From the Baltics to Central, Eastern and South Eastern Europe 1944–1956
Das neue Buch Violent Resistance gibt einen geographisch umfassenden Einblick in ein kaum bekanntes Thema: Den bewaffneten antikommunistischen Widerstand in Osteuropa zwischen 1944 und 1956.
Das Ende des Zweite Weltkrieg bedeutete in Teilen Osteuropas nicht das Ende der Gewalt. Die durch die Sowjetunion etablierte Herrschaft lokaler von Moskau mehr oder weniger abhängiger kommunistischer Parteien traf auch auf bewaffnete Opposition. Teils bereits im Weltkrieg eingesetzte Verbände, teils neu gegründete Gruppen setzten sich für ein Ende der kommunistischen Diktatur bzw. wie im Falle des Baltikums auch die Unabhängigkeit ihrer Länder von der Sowjetunion ein. Eine schwierige Quellenlage in Verbindung mit einem historiographischen Fokus auf den Kalten Krieg und jahrzehntelanger Tabuisierung führten zu einer vergleichsweise geringen Bekanntheit des Themas. Diese Lücke zu benennen und in Ansätzen zu schließen ist die selbstgestellte Aufgabe dieses Buches.

Ekklesiologische Orientierungen zwischen Gnade und Freiheit
Die Studie arbeitet über die komplexe Topographie kirchlicher Identitätskonstruktion die Ekklesiologie paradigmatisch als fundamentaltheologischen Traktat aus. Der theologisch-anthropologische Zugang markiert dabei „Gnade“ und „Freiheit“ als tragende Prinzipien.
Durch die konsequente Entwicklung eines theologisch-an-thropologischen Zugangs in die Ekklesiologie leistet die Studie zwei wichtige Beiträge. So holt das angebotene Methodendesign erstmalig die differenzierte Schwerpunktsetzung für die Reflexion auf die Kirche, die das Zweite Vatikanische Konzil definiert hat, wissenschafts- und disziplinentheoretisch ein. Der „Glaube“, als actus humanus verstanden, entfaltet darin eine rationale und soziale Architektur in der Spannung zwischen dem anthropologischen Prinzip „Freiheit“ und dem theologischen Prinzip „Gnade“, die es schließlich erlaubt, die Theologie der Freiheit nach Thomas Pröpper ekklesiologisch zu formatieren und in das Design einzupflegen.
Von Athen bis zu Putins Russland
HerausgeberIn: Christoph Nonn
Mit dem Ende des Kalten Krieges erschien die Demokratie als klares Erfolgsmodell. Doch die um 1990 begonnene Demokratisierung in Osteuropa, Afrika und Lateinamerika hat allzu häufig mit Rückfällen in autoritäre Systeme geendet. Auch die Hoffnungen auf einen „arabischen Frühling“ wurden weitgehend enttäuscht. China zeigt als größte Nation der Erde keine Anzeichen einer Demokratisierung. Und in Europa und Nordamerika haben populistische Bewegungen, deren demokratische Ausrichtung zumindest zweifelhaft ist, breiten Zulauf. Selbst die ältesten Demokratien stecken heute in der Krise.
Dieses Buch öffnet den Blick auf die beunruhigende Tatsache, dass das Scheitern von Demokratien ein durchaus häufiges Phänomen ist, für das die Geschichte reiches Anschauungsmaterial bietet. Ausgewiesene Historiker schildern in kompakten Einzelkapiteln das Ende der Volksherrschaft in Athen, Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Pakistan, Burma, Chile und Russland. So spannt sich der Bogen vom Ende der ersten Demokratie in Athen über das 19. und 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Doch es besteht die Möglichkeit aus dem Wissen um die Fehler der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen.
HerausgeberIn: Heinz-Dieter Heimann
Der zweite Band der »Geschichte der Sächsischen Franziskanerprovinz von der Gründung bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts« deckt den Zeitraum von der Reformation bis zum Kulturkampf (15001870) ab.
Die Beiträge behandeln die Ordensspaltung im 16. Jh. und ihre Folgen (B. Schmies), die Stellung der sächsischen Franziskaner zur Reformation und ihre Auseinandersetzung mit der Reformation (K.B. Springer, P. J. Schlageter OFM). Die Situation des Ordens und der Klöster in und nach der Reformation, strukturelle und wirtschaftliche Probleme sowie Chancen durch Aufhebung und Wieder bzw. Neugründung - auch der franziskanischen Frauengemeinschaften - werden
durch die Beiträge von Chr. Loefke, G. Gleba und R. Butz beleuchtet. Weitere Kapitel sind der Entwicklung von Bildung und Wissenschaft vom 17.19. Jh. in der Saxonia (D. Burkard/Br. A. Fieback OFM), dem saxonischen Selbstverständnis und der Seelsorge (P. W. Einhorn OFM) sowie der Alkantarinerbewegung unter G. Janknecht (K. Schmies) gewidmet.
Die Nuklearexportpolitik der Bundesrepublik Deutschland 1970–1979
AutorIn: Dennis Romberg
Die westdeutsche Atomindustrie der 1970er Jahre hatte ein Absatzproblem: Hochsubventioniert in den 1950er und 1960er Jahren, sollte sie nun die langersehnten Exporterfolge erzielen.
Die sozialliberale Koalition förderte aktiv den Export von Atomkraftwerken, Uran-Anreicherungsanlagen und Wiederaufbereitungstechnologie an diktatorische Regimes in Lateinamerika, Südafrika und den Iran. Unter dem Schlagwort „Einbindung durch Kooperation“ setzte sie sich gegen schärfere internationale Kontrollen und Absprachen ein. Laxe Sicherheitsbestimmungen beim Export waren ein Standortvorteil für die Atomkraftwerke made in Germany. Dennis Romberg analysiert die Nuklearexportpolitik der Bundesrepublik in den 1970er Jahren systematisch und umfassend. Er betrachtet dabei die Nuklearexporte der Bundesrepublik im Zusammenspiel mit der außenpolitischen Emanzipation der Bundesregierung, den Konflikten mit den USA, der innenpolitischen Kritik der aufkommenden Anti-AKW-Bewegung und dem internationalen Kontrollregime zur Nichtverbreitung von Atomwaffen.
Bayerischer General und Orientkenner. Lebenserinnerungen, Tagebücher und Berichte 1914-1946
Die Quellenedition versammelt Schriften einer schillernden Gestalt der deutschen Militärgeschichte: Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein (1870–1946) war bayerischer General und ging 1913 zur deutschen Militärmission nach Konstantinopel.
Der osmanische Sieg über die Briten in der Zweiten Gazaschlacht 1917 ging vor allem auf die Leistungen von Kreß zurück. 1918 übernahm er das Kommando über die Deutsche Kaukasusexpedition in Transkaukasien und wurde mit deutschen Verbänden in die junge Republik Georgien geschickt, um zu verhindern, dass die Rote Armee in Abchasien eindrang. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde Kreß in die Zentralstelle des bayerischen Generalstabs versetzt. Während des Hitlerputsches von 1923 stand er auf der Seite der Reichswehrführung in Berlin.
Die in diesem Band edierten Quellen umfassen eigene Lebenserinnerungen, sein Tagebuch im Sinai, Berichte aus Tiflis, diverse Quellen aus den 1920er Jahren und ein hochinteressantes Tagebuch aus den Jahren 1945–1946. Sie stammen vornehmlich aus seinem Nachlass im Germanischen Zentralmuseum in Nürnberg, in zweiter Linie aus dem Politischen Archiv Berlin und werden hier erstmals publiziert und kommentiert.
Deutsche Kartographie und Raumwissen im Ersten Weltkrieg
AutorIn: Oliver Kann
Krieg und Karten gehören untrennbar zusammen. Sie sind dabei nicht bloß militärische Instrumente, sondern transportieren stets auch politische Raumbilder. Diesen bislang wenig beachteten Aspekten des Ersten Weltkriegs geht die Untersuchung nach.
Der Erste Weltkrieg wurde wie kein anderer Konflikt in allen räumlichen Dimensionen geführt. Karten trugen ihren entscheidenden Anteil dazu bei. Die deutschen Operationsplanungen fußten auf den strategischen Generalstabskarten, während insbesondere die Kriegführung im Westen neue Raummedien erforderte. Im gleichen Maße stiegen die Anforderungen an die Soldaten, sich mit den neuen Kartentypen im Stellungskrieg zurechtzufinden. Das führte zu Bildungsanstrengungen in der „Heimat“, von denen insbesondere die Schulgeographie profitierte. Erdkundelehrer stellten ihre Expertise bereitwillig in den Dienst des Krieges und instrumentalisierten geographisches Wissen zu Propagandazwecken.
Es werden die Ergebnisse der materiellen Studien an Papier-, Papyrus- und Pergamentkodizes der Kölner Papyrussammlung vorgestellt.
Untersuchungsgegenstand waren hierbei 122 Kodizes, die mit koptischen, griechischen und lateinischen Texten beschrieben sind. Diese konnten aus den etwa 10.000 Objekten der Kölner Papyrussammlung identifiziert werden, von denen nicht wenige zuvor als Fragmente von Papyrusrollen eingestuft worden waren. Die 122 Kodizes verteilen sich auf über 200 Inventarnummern. Diese zählen insgesamt über 600 Fragmente. Die eingesetzten Untersuchungsmethoden werden anhand von Einzelobjekten vorgestellt. Darunter befindet sich auch der Mani-Kodex, der mit Abstand berühmteste Kodex der Kölner Sammlung. Die Ergebnisse wurden in einem Katalog zusammengestellt, der nach den drei verwendeten Schriftträgern (Papier, Pergament und Papyrus) gegliedert ist.
Herausforderungen ethischer Bildung
HerausgeberIn: Markus Tiedemann
Wen oder was schützen die Menschenrechte? Wie weit reicht die Pflicht zur Nothilfe? Wie passen universalistische Prinzipien und kulturelle Diversität zusammen? Welche Aspekte kultureller Identität sind schützenswert, reformbedürftig oder gar rassistisch? Der vorliegende Band thematisiert prinzipielle Unterscheidungen, empirische Befunde und konkrete Unterrichtsplanungen für die Schule und den gesellschaftlichen Diskurs.
Die Gestaltung und Bewertung von Migration haben Gesellschaft und Bildungssystem vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Die politischen, sozialen und kommunikativen Verwerfungen wurden und werden zunehmend von konfrontativen Positionen geprägt. Vorurteile und Stereotypen greifen um sich. Allzu oft fehlt es an der Bereitschaft, die Argumente der Gegenseite ergebnisoffen zu prüfen und die eigene Position einer kritischen Reflexion zu unterziehen. Der vorliegende Band thematisiert die Frage, wie sich der Ethikunterricht dieser Aufgabe stellen kann. Berücksichtigt werden theoretische Unterscheidungen, empirische Befunde und unterrichtspraktische Konzepte.