen. Insbesondere der ehemalige Jude Johannes Oesterreicher sowie der einstige Protestant Karl Thieme überwanden diesen besonders fraglichen Aspekt der katholischen Kirchengeschichte, indem sie in jahrelangem Engagement Debatten in akademischen Schriften anstießen, sich für die Volksbildung einsetzten und ihre Interessen auch im Vatikan selbst durchzusetzen versuchten. Doch ihr letztendlicher Erfolg war nicht die Folge immer neuer Aufrufe zu mehr Menschlichkeit, sondern der Neuentdeckung bis dahin vernachlässigter Teile der Heiligen Schrift.
Der Band beleuchtet das erstaunliche Stillschweigen, welches die Kirche während des Holocausts bewahrte, und zeigt die uralten Lehren auf – laut derer die Juden erst vom Fluch Gottes erlöst würden, wenn sie sich Christus zuwendeten –, die zu der problematischen Haltung der Christen dem Judentum gegenüber führte.